Kein sexueller Missbrauch
Am 22. Juni war der Polizei in Nordhausen der Verdacht eines sexuellen Missbrauchs von Kindern in Nordhausen-Ost angezeigt worden. Dieser Verdacht hat sich nicht bestätigt, wie die nun abgeschlossenen Ermittlungen zeigen...
Vielmehr stellen sich die Geschehnisse so dar: In der Conrad-Frohmann-Straße saßen am frühen Abend mehrere Kinder am Straßenrand und aßen Süßigkeiten. Ein sechsjähriger Junge kam mit seinem Fahrrad dazu und vollführte Kunststücke, die dazu führten, dass er letztendlich stürzte.
In diesem Augenblick kam der später beschuldigte 43-jährige Mann dazu. Er half dem gestürzten Jungen wieder auf die Beine und richtete das Fahrrad auf. Danach sprach er mit den Kindern, wobei er auch mehreren tröstend auf die Schulter klopfte.
Einige der 8 bis 12-Jährigen sollen dann in den angrenzenden Straßen gegenüber anderen Kindern und Erwachsenen in Gossensprache über den helfenden Mann gesprochen haben. Das führte dazu, dass der Mann noch vor Ort von Anwohnern als Kinderschänder beschimpft und sogar geschlagen wurde. Der Mann wurde zunächst der Polizeidienststelle zugeführt, aber am gleichen Tag wieder auf freien Fuß gesetzt.
Die in den folgenden Tagen im Wohngebiet Ost von einer rechtsradikalen Partei verteilten Flyer, es wohne ein Pädophiler in der Nachbarschaft und es bestehe Gefahr für die Kinder, entbehren jeglicher sachlichen Grundlage.
Die kriminalpolizeilichen Ermittlungen sind abgeschlossen. Das Ermittlungsverfahren wird an die Staatsanwaltschaft abgegeben.
Autor: nnz
Kommentare
Rainer Zufall
02.07.2012, 18:56 Uhr
Unglaublich...
... das es solche Sachen in Nordhausen gibt (oder nicht).
Janko
02.07.2012, 22:11 Uhr
was lehrt uns das?
dass wir in zukunft an gestürzten oder hilfebedürftigen kindern vorbeigehen müssen, um nicht in den verdacht zu geraten, pädophil veranlagt zu sein und in das fadenkreuz von nachbarn und gruppierungen zu geraten?
was ist das nur für eine schnellverurteilende welt.
man kann gar nicht so viel essen, wie man - - -
ihr kennt den spruch.
AndreasG
03.07.2012, 00:12 Uhr
Kein sexueller Missbrauch
es ist zwar positiv das es kein sexueller missbrauch war, aber es zeigt sich mal wieder hier in deutschland, wer anderen hilft ist sehr schnell selbst der dumme. da brauch sich sich doch nicht wundern wenn man selbst in eine notsituation gerät und hilfe bräuchte, das andere nur blöd als schaulustige glotzen und nix tun. wer anderen hilft wird noch bestraft. traurig ist sowas
yven
03.07.2012, 12:13 Uhr
Vorverurteilung...
auf jeden Fall muss man auf seine Kinder in der heutigen Zeit achten.Aber solche Vorverurteilungen gehen zu weit! Da wird in Ost schon von Bürgerwehr gesprochen, angezettelt von Vätern die dem rechten Spektrum zugeneigt sind. Da müsste die Polizei mal ein Auge drauf haben,was dort abgeht.
Frau_Keludowig
03.07.2012, 13:37 Uhr
das ist...
.. unsere Gesellschaft. Traurig.
Vorsichtig sollte man heute alle male sein, aber wenn hilfsbereitschaft schuldig erklärt wird, dann frag ich mich, wohin das alles noch führen soll.
Momentmal
03.07.2012, 15:09 Uhr
Wie die Schießhunde....
....benahmen sich hier wohl einige der Väter. So als wenn man auf derartiges in der Gegend wartet...Man fährt ja auch nicht seinen Autoaufkleber mit dem Todesstrafenspruch umsonst in der Gegend rum,wie in diesen Kreisen üblich. Hätte ich dort Hlfestellung dem Jungen gegeben und hätte mir daraufhin ein gefangen,hätte derjenige Erwachsene richtig Probleme bekommen.
Andererseits war sicherlich das "Tätscheln und Schulterklopfen" gegenüber den Kindern mehr als überflüssig. Es ist zumindest mehr als ungewöhnlich.
reiner3000
03.07.2012, 16:07 Uhr
Vorverurteilung
Wer andere Mensche vorverurteilt und verleumdet, gehört hart bestraft.
TeeEff
03.07.2012, 20:00 Uhr
OMG!
Sorry, aber was geht den da bitte?
Und ja, meiner Meinung ist ein tröstlich auf die Schulter klopfend durchaus im Rahmen. Schon weil durch Schock und Co. reine Worte nicht zwingend wahrgenommen werden und es Bestätigung gibt das Person okay ist - auch da durch minimale Einwirkung auf eine Seite des Körpers der Gleichgewichtssinn getestet wird und so evtl. bisher nicht bemerkte Kopfverletzungen oder weiteres auffallen.
Diese defacto Menschenhatz muss Folgen haben!
yven
04.07.2012, 06:12 Uhr
.....
aus dem Jugendclubalter rausgewachsene Väter profilieren sich und warten nur auf solche Gelegenheiten um ihre Kraft und Gesinnung zur Schau zu Stellen.Für die NPD ein gefundenes "Fressen" des Gleichen zu tun.Gut, dass die lieben KLeinen wenigstens noch etwas Respekt vor der Staatsmacht haben und dann bei der Wahrheit geblieben sind.Diese Fähigkeit ist bei ihren Eltern schon verloren gegangen (natürlich gibt es Ausnahmen! )Die Geschichten die um diesen "Kindesmissbrauch "kursierten sind und waren wirklich krass.Dem " Täter" bleibt trotzdem sicher nicht erspart aus diesem Umfeld wegzuziehen,falls er dort wohnhaft ist.
plums
04.07.2012, 06:17 Uhr
stop stop stop
Jetzt wird wohl den Mann geglaubt, wo leben wir eigentlich?
Ich denke und glaube schon, das an der Sache was dran ist!!! Kinder denken sich sowas nicht einfach so aus!!!
Dieser Verdacht hat sich nicht bestätigt, wie die nun abgeschlossenen Ermittlungen zeigen... Ja schon klar, ich kann auch meine Aussage bei der Polizei verharmlosen, mich auf dumm stellen und hinterher wird mir dann geglaubt!!!
Habt ihr keine Kinder??? Lügen sie denn auch jeden Tag, sodass man die Geschichte NICHT glaubt??? Ich habe welche und wenn sie mir eines Tage sowas erzählen würden (was ich mir nicht wünsche!!!), dann würde ich selbstverständlich die Aussagen meiner Kinder auch glauben schenken!!! Mensch Leute...
I.H.
04.07.2012, 09:13 Uhr
Ein Fall für Richter Kropp.
Auf Kinder aufpassen sieht anders aus!
Ich hoffe, dass man diese Selbstjustiz übenden, sich selbst ernannten Hilfsheriffs zur Verantwortung zieht und zwar mit aller zur Verfügung stehenden Härte des Gesetzes!
Ich würde mich freuen, hier demnächst unter der Rubrik "Richter Kropp" zu lesen, dass man sowohl die Verantstalter der "Hexenjagd" als auch die geistigen Urheber, die Verteiler der Progromflyer, den für sie zuständigen JVA zuführt.
Janko
04.07.2012, 11:31 Uhr
liebe plums,
Ihrem Kommentar nach haben Sie selbst Kinder. Ich hoffe sehr, dass Sie nicht eines Tages erleben müssen, dass eines davon nach einem Fahrradunfall blutend keine Hilfe erfährt, weil die Erwachsenen an ihm vorbeigehen. Denn Kindern helfen löst ja neuerdings hexenjagdähnliche Zustände aus.
Wenn Sie das begrüßen, liebe plums, dann müssen Sie auch damit leben, dass die ohnehin schon weitverbreitete "lieber wegsehen"- Mentalität noch weiter zunimmt. Ich hoffe für Sie, dass nicht eines Tages Ihre Kinder darunter leiden.
Emerson
04.07.2012, 20:27 Uhr
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Kevin_NDH
07.07.2012, 17:01 Uhr
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Harzer_Wolf
08.07.2012, 12:12 Uhr
Plums
Also ich gehe ab sofort vorbei wenn sich ein Kind verletzt hat. Das haben Sie auf dem Gewissen.
-Insider-
08.07.2012, 13:35 Uhr
meine
güte tuen sich hier abgründe auf. bockig wie kleine kinder benehmen sich hier einige.
zur sache:
es gibt doch nur 2 varianten:
1. der mann hat die kleinen kinder wirklich so explizit sexistisch angesprochen. dann verstehe ich die eltern voll und ganz.
2. der mann wollte nur helfen und die kleinen kinder haben sich aus nicht nachvollziehbaren gründen diese geschichte ausgedacht. dann müssen sich die eltern meiner meinung nach entsprechend öffentlich entschuldigen.
ich frage mich allerdings, welchen grund die kinder gehabt haben sollen in diesem ausmaß zu lügen.
Technikengel
10.07.2012, 09:27 Uhr
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Broly
10.07.2012, 13:14 Uhr
Sprechen und Schulter klopfen
"Danach sprach er mit den Kindern, wobei er auch mehreren tröstend auf die Schulter klopfte."
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Natürlich hilft man jedem, das ist grundsätzlich auch in Ordnung. Jedoch sollte auch nicht ewig mit allen Beteiligten gesprochen werden und sogar noch auf deren Schulter geklopft werden. Wofür auch?
Es gibt keinen Grund alle anzufassen. Einfach aufhelfen, Situation checken und weitergehen. Alles andere ist anmassend und kann zu Verwirrungen führen.
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