Mi, 16:09 Uhr
26.11.2003
Den „Bach runter“
Ellrich (nnz). Die nnz berichtete heute über die Entwicklung von FEUER powertrain. Es gibt aber auch Unternehmen im Landkreis, denen es nicht sehr gut geht. Und das ist – gelinde gesagt – untertrieben. Ein solcher Fall spielt sich in Ellrich ab.
Für die Südharzstadt war es das Vorzeige-Unternehmen: Schulte-Heiztechnik. Mit Innovationspreisen ausgezeichnet, nun kurz vor der Pleite. So schätzt es jedenfalls die IG Metall gegenüber der nnz ein. Bereits vor einem halben Jahr wurden Mitarbeiter entlassen. Doch das half nicht weiter. Wie Astrid Schwarz-Zaplinski weiß, sei erst die Zahlung der Löhne für die fast 100 Mitarbeiter verzögert worden, dann sei mal wieder ein Teil in bar gezahlt worden. In der Summe sollen wohl zwei Monatslöhne ausstehen. Als Konsequenz haben sich einige Mitarbeiter nicht nur bei der Gewerkschaft, sondern auch beim Arbeitsamt gemeldet. Ein Teil der Belegschaft soll jedoch weiter arbeiten.
Das Unternehmen hat gestern Insolvenz angemeldet. Das bestätigte Jens Köhler, der Buchhalter des Unternehmens und gab Zahlungsschwierigkeiten als Ursache an. Er machte aber auch klar, daß es in Ellrich weitergehen werde, wohl aber mit einer abgespeckten Belegschaft. Nähere Einzelheiten erwarte man in Ellrich von einer ersten Bestandsaufnahme des vorläufigen Insolvenzverwalters.
Für den Ellricher Bürgermeister ist das Geschäftsgebaren des Unternehmens schlichtweg nicht hinnehmbar. Gerald Schröder habe sich in diesem Jahr mehrfach für ein Überleben der Firma eingesetzt, es gab Krisengespräche im Wirtschaftsministerium oder im Landratsamt und mit den Banken. Doch vermutlich, so Schröder, spiele die Unternehmensleitung ihm gegenüber nicht mit offenen Karten.
Für die IG-Metall liege hier ein klarer Fall von Missmanagement vor, angeblich seien die Auftragsbücher gefüllt, doch Schwarz-Zaplinski geht davon aus, dass Ende dieses Jahres die Lichter im Gewerbegebiet in Ellrich ausgehen würden. Schon jetzt würden viele Beschäftigte zu Hungerlöhnen von 6,50 Euro je Stunde arbeiten und einige hätten nicht mal einen Arbeitsvertrag.
Doch neben dieser unerfreulichen Geschichte hat Gerald Schröder wieder ein wenig Hoffnung. Das Blaue Wunder in Ellrich, die große einstige Motorenbauer-Halle, die ist wieder vermietet. Dort wird ein Produzent von Stühlen aus Benneckenstein einziehen. Der Mietvertrag sei bereits unterschrieben, in der ersten Phase sollen sechs bis acht Arbeitsplätze entstehen. Parallel dazu verhandelt Schröder mit zwei weiteren Investoren, unter anderem mit einer Firma aus NRW.
Autor: nnzFür die Südharzstadt war es das Vorzeige-Unternehmen: Schulte-Heiztechnik. Mit Innovationspreisen ausgezeichnet, nun kurz vor der Pleite. So schätzt es jedenfalls die IG Metall gegenüber der nnz ein. Bereits vor einem halben Jahr wurden Mitarbeiter entlassen. Doch das half nicht weiter. Wie Astrid Schwarz-Zaplinski weiß, sei erst die Zahlung der Löhne für die fast 100 Mitarbeiter verzögert worden, dann sei mal wieder ein Teil in bar gezahlt worden. In der Summe sollen wohl zwei Monatslöhne ausstehen. Als Konsequenz haben sich einige Mitarbeiter nicht nur bei der Gewerkschaft, sondern auch beim Arbeitsamt gemeldet. Ein Teil der Belegschaft soll jedoch weiter arbeiten.
Das Unternehmen hat gestern Insolvenz angemeldet. Das bestätigte Jens Köhler, der Buchhalter des Unternehmens und gab Zahlungsschwierigkeiten als Ursache an. Er machte aber auch klar, daß es in Ellrich weitergehen werde, wohl aber mit einer abgespeckten Belegschaft. Nähere Einzelheiten erwarte man in Ellrich von einer ersten Bestandsaufnahme des vorläufigen Insolvenzverwalters.
Für den Ellricher Bürgermeister ist das Geschäftsgebaren des Unternehmens schlichtweg nicht hinnehmbar. Gerald Schröder habe sich in diesem Jahr mehrfach für ein Überleben der Firma eingesetzt, es gab Krisengespräche im Wirtschaftsministerium oder im Landratsamt und mit den Banken. Doch vermutlich, so Schröder, spiele die Unternehmensleitung ihm gegenüber nicht mit offenen Karten.
Für die IG-Metall liege hier ein klarer Fall von Missmanagement vor, angeblich seien die Auftragsbücher gefüllt, doch Schwarz-Zaplinski geht davon aus, dass Ende dieses Jahres die Lichter im Gewerbegebiet in Ellrich ausgehen würden. Schon jetzt würden viele Beschäftigte zu Hungerlöhnen von 6,50 Euro je Stunde arbeiten und einige hätten nicht mal einen Arbeitsvertrag.
Doch neben dieser unerfreulichen Geschichte hat Gerald Schröder wieder ein wenig Hoffnung. Das Blaue Wunder in Ellrich, die große einstige Motorenbauer-Halle, die ist wieder vermietet. Dort wird ein Produzent von Stühlen aus Benneckenstein einziehen. Der Mietvertrag sei bereits unterschrieben, in der ersten Phase sollen sechs bis acht Arbeitsplätze entstehen. Parallel dazu verhandelt Schröder mit zwei weiteren Investoren, unter anderem mit einer Firma aus NRW.

