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Sa, 19:17 Uhr
30.06.2012

Wer sind wir und wer werden wir sein?

Eine kleine, nicht ernst gemeinte, satirische Wortspielerei zu den aktuellen Vorgängen in der Landgemeinde Harztor, über die wir am Donnerstag und Freitag dieser Woche berichteten. Aufgeschrieben von Frank Bohn...


Dieser Artikel wurde am 07.01. 2012 geschrieben und war zur Veröffentlichung in der “ Ilfeld Information” im I. Quartal 2012 vorgesehen. Diese beliebte Broschüre erschien viermal Jährlich in einem Umfang von 32 bis 44 Seiten und diente zur Information der Bürger und war ein Sprachrohr der Vereine, der Bürger, der Firmen, der Kirche, des Museum, des Kindergarten u.s.w. Obwohl vor der Wahl in den Info`s bessere Transparenz und “weg von der Hinterzimmerpolitik”, versprochen wurde, war eine der ersten Amtshandlungen des neuen Bürgermeisters, die Einstellung dieses Informationsblattes! Bis jetzt ist kein ebenbürtiger Ersatz vorhanden!

Am 21.12.2011 hat der Thüringer Landtag beschlossen, dass die Gemeinden Ilfeld und Niedersachswerfen aufgelöst werden und aus den aufgelösten Gemeinden ab 01.01.2012 eine Landgemeinde gebildet wird, die den Namen Harztor führt. Man kann Zucker im Wasser auflösen, aber eine Gemeinde? Die Gemeinde Ilfeld sind fast 3000 stolze Ilfelder Bürger, ein gepflegter Ort, das Kloster, die Schule, Kirche und vieles mehr. Statt die Gemeinde aufzulösen, sollte man sie nicht lieber in die neue Gemeinde Harztor eingliedern oder überführen?

Das Bürokratendeutsch ist also nicht sympathisch für diese einschneidende Handlung, wenn man bedenkt, das der Name Ilfeld zwar seit 1154 besteht und einer der 20 bekanntesten Namen des Harzes ist, aber in spätestens 10 Jahren aus der Postanschrift, den Landkarten und anderen offiziellen Dokumenten verschwunden ist und nur noch in Traditionsvereinen und Museen oder in guten geologischen Büchern benutzt wird!

Der Name Ilfeld sind nicht nur 6 Buchstaben, sondernd es sind mit diesem Namen der fast 850-jährigen Geschichte eine Vielzahl historische, geologische, religiöse und andere Ereignisse verbunden. Wenn zB. Niedersachswerfen bei Google auf 42.900 verschiedene Einträge zutreffen, sind über Ilfeld etwa 1.190.000 Einträge gespeichert. So einen Namen verkauft man nicht so schnell für den schnöden Mammon!
Und wer sind wir nach der Umbenennung?

Bis jetzt konnte man von der Ostsee bis zum Erzgebirge sagen: ”Ich bin Ilfelder!” Da sagte bestimmt einer in der Runde:” Da habe ich einmal einen schönen Urlaub verbracht!”

Ab 01.01.0212 wohnen wir in der Gemeinde Harztor. Sind wir jetzt Harztorer? Klingt nicht gut! Also gliedern wir einmal auf! Harz ist bekannt, eine Marke, ohne Diskussion gut. Tor: eine Abgrenzung von Räumen, Orten, Gärten usw. die man mittels einer Tür öffnen oder schließen kann. Wenn man durch ein Tor hindurchgeht ist man in einen anderen Raum oder Ort. Nun hat aber weder Ilfeld noch Niedersachswerfen ein Stadttor oder ein ähnliches architektonisches Konstrukt, durch das man gehen kann und in einem anderen Raum oder Ort ist. Oder man bestimmt das Ilfelder Wahrzeichen “Nadelöhr” zum Harztor!

Wer darüber nachdenkt kommt mit Goethe, - “1. Satz Faust I.” - (auch ein Gast im ehem. Ilfeld!) zu dem Schluss: ”Da steh Ich nun ich armer Tor; und bin so klug als wie zuvor!” Also kann auch ein Mensch ein Tor sein! Vielleicht ist hier der Torschlüssel zur Lösung!

Was ist nun der Mensch als Tor? Ein Tor ist ein Mensch, der mit viel persönlichen Einsatz etwas in Gang setzt oder organisiert und erst hinterher merkt, dass es sich gegen ihn selbst richtet!

Ein Tor wählt also zur Erreichung vernünftiger Absichten absolut ungeeignete Mittel, er handelt somit “töricht”. Böswillig sagt der Volksmund: ”Ein Tor ist ein Narr, unbelehrbar, und stiftet, trotz guter Absicht, erheblichen Schaden an“. (Wikipedia)

Es ist kein guter Gedanke, dass wir ehem. Ilfelder Toren wären; die Toren des Harzes! Nun kann sich aber auch eigentlich niemand vorstellen, dass die Erfinder des neuen Ortsnamens das so vorgesehen haben.
Oder ist das jetzige Gerangel nach der Wahl nicht auch etwas töricht?

Die Thüringer Kommunalwahlordnung ist neben dem Wahlbüro auch im Internet aufrufbar und im Gegensatz zu anderen Verordnungen auch verständlich geschrieben. Wenn man sich so ein gewaltiges Werk, wie die Zusammenführung zweier, nicht gerade eng befreundeter Orte, vornimmt, und schon bei der richtigen Anwendung der Wahlvorschriften als Beamter scheitert, muss man über die Kompetenz ernsthaft nachdenken!

Die Bürger sollten bei der zu erwartenden Neuwahl, weniger auf populistische Sprüche, als auf echte Sachkunde und eine echte Vertretung der Interessen der Bürger achten. Wie sollen wir uns denn nun zukünftig korrekt nennen?

Und wer ist der oder die erste Harztorer oder Harztorin?
Was sagt der Stadionsprecher: “Die Harztorer führen mit 4 Toren!” oder der Lehrer: “Die Harztorer haben jetzt schulfrei!” Oder heißt es Harztoren? Wer jedoch weiterhin in “Ilfeld” wohnen möchte, kann in dem idyllischen Ort “Ilfeld” in New Mexico, USA, mittig zwischen Santa Fe und Las Vegas (jeweils 50k m), auswandern! Einige Häuser sind schon ab 40.000 $ zu haben! Unser Partnerschaftsverein kann ja schon die Kontakte herstellen!

Für die Büttenreden zum Fasching ist damit für die kommenden Jahre viel Stoff vorhanden! So viele wunderschöne und törichte Fragen! Viel Spaß beim Nachdenken wünscht
Frank Bohn, Harztor, ehem. Ilfeld, ehem. Wiegersdorf
Autor: nnz

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Kommentare
Bommel39
30.06.2012, 21:06 Uhr
Was der Harztorer nicht wissen kann...
Dies ist eine amüsant geschriebene Kolumne zum Treiben in Harztor. Eine kleine Korrektur möchte ich jedoch vornehmen, denn der neue Bürgermeister lässt momentan ein Heft vorbereiten. Der Erscheinungstermin ist jedoch offen. Die Einstellung des ehemaligen Ortsblattes lag in der Verantwortung des Staatlich Beauftragten der Gemeinde Harztor.
Hans Dittmar
30.06.2012, 22:08 Uhr
Schwarzmalerei mit Eingemeindung
Was sollen die Einwohner von Krimderode, Salza, Herreden usw. sagen oder die Hohensteiner Dörfer um Mackenrode, oder die 3 zusammengelegten Dörfer zu Wipperdorf, auch der nach dem Krieg gegründete Ort Friedrichsthal. Man kann hier lustig weiter aufzählen.
Natürlich ist es ärgerlich wenn man seine Selbständigkeit verliert, wobei Wiegersdorf schon lange seine Selbstständigkeit aufgab und nach Ilfeld kam.

Ich gebe Ihnen natürlich recht, wenn es die Mehrheit der Einwohner nicht wohlen und eine Unterschriftensammlung verschwindet, dann ist das mehr als ärgerlich. Es wird sowieso finanziell nichts für die zwei armen Gemeinden bringen, spätestens in 2-3 Jahren sind die Kassen leer, man wird sich fragen, kann ich 2 Feuerwehren halten, zwei Bäder finanzieren, den hauptamtlichen Bürgermeister mit über 80.000 Euro Jahresgehalt zahlen und dazu noch die zwei ehrenamtlichen Ortsteilbürgermeister, den die werden ja wohl bleiben, oder irre ich da jetzt?! Die Ortsteile Ilfeld und Niedersachswerfen werden auch bleiben und es ist eine Frage des Einsatzes der Bevölkerung in wieweit sie den Namen Ilfeld sterben lassen. Fragen Sie mal die Stolberger in Sachsen-Anhalt die jetzt Südharz heißen, die kämpfen auch mit ihrem Tourismus ums überleben.

Finanziell sinnvoll ist vermutlich auf lange Sicht, dass Orte wie Ilfeld und Niedersachswerfen zu Nordhausen eingemeindet werden. Der Landkreis wird dadurch nicht kleiner, da ja Nordhausen eine Kreisangehörige Stadt ist. Aber verwaltungstechnisch ist vieles einfacher, der Umlageschlüssel für Nordhausen würde steigen wenn die Stadt über 50.000 Einwohner bekommt, UND Ilfeld heißt auf seinen Ortseingangsschild OT Ilfeld.
meyer-baby
01.07.2012, 07:08 Uhr
Sehe ich genauso:
Auszug von Herrn Bohn:

Die Thüringer Kommunalwahlordnung ist neben dem Wahlbüro auch im Internet aufrufbar und im Gegensatz zu anderen Verordnungen auch verständlich geschrieben. Wenn man sich so ein gewaltiges Werk, wie die Zusammenführung zweier, nicht gerade eng befreundeter Orte, vornimmt, und schon bei der richtigen Anwendung der Wahlvorschriften als Beamter scheitert, muss man über die Kompetenz ernsthaft nachdenken!

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Warum wurde nur dem Gemeinderat 5,00 EUR Sitzungsgeld gekürzt, dem Bürgermeister und seinem stellvertreter hat mal anscheinend nichts gekürzt.
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