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Mo, 15:05 Uhr
24.11.2003

Morgenkreis mit Minister

Nordhausen(nnz). Im ökumenischen Kindergarten beginnt die Woche mit Liedern und einer Geschichte. Diesmal hatten die Kinder einen besonderen Gast eingeladen, Thüringens Sozialminister Klaus Zeh. Der kam aber auch zu einer Diskussionsrunde über die Zukunft der Tagesstätten.


Klaus Zeh Was ein Minister genau macht, das wußten die Kinder nicht so recht. Aber eigentlich war er doch ganz normal, hat mitgesungen und gebetet, und sogar einen Baukasten geschenkt.

Nachdem die Kleinen wieder in ihren Gruppen waren, begann der wohl bedeutsamere Teil des Ministerbesuchs. Mit Erziehern, Eltern und dem Vorstand des Kindergartens sollte über die Zukunft der Kindertagesstätten und über neue Richtlinien zu Bildung und Erziehung diskutiert werden.

Das Stichwort PISA fiel wieder einmal. Norbert Klodt vom Vorstand des ökumenischen Kindergartens meinte, daß oft versucht würde, die Misere auf die Vorschulerziehung abzuwälzen. Um gute Bildungsarbeit zu leisten müßten aber die Rahmenbedingungen stimmen. Er wollte daher von Minister Klaus Zeh wissen, wie sich die Kita-Gesetze in den nächsten Jahren entwickeln werden. Für freie Träger sei die Situation in Thüringen im Moment recht gut, besser als in vielen anderen Bundesländern. Ob das so bleiben würde?

Der Minister meinte, daß der Bildungsauftrag der Kindertagesstätten im Gesetz verankert sei und auch bleibe. Die Vielfalt der Einrichtungen wäre ihm persönlich wichtig, weil für Eltern damit Wahlmöglichkeiten geschaffen seien. Der ökumenische Kindergarten läge ihm besonders am Herzen, da es sich hier um ein positives Beispiel handele.

In einem Kriterienkatalog wurden vier Leitlinien über Bildung und Erziehung in den Tagesstätten festgeschrieben. Das sind Kommunikations- und Spracherziehung, Sozialkompetenz und Gemeinschaftserlebnis, Bewegung sowie kreatives Gestalten. Lesen, Schreiben und Rechnen zu vermitteln bleibt den Schulen vorbehalten. Wie Kinder sich die Kompetenzen aneignen können, das wird den Einrichtungen weiterhin selbst überlassen.

Einige hätten protestiert, diese Leitlinien seien zu wenig konkret, andere fühlten sich davon schon eingeengt, weil bereits ein eigenes Konzept vorläge, so Zeh. Nun sei ein Jahr Gelegenheit zu überprüfen, wie verbindlich Bildung und Erziehung definiert werden dürfen.

Des weiteren versicherte Klaus Zeh, daß auch Ministerpräsident Dieter Althaus Familie und Wirtschaft als seine wichtigsten politischen Ziele erklärt habe, denn beides gehöre eng zusammen. Dr. Cornelia Klose vom städtischen Kulturamt stimmte ihm zu. Sie meinte, daß soziale Einrichtungen die Attraktivität der Region für Firmen erhöhen würde. Die Stadt Nordhausen wolle daher immer genügend Finanzen bereithalten, um den Betrieb von Kindereinrichtungen zu sichern.

Auch die Ausbildung der Kindergärtnerinnen wurde diskutiert. Sollen sie nun in Hochschulen ausgebildet werden müssen, oder reicht eine Fachschulausbildung? Die Liebe zu den Kindern ist doch wichtiger als ein akademischer Titel, meinte eine Erzieherin. Zu DDR-Zeiten sei mit einem Praxisanteil von 60 Prozent ausgebildet worden und man habe von Anfang an gemerkt, ob man überhaupt gut mit Kindern zurecht käme. In der Frage der Ausbildung kam man überein, daß nicht der Weg entscheidend ist, sondern die erbrachte Qualität bei der Arbeit.

Kinderbetreuung sei eine wichtige Aufgabe, sie dürfe nicht am Geld scheitern und müsse bestmögliche Qualität haben. Damit wurde Minister Klaus Zeh zu einem Termin in Mühlhausen entlassen.
Autor: wf

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