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Fr, 15:10 Uhr
04.05.2012

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Der BUND Thüringen hat heute in Erfurt seinen aktuellen Jahresbericht für das Jahr 2011 präsentiert. Trotz großer umweltpolitischer Erfolge sieht der Verband die aktuelle Naturschutz- und Umweltpolitik in Thüringen kritisch...


„2011 war zwar das Jahr der Energiewende in Deutschland. Dass aber erst die Dreifachkatastrophe in Japan den Atomkurs der Bundesregierung gestoppt hat, ist traurig“ erklärte Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen. „Während die geschmolzenen Reaktorkerne in Fukushima weiter glühen, gibt es in Thüringen immer noch kleinliche Debatten über den Ausbau der erneuerbaren Energien. Wir brauchen eine atomstromfreie, dezentrale Energieversorgung für Thüringen – sofort!“, forderte Hoffmann.

Was an Bewegung in der Energiepolitik drin ist, gleicht die Landesregierung durch Stillstand beim ökologischen Umbau der Agrarwirtschaft aus. Hier regiert der Beton, der das Fundament stets neuer Tierfabriken legt. „Qualfleisch als Füllung für die Thüringer Bratwurst ist rückschrittlich. Minister Reinholz macht sich nicht nur hier zum Erfüllungsgehilfen der Agrarlobby“, kritisierte der Thüringer BUND-Vorsitzende.

Bei der Umwandlung der Forstverwaltung in eine gewinnorientiert arbeitende Anstalt des Öffentlichen Rechts hat der BUND den kritischsten Punkt erfolgreich abgewendet: Das UNESCO-Weltnaturerbe Nationalpark Hainich bleibt eigenständig. Ein kleiner Erfolg, für die jetzt noch stärker vom Abholzen bedrohten Staatswälder.

Rückwärts geht es in der Thüringer Verkehrspolitik. Nach dem Willen von Verkehrsminister Carius rollen Gigaliner durch Thüringens Dörfer. Die drohende Zerschneidung der Rhön durch die unnötige B87n verharrt im Status Quo. Die Bundesstraße durch die Rhön existiert weiter nur auf dem Papier. „Dass die Straße nicht im vordringlichen Bedarf des Verkehrshaushalts steht, ist der erste Sargnagel für dieses Sinnlos-Projekt“, kommentiert Ron Hoffmann das absehbare Scheitern der Pläne.

Als außerordentlich erfolgreich bezeichnete Hoffmann das Projekt „Rettungsnetz Wildkatze“. Inzwischen gibt es ein breites Netzwerk zwischen Mensch und Natur. Der Wanderkorridor ist weit über ursprüngliche Pläne hinaus gewachsen und täglich erreicht das Anliegen mehr Menschen: „Wir verteilen Bildungspakete und schulen regionale Multiplikatoren. Die Thüringer und ihre Gäste können seit Anfang April das Wildkatzendorf Hütscheroda besuchen und sich dort selbst ein Bild von den sonst so scheuen Tieren machen.“

Mit dem Grünen Band ist der BUND Thüringen auf einem guten Weg. Der Verband sorgt für den dauerhaften Schutz weiterer Naturflächen und hat mit dem Eingang des Projekts in den sonst eher faden Landesentwicklungsplan eine Bestätigung seiner Wichtigkeit erhalten.
Autor: nnz

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