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Fr, 10:21 Uhr
07.11.2003

Dieses Plakat war kostenlos...

Ellrich (nnz). Hoffentlich ist es nicht umsonst. Ellrichs Bürgermeister Gerald Schröder hofft sehr, daß der Hilferuf seiner Stadt erhört wird. nnz sprach mit ihm über Gürtel, die man fast nicht enger schnallen kann.

Ellricher Rathaus Kindergarten, Seniorenklub, Freibad, Sportvereine, Karneval, gibt es alles in Ellrich, fragt sich nur, wie lange noch. Bürgermeister Gerald Schröder (parteilos) übt sein Amt seit 13 Jahren aus und hat viele Einrichtungen aufbauen geholfen. Mehr geben würde er gern, zum Beispiel für die Jugendarbeit, aber wenn nichts zu verteilen da ist, woher soll er es nehmen?

Mit seiner Plakataktion am Rathaus möchte er auf die schlechte finanzielle Situation aufmerksam machen. Die jüngsten Ellricher aus dem Kindergarten haben ihm geholfen und das schöne, bunte Plakat gemalt. Auch die Kinder wissen, daß es der Stadt finanziell ziemlich schlecht geht, denn sie werden auf Verbesserungen am Kindergarten wohl verzichten müssen.

Wenn es so weiter geht, dann ist auch nicht auszuschließen, daß das Waldfreibad ein Opfer des Sparzwanges wird. Sportvereine, die Senioren und der Karnevalsverein spüren den engen Gürtel schon. So wird es auch in Ellrich am 11.11. keinen Umtrunk im Rathaus geben.

Die Städte und Gemeinde könnten doch dem Bürger tiefer in die Tasche greifen, wurde den Kommunen geraten. Das lehnt Gerald Schröder jedoch ab, was soll er aus Leuten herauspressen, die selbst nicht viel Geld haben. Junge Menschen wandern überall dahin ab, wo es mehr zu holen gibt. In kleinen Gemeinden bleiben vor allem die Rentner, und an denen wird ja sowieso gespart. Höhere Gebühren, steigende Grund- und Gewerbesteuern, damit tut sich eine Stadt auf längere Sicht keinen Gefallen.

Das Finanzproblem kommt unter anderem dadurch zustande, daß die Bundesregierung immer mehr Aufgaben in die Kommunen delegiert, ihnen gleichzeitig aber weniger Geld zuweist. An vernünftigem Wirtschaften seinen laut Schröder weder die Bundes- und Landesregierung, noch der Landkreis interessiert. Lieber gebe man Geld für Kommisionen aus, statt für an der Basis nützliche Dinge, wie die Reparatur von Straßen oder das Vereinsleben.

Die Aufgabe einer Gemeinde sei die Daseinsfürsorge für die Bürger, vom Säugling bis zum Rentner. Finanzieren soll die kleine Stadt das dann aus den Einnahmen der Gewerbesteuer mittelständischer Unternehmen und Handwerker. Aber dazu wäre es nützlich, wenn man diesen Unternehmen öffentliche Aufträge zukommen lassen könnte. Dazu fehlt das Geld, also eine sich langsam nach unten drehende Schraube.

Ob die Bundesregierung ans Ellricher Rathaus guckt? Wohl kaum, aber im Landkreis könnte man mit einem Haushaltsplan ohne Verschwendung schon mal anfangen, meint der Bürgermeister. Wenn man den berühmten Gürtel enger ziehen muß, dann sollen auch alle mitziehen. So ein positives Beispiel aus Thüringen, das würde vielleicht auch nach Berlin ausstrahlen und einige Politiker zum Nachdenken bringen.
Autor: wf

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