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Di, 18:02 Uhr
01.05.2012

Herausragender sinfonischer Abschluss

Das Loh-Orchester brachte im 7. Sinfoniekonzert, es war leider schon das letzte in dieser Konzertsaison, drei bedeutende Werke zu Gehör, die zu Recht unter dem Motto „Vollendete Noblesse“ vereinten. Im Theater Nordhausen konnte das Publikum den Gastdirigent Ulrich Windfuhr erleben, der kurzfristig für seinen erkrankten Kollegen Gerhard Markson eingesprungen war...


Windfuhr (Foto: privat) Windfuhr (Foto: privat) Dirigent und Orchester fanden sich sehr schnell zu einer musizierenden Gemeinschaft und mit seiner energischen und exakten, aber auch gefühlvollen Leitung führte der Gast das Orchester sicher durch den Abend. Auch die Zuhörer begegneten ihm herzlich und sparten am Ende nicht mit Beifall.

Die einleitende Rosenkavalier- Suite von Richard Strauss überstrahlte das gesamte Konzert. Klanggewaltig spielte das Orchester in großer Besetzung, zusätzlich verstärkt durch zwei Harfen und eine Celesta. Die Hauptthemen der Suite sind der gleichnamigen Oper entlehnt. Sehr ausgefeilt und differenziert musizierte das Orchester, reagierte genau auf die Anweisungen des Dirigenten und ermöglichte dadurch dem Publikum, die Opernhandlung im Wesentlichen nachzuvollziehen.

Da war der etwas plumpe Ochs von Lerchenau in der deftig- kräftigen Musik wieder zu erkennen, der Charme der Wiener Gesellschaft, gestaltet durch den eleganten Walzer, und schließlich die zarte Melodie des Octavian, der seiner geliebten Sofie die silberne Rose überreicht. Bis hin zum grandiosen Finale war jeder einzelne Musiker aufs Äußerste gefordert und der anschließende Beifall hoch verdient. Ein extra Bravo der Oboe.

Im folgenden Konzert für Cello und Orchester des englischen Komponisten Edward Elgar präsentierte sich dem Südharzer Publikum wieder ein international renommierter Gast. Niklas Eppinger ist neben seiner solistischen Tätigkeit Professor in Würzburg. Im Konzert in Nordhausen spielte er auf einem Instrument aus dem Jahre 1750. Diesem Cello entlockte er unglaublich warme und weiche Töne, die dem melancholischen Grundcharakter des Werkes entsprachen. Er legte seine ganze Seele in die Interpretation. Niklas Eppinger überzeugte aber genau so auch in virtuosen Passagen und zeigte eine atemberaubende Bogentechnik, die einem Perpetuum mobile gleich kam. Sehr homogen war das Zusammenwirken von Orchester und Solist, wobei der Dirigent als Mittler zwischen beiden die Fäden fest in der Hand hielt.

Wolfgang Amadeus Mozart komponierte drei Jahre vor seinem Tod in der unvorstellbar kurzen Zeit von nur etwa drei Monaten seine letzten drei Sinfonien. Sie waren die Krönung seines sinfonischen Schaffens. Besonders die letzte, die später den Beinamen „Jupiter- Sinfonie“ bekam, entfaltet ihren strahlenden Glanz in der Grundtonart C- Dur. Sie sollte auch in Nordhausen der krönende Abschluss des Sinfoniekonzertes sein. Hier stand jedoch Jupiter im Schatten des Rosenkavaliers.
Christel Laude
Autor: nnz

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