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Mo, 19:16 Uhr
05.03.2001

Kita-Gebühren: Alle wissen es, keiner will es sagen!

Nordhausen (nnz). In vielen Kommunen Thüringens, ja selbst des Landkreises Nordhausen sind in diesem Jahr die Gebühren für die Kindertagesstätten erhöht worden. Nur in Nordhausen scheint man sich diesem Thema nicht anzunehmen. Wer aber in Nordhausen glaubt, als Eltern ungeschoren davon zu kommen, der irrt gewaltig. Auch die Rolandstadt, die ja eigentlich gar keine kommunalen Kindereinrichtungen in eigener Regie betreibt, kommt um eine Erhöhung der Sätze nicht umhin. Hinter den Kulissen wird schon monatelang hin- und hergezerrt. Dabei geht es seit Ausgang des Sommerjahrgangs 2000 nicht mehr um die Höhe der Erhöhung, sondern um die Verkündung dergleichen. Denn, das weiß man aus der Geschichte: Der Verkünder der schlechten Nachricht wird einen Kopf kürzer gemacht.
Ein Blick in die Geschichte der Kita-Gebühren allerdings sollte das Verständnis für die Erhöhung doch durchaus in das Reich des Machbaren rücken. Seit 1992 sind die Gebühren stabil geblieben. Nun aber hat sich in diesem Jahr die Gebührenlandschaft für die Betreuung der Kleinen und Kleinsten doch erheblich gewandelt. Das Land hat die Notbremse gezogen, die Zuschüsse werden zurückgefahren, macht ungefähr 10 Mark pro Platz und Monat. Der Stadt als weitaus größter Zuschussgeber geht in diesem Jahr vermutlich der finanziellen Atem aus. Nicht, weil sie sich übernommen hat, sondern einfach weniger an Zuschüssen und Steuern kommt. Also wurde gespart, auch an den Zuschüssen für die Kindereinrichtungen. In den Fraktionen des Stadtrates spricht man von 1,2 Millionen Mark. Dieser Betrag, der den vier freien Trägern in Nordhausen fehlt, der muß her. Und zwar von den Eltern. Wie aber verkünden? Das wollten noch vor einigen Wochen die Träger tun, natürlich auf Grund einer gemeinsam unterschriebenen Erklärung von Trägern, Stadtrat und Stadtverwaltung. Aus Richtung der Träger hörte man damals: "Wir müssen es den Eltern sowieso beibringen, wenn sie das Geld bei uns auf den Tisch legen." Nur die Stadt eben sollte mit in das gemeinsame Boot der Verantwortlichkeit.
Ging soweit auch alles gut, bis in irgendeiner Sitzung des Sozialausschusses alle bisher zusammengeredete Gebühr plötzlich über den Haufen geschmissen wurde. Neue Bedarfspläne machten ebenso die Runde wie neue Gehaltsstaffelungen für die Gebührenberechnung. Einigen Ausschussmitgliedern soll dabei so schwindlig geworden sein, dass sie erst einmal eine Auszeit nehmen mussten. Die Auszeit dauert noch an, seit der letzten Stadtratssitzung mutiert sie allmählich zur Eiszeit. Den Eltern, den kann es erst einmal egal sein, wann was und in welcher Höhe beschlossen wird. Doch eines steht fest: Die Gebühren müssen sich erhöhen, und irgendeinmal muß das auch verkündet werden. Wenn sowohl die Träger als auch die Stadtverwaltung das nicht bald in die Reihe bekommen, dann wird es die Öffentlichkeit selbst tun. So oder so.
Autor: psg

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