eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige Refinery (c1)
So, 13:04 Uhr
15.04.2012

Licht ins Dunkle der Ebersburg gebracht

Seit der Verein für lebendiges Mittelalter sich der Ebersburg bei Herrmannsacker angenommen hat, sind dort zahlreiche Aktivitäten zu beobachten. Über das bisher Erreichte sprachen Hannelore und Wolfgang Müller im Nordhäuser Geschichtsverein. Die nnz war unter den Zuhörern…

Ebersburg (Foto: H. Müller) Ebersburg (Foto: H. Müller)

„Neben den vielen archäologischen Artefakten waren einige Ergebnisse besonders wertvoll: Das östliche Mauerstück wurde vom Einsturz bewahrt und gerettet. Der genaue Mauerverlauf der äußeren Ringmauer konnte im Grabungsbereich nachgewiesen werden, dadurch ist eine Schadensanalyse in diesem Abschnitt überhaupt erst möglich. Der jetzt nachgewiesene Verlauf war vorher nicht bekannt. Die Mauer ist viel höher bzw. tiefer als man vermuten würde. Die Ringmauer war weiß verputzt, nach neuesten Erkenntnissen die gesamte Burg. Zumindest auf einem Abschnitt der äußeren Ringmauer trug sie einen Wehrgang.

Es gab Gebäude an der Mauer, die zumindest teilweise aus Stein gebaut waren. Frauen und Kinder lebten im Mittelalter ebenfalls auf der Ebersburg. Es hat den Vorburgbereich betreffend mehrfach Brände gegeben. Bereits in der Steinzeit hielten sich Menschen auf dem jetzigen Burgberg auf“, fasste Hannelore Müller, Vorsitzende des Vereins für lebendiges Mittelalter, die wichtigsten Erkenntnisse der Aktivitäten im vergangenen Jahr auf der Ebersburg zusammen. Zusammen mit Grabungsleiter Wolfgang Müller berichtete sie im Nordhäuser Geschichts- und Altertumsverein im Vereinshaus „Thomas Mann“ über die Tätigkeit auf der Burgruine bei Herrmannsacker im Jahr 2011.

Bereits Anfang Februar waren die Mitglieder des Vereins für lebendiges Mittelalter und das Grabungsteam um Wolfgang Müller auf der Burg aktiv. So wurden am Burgberg Reparaturen an den Wegbarrieren des Weges durchgeführt, anschließend auf der Burg einige Teilstücke geebnet und durch Aufschüttung ausgeglichen, bisher provisorischen Arbeitswege am Südhang teilweise instand gesetzt und Abraum der vergangenen Grabungskampagne verlagert. Im Mai konnten die archäologischen Grabungen aufgenommen werden, die in der Regel vom montags bis donnerstags stattfanden.

Zu den besonderen Funden gehörten neben zahlreichen Scherben ab dem 13. Jahrhundert u. a. ein gut erhaltenes Hufeisen eines Esels aus dem späten Mittelalter, ein Puppenkopf, eine Spinnwirtel und Reste eines verzierten Holzkästchens sowie Bruchstücke von Bauornamentik – alles aus dem späteren Mittelalter. Alle Fundstellen wurden vom Grabungsleiter akribisch genau dokumentiert, die Fundstücke in den Walkenrieder Hof gebracht.

An einem Mauerabschnitt der äußeren Ringmauer zeigten sich Reste von Verputz, sodass davon ausgegangen werden kann, dass die äußere Ringmauer in größeren Abschnitten oder möglicher Weise ganz verputzt war. An einem Mauerabschnitt wurden Reste eines mittelalterlichen Gebäudes gefunden.

Zwischen den Grabungen und in jeder anderen freien Minute waren viele andere, teilweise Kräfte zehrende Tätigkeiten und Sicherungsmaßnahmen zu erledigen, die ohne tatkräftige Unterstützung einer Bau ausführenden Firma „Denkmalplan“ aus Körner in Thüringen, von Studenten sowie durch die finanzielle Absicherung durch mehrere Geldgeber nicht in diesem Umfang zu bewältigen gewesen wären.

Der äußerst anschauliche und kurzweilige Vortrag hat bei vielen Anwesenden im völlig überfüllten großen Saal des Vereinshauses das Interesse für einen Besuch der Ebersburg verstärkt. Für alle Südharzer, die keine Gelegenheit hatten, die Ausführungen von Hannelore und Wolfgang Müller im Geschichtsverein zu verfolgen, haben noch eine Möglichkeit am Samstag, dem 21. April 2012, um 18 Uhr in der „Sägemühle“. Dort wird der Vortrag noch einmal wiederholt. Dabei werden auch die Fundstücke aus beiden Grabungskampagnen präsentiert.
Autor: rh

Anzeige symplr (6)
Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.

Kommentare sind zu diesem Artikel nicht möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (8)