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So, 16:51 Uhr
25.03.2012

Höfer: Praktikable Konzepte

Mit der Situation der Nordhäuser Altstadt setzt sich Martin Höfer, der OB-Kandidat der FDP auseinander. Er fordert klare Konzepte und kein Ansperrung eines ganzen Areals durch Poller...


Wir ringen nicht um Pointen nur hingucken und nach denken, schon geht’s nicht mehr ohne schmunzeln oder Kopfschütteln. Wenn man in einer Stadt lebt, arbeitet und wohnt, so sollte man meinen, nimmt man auch die Geräusche von fahrenden Autos und Fußgängern, die schwatzen, in Kauf.

Wenn man das nicht möchte, zieht man aufs Land. So haben sich die Bürger an der Hauptstraße im Ortsteil Salza sicherlich nicht mit überwältigender Freude an die Geräuschkulisse von heimfahrenden Autos oder zu Fuß gehenden Partylöwen aus der nahegelegenen Disco, vormals „Alte Weberei“, gewöhnt. Sie wohnen eben an einer innerstädtischen Straße.

Diese Anwohner sind nicht einmal in ihren kühnsten Träumen auf die Idee gekommen, den obersten Ordnungshüter (Bürgermeister) zu bitten, dass er diese Straße sperren möge, mit was auch immer, damit ein nächtliches nach Hause fahren mit Automobilen unmöglich gemacht wird. Poller kann man schließlich überall hinsetzen.

In der Altstadt, die auf Grund der Politik in den vergangenen letzten Jahren von wirklich fast jedem Geschäftsmann, der sich dort niedergelassen hatte, wieder verlassen wurde, setzt man in den Einfahrtsbereich nun Sperrungen hin, in Form von Pollern. Wenn das Beispiel Mode macht, so könnte man meinen, werden noch mehr Straßenzüge, schon auf Grund des Gleichbehandlungsprinzips, dann auch auf Wunsch von ruhebedürftigen Bürgern ebenfalls gesperrt.

Es bleibt lustig! Nun mal im Ernst: Es wird bei jeder sich bietenden Gelegenheit die Förderung der Altstadt gefordert. Nur zur Erinnerung, wir sind faul geworden und da meine ich mich eben auch. Wenn wir etwas erledigen wollen, wenn wir etwas einkaufen wollen, fahren wir so nah an das Geschäft, wie nur irgend möglich und brauchen dann in unmittelbarer Nähe einen Parkplatz, denn zu Fuß gehen kostet Zeit und das Eingekaufte wollen wir nicht weit tragen.

Die Menschen sind so, die laufen nun mal nicht im rechten Winkel an der Grünanlage lang, nein die laufen über den Rasen und kürzen einfach ab. Warum planen und bauen wir nicht so, wie die Menschen es gut finden, warum glauben manche mit Reglementierungen kriegt man die schon dazu, dass sie (die Menschen) funktionieren.

Punktnahe Parkplätze fehlen in der Altstadt. Zurzeit gibt es nur ganz, ganz wenige Gründe in die Altstadt zu gehen. Die Gastronomie ist so ziemlich der letzte Magnet, der noch in die Altstadt zieht. Wenn jetzt noch die Zufahrt gesperrt wird, werden diese Magneten auf Dauer weniger. Es sind dringend praktikable Konzepte erforderlich. In diesem Sinne
Martin Höfer
Autor: nnz

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Kommentare
H.Buntfuß
26.03.2012, 09:43 Uhr
Zaun
Wenn die Bewohner der Altstadt ihre RUHE haben wollen, ziehen wir doch einfach einen Zaun um das Gebiet.

Wie Herr Höfer schon sagt:es zieht bald niemanden mehr in die Altstadt.
Retupmoc
26.03.2012, 10:14 Uhr
Zäune
Jawohl @ Harald. Ziehen wir einen Zaun um die Altstadt. Wann war ich da das letzte Mal ? Wird so vor 5 Jahren gewesen sein.
Herr Taft
26.03.2012, 12:13 Uhr
das steht Ihnen besser...
...als die bisherigen humorigen Einlassungen. Sie zeigen Flagge. Gut so ! Ob das Jedem gefällt steht auf eine anderen Blatt.
Hans Dittmar
26.03.2012, 21:48 Uhr
Altstadt beleben
Lieber Herr Höfer, da gebe ich Ihnen recht!

Die Betreiber des Felix haben ja schon unzählige Unterschriften Ihrer Gäste gesammelt, um den Bau des Poller zu verhindern. Um die Altstadt aber auch im Wohnungsqualität zu schaffen, muß hier Nachts Ruhe einkehren. Ursache ist das Altstadttypische Pflaster, welches nachts den herabfahrenden Fahrzeugen alles an Lautstärke herauslockt. Ich denke, wenn mann von 0.00 Uhr bis 6 Uhr den Poller schließt, werden beiden Seiten zufrieden sein. Andernseits haben die Anwohner der Stolberger Straße ähnliche Verhältnisse, nur das hier bergauf noch ordentlich beschleunigt wird.
altmeister
27.03.2012, 08:26 Uhr
Was ist interessant?
Herr Höfer hat recht. Es kommt kein Tourist, um unsere neuen Häuschen (und wenn sie noch so schön sind), welche auf der grünen Wiese entstanden sind, anzusehen. Die stehen in ganz Deutschland in ihrer durch energie- und finanztechnischer Schablone vorgegebenen, vergleichbaren Bauweise. Interessant und sehenswert ist das, was aus früheren Jahrhunderten erhalten geblieben ist.

Zu DDR-Zeiten wurde der Abriß der alten Bausubstanz bedauert, weil der Charakter einer Stadt immer mehr zerstört wurde. Traurig ist, dass sich diese Meinung bei so manchen Kommentatoren wieder findet.
Es wird für Millionen ein Museum gebaut um unseren Kindern zu zeigen, wie Nordhausen mal ausgesehen hat, auf der anderen Seite ist ein "Leben im Museum" nicht gewünscht. Das wiederum hat sehr viel mit Individualität, Interesse, Kultur und Erhaltung der Geschichte zu tun!
E20
27.03.2012, 14:26 Uhr
Poller - wieviel und wo?
Gelder zur Belebung der Altstadt sollten sinnvoll ausgegeben werden. Poller als Grenzkennzeichnung der Altstadt braucht kein Mensch. Und mir stellt sich die Frage, wo man denn diese Zylinderbäume überall postieren will - vielleicht auch noch in der Elisabethstraße oder auch im Altentor, um diese Zufahrten zuzunageln? Nur gut, daß in der Altstadt kein Notdienst gebraucht wird - in diesem Sinne bleibt immer schön gesund
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