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Sa, 11:48 Uhr
24.03.2012

Und immer wieder "Maria"

Mit großer Spannung erwarteten Nordhausens Theaterfreunde die gestrige Premiere. Es ging um nichts weniger als die Mutter – ach was! - die Großmutter aller Musicals. Noch immer stellt die "West Side Story" einfache Stadttheater vor enorme Herausforderungen. Ob die im Theater Nordhausen bewältigt werden konnten, schätzt für die nnz Olaf Schulze ein.

Es war ein harter Kampf: auf der einen Seite das berühmteste Musical mit hoch gesteckten Erwartungsmustern beim Publikum, auf der anderen Seite ein kleines Thüringer Stadttheater mit begrenzten finanziellen und technischen Mitteln. Den Ausschlag in Richtung Erfolg konnten nur die beteiligten Künstler geben. Und das taten sie großartig.

Grundlage dafür bildete ein brillantes Loh-Orchester unter GMD Markus L. Frank, das Leonard Bernsteins geniale Musik eindrucksvoll zelebrierte und ein äußerst stimmungsvolles Bühnenbild von Wolfgang Kurima Rauschning, das eine zeitlos industrielle und mitunter bedrückende Atmosphäre vermittelt.

West Side Story (Foto: T. Graner) West Side Story (Foto: T. Graner)
Überragende Hauptdarsteller: Elena Puszta als Maria und Marian Kalus als Tony

Regisseurin und Choreografin Iris Limbarth inszenierte die "West Side Story" klassisch. Eine Story, die eben nicht aus der "West Side" kommt, sondern schon von Shakespeare aus der italienischen Renaissance geklaut wurde. Und wer weiß, wo die Erben der Römer die Geschichte her hatten. Im Mittelpunkt stehen die menschlichen Urinstinkte und ewigen Klassiker berührender Unterhaltung: Liebe, Tragik, Hass und Neid, Verzückung und Verzweiflung. Dies auf die Bühne umzusetzen bedient sich Limbarth einfacher, aber wirkungsvoller Mittel. Keine Modernismen, keine Mätzchen, klare Linien, die Geschichte erzählen. Dafür hat sie sich ein Ensemble zusammengestellt, in dem eine ganze Reihe junger Darsteller ihr Talent zeigen und die "altgedienten" Profis souverän agieren können.

War der Beginn mit den phasenweise etwas zapplig wirkenden Straßengangs noch etwas nervös, so nahm die Inszenierung spätestens dann an Fahrt auf, als die Protagonisten Tony und Maria ins Spiel kamen. Elena Puszta als Maria ist eine Offenbarung. Wie die zierliche Frau die erste Liebe der jungen Maria erspielt, wie sie zwischen Naivität, Emotion und brutaler Realität hin und her geworfen wird, wie stimmgewaltig und bewegend sie singt – all das ist grandios. Das Theater Nordhausen tat gut daran, sie fest ins Ensemble zu holen, denn schon diese gestrige Interpretation der Maria rechtfertigt diesen Schritt hundertprozentig.

Aber auch ihr Partner Marian Kalus weiß als liebender Tony zu überzeugen, singt hinreißend seinen Hit "Maria" und tanzt und kämpft und spielt hervorragend. Andreas Langsch als omnipräsenter Bandenchef Riff, Lokalmatador Thomas Kohl als heißblütiger Gegenspieler Bernardo, Anja Daniela Wagner als feurige Latina Anita sowie alle anderen ausnahmslos engagiert singenden und tanzenden Akteure gehen an ihre Grenzen und fachübergreifend manchmal darüber hinaus, womit sie der Premiere zu ihrem verdienten Triumph verhelfen. Nicht zu vergessen der Nordhäuser Schauspieler Frank Sieckel in der Sprechrolle des Doc, der er vom ersten Moment an Tiefe und Schärfe verleiht.

Das Publikum honorierte diese Leistungen schon mit Szenenapplaus während der Aufführung. Nicht nur für glänzend gesungene Arien oder berührend gespielte Szenen, sondern auch für tolle Balletteinlagen.

West Side Story (Foto: T. Graner) West Side Story (Foto: T. Graner)
Ein großartiges Ensemble singt und tanzt und spielt sich in die Herzen der Premierenbesucher

Stürmische Ovationen am Ende für das gesamte Ensemble, das in einer wirkungsvollen Mischung aus dynamischen Gästen und hoch konzentrierten Ensemblemitgliedern gestern Abend ein Ausrufezeichen unter Nordhäuser Musicalambitionen gesetzt hat.
Olaf Schulze
West Side Story (Foto: T. Graner)
West Side Story (Foto: T. Graner)
West Side Story (Foto: T. Graner)
West Side Story (Foto: T. Graner)
West Side Story (Foto: T. Graner)
West Side Story (Foto: T. Graner)
West Side Story (Foto: T. Graner)
West Side Story (Foto: T. Graner)
West Side Story (Foto: T. Graner)
West Side Story (Foto: T. Graner)
West Side Story (Foto: T. Graner)
West Side Story (Foto: T. Graner)
Autor: nnz

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Kommentare
Harzer_Wolf
26.03.2012, 15:37 Uhr
Tolle Leistung
Wie immer in den letzten Jahren - eine großartige Vorstellung. Das ganze Ensemble von den Sängerinnen und Sängern über das Ballett und das Orchester bis hin zu den fleißigen Menschen im Hintergrund war spitze. Es ist schön , das wir so eine Bühne haben. Weiter so und danke für einen grandiosen Abend.
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