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Fr, 17:00 Uhr
23.03.2012

Parcour statt Gerätturnen

Rund 150 Sportlehrer aus Nordthüringen und darüber hinaus haben sich heute in der Nordhäuser Wiedigsburghalle zum Sportlehrertag getroffen. Ziel dieses alle drei Jahre stattfindenden Weiterbildungstags war es dieses Mal, die Anforderungen des neuen Lehrplans zu beleuchten, der ab kommendes Schuljahr gilt...


Für das Nordthüringer Schulamt war es die erste Veranstaltung für das Fach Sport in der neuen Struktur der Behörde in Leinefelde-Worbis, die seit der Schulamtsreform für 160 Schulen zuständig ist. In seinen einleitenden Worten unterstrich Schulamtsleiter Dr. Bernd Uwe Althaus die Bedeutung des Sportunterrichts und die Heraus­forderung, die es teilweise sei, junge Leute zu Bewegung zu motivieren. Wege, wie dies gelingen kann, stellten die Referenten beim Sportlehrertag vor.

„Lernen lernen“ – unter diesem Schlagwort fasste Dr. Barbara Haupt, die die Konferenz mit begleitete, das Anliegen des neuen Lehrplans zusammen. Neben der sportlichen Fachkompetenz ginge es auch um Lern-, Sozial-, Methoden- und Selbstkompetenz, die in der Handlungs­kompetenz zusammenfließen. Dieses Kompetenzmodell ist im neuen Lehrplan Sport die Basis des Unterrichts. „Der Sport ist wichtig für die intellektuelle und soziale Entwicklung der Schüler“, betonte Schulsportkoordinator Werner Hütcher.
Sportlehrertag in Nordhausen (Foto: J. Piper)
Sportlehrertag in Nordhausen (Foto: J. Piper)
Sportlehrertag in Nordhausen (Foto: J. Piper)
Sportlehrertag in Nordhausen (Foto: J. Piper)
Sportlehrertag in Nordhausen (Foto: J. Piper)
Sportlehrertag in Nordhausen (Foto: J. Piper)
Sportlehrertag in Nordhausen (Foto: J. Piper)
Sportlehrertag in Nordhausen (Foto: J. Piper)
Sportlehrertag in Nordhausen (Foto: J. Piper)
So wirke der Sport auch in andere Fächer hinein und wirke sich insgesamt positiv auf die Lernfähigkeit der Kinder und Jugendlichen aus. Die Grundidee des neuen Thüringer Sportlehrplans erläuterte Prof. Ralf Sygusch von der Uni Erlangen in einem Referat am Beispiel der Themen Gesundheit und Fitness. Sportunterricht mache die Schüler nicht per se gesund, so der Sportpädagoge. Vielmehr sei eine Zielstellung des neuen Lehrplans, die Schüler zu befähigen, selbst gesundheitsorientiert zu handeln. Anschließend vertieften die Tagungsteilnehmer die neuen Anforderungen in mehreren Workshops.

Dabei ging es zum Beispiel um die individuelle Umsetzung des neuen Lehrplans in den jeweiligen Schulen, Ausdauerschulung am Beispiel des Laufens und weitere Motivations­themen wie Methoden, Schüler für Rhythmik und Tanz zu begeistern oder die Lust an fairen Auseinander­setzungen in Rangel- und Zweikampfspielen zu wecken. Dabei lernten die Sportlehrer auch Ansätze kennen, traditionelle Sportarten neu zu beleben und für Jugendliche interessant zu gestalten. Ein Beispiel war Parkour, eine junge Sportart, bei der es darum geht, in einem Lauf Hindernisse zu überwinden – im Sportunterricht können dies die althergebrachten Turngeräte sein.

„So lässt sich Gerätturnen wieder attraktiv gestalten. Viele der Parkourfiguren werden Sie an klassische Turn­übungen erinnern – aber nennen Sie es bloß nicht Hindernisturnen, weil die Schüler es dann doch gleich wieder aufs Turnen reduzieren“, erläuterte Erik Kessler aus Nordhausen in seinem Workshop. Zur Unterstützung hatte er drei Schüler mitgebracht, die den Teilnehmern zeigten, wie die einzelnen Übungen an den Geräten funktionieren, um sie schließlich in einem Hindernislauf miteinander zu verbinden.

Das Schulamt nutzte die Tagung außerdem, um verdienstvolle Sportlehrer auszuzeichnen, die die Fachkommission Sport vorgeschlagen hatte. Für den Landkreis Nordhausen wurden Heike Stützer von der Grundschule „Am Förstemannweg“ in Nordhausen, Roswitha Huke vom FÖZ „Pestalozzi“ in Nordhausen, Dr. Barbara Haupt von der Regelschule Heringen, Gerd Meyenberg vom Schiller-Gymnasium in Bleicherode und Anett Müller-Junge von der Berufsschule II in Nordhausen für ihr Engagement geehrt.

Die ausgezeichneten Sportlehrer für das Eichsfeld waren Karla Albrecht vom Förderzentrum Birkungen, Elvira Böning von der Regelschule Niederorschel, Christa Ewinger von der Grundschule „Johann Carl Fuhlrott" in Leinefelde und Michael Solf vom „Johann Georg Lingemann" in Heiligenstadt.
Autor: nnz

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