Mi, 10:21 Uhr
21.03.2012
Zuversicht fürs Private
In den Neuen Bundesländern sind die Menschen für ihr Privatleben doppelt so zuversichtlich wie für Deutschlands Zukunft. Das geht aus der aktuellen Zuversichtlichkeitsstudie der Allianz Deutschland AG hervor. Wir haben die Einzelheiten...
Mit Frühlingsbeginn hält die Zuversicht zaghaft Einzug in Ostdeutschland: Auf die Frage, wie zuversichtlich sie die Zukunft Deutschlands in den kommenden zwölf Monaten einschätzen, antwortet über ein Viertel (28 Prozent) der Befragten im Osten Deutschlands mit Zuversicht oder mit großer Zuversicht. Gegenüber den ersten drei Monaten des Vorjahres ist der Zuversichtswert somit auf stabilem Niveau geblieben (minus ein Prozentpunkt).
Auf den zweiten Blick zeigt sich, dass die Menschen im Osten der Republik optimistischer sind als im Frühjahr 2011: Der Anteil der Ostdeutschen, die mit großer Sorge die Entwicklung der Nation betrachten, ist gegenüber dem Vergleichzeitraum um zehn Prozentpunkte deutlich zurückgegangen. Das zeigen die
aktuellen Ergebnisse der monatlich durchgeführten repräsentativen Befragungen zur Allianz Zuversichtsstudie, einer Untersuchung der Allianz Deutschland AG in Zusammenarbeit mit der Universität Hohenheim. Mit ihrem nahezu unveränderten Zuversichtswert hinsichtlich der Zukunft Deutschlands stehen die Neuen Bundesländer im bundesweiten Vergleich allein da: In vier Regionen Deutschlands hat die Zuversicht zum Teil sogar deutlich nachgegeben; in nur zwei Regionen – Hessen (plus neun Prozentpunkte) und Norddeutschland (plus acht Prozentpunkte) – hat sie gegenüber dem ersten Quartal des Vorjahrs zugelegt. Im Vergleich der Regionen überholt Ostdeutschland Niedersachsen (25 Prozent) und zieht mit Bayern (28 Prozent) gleich.
Zuversichtsträger Nummer eins ist in den Neuen Bundesländern nach wie vor die Wirtschaft (37 Prozent; plus ein Prozentpunkt). Auch der Umwelt- und Klimaschutz (23 Prozent) spielt in Ostdeutschland für die Einschätzung der Zukunftschancen weiterhin eine Rolle. Allerdings ist dieser Wert um acht Prozentpunkte gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahrs zurückgegangen. Weniger Zuversicht als im ersten Quartal 2011 empfinden die Ostdeutschen auch, wenn es um die Sicherheit der Arbeitsplätze geht (21 Prozent; minus fünf Prozentpunkte).
Einen Sprung nach vorn macht dagegen die Zuversicht für die gesetzliche Pflege- und Krankenversicherung: Waren hier im Frühjahr 2011 nur sieben Prozent der Menschen in den Neuen Bundesländern optimistisch, sind es in den ersten drei Monaten dieses Jahres 17 Prozent (plus zehn Prozentpunkte).
In den Neuen Bundesländern ist die Euphorie der Wendejahre längst einer realistischen Einschätzung der Zukunftsperspektiven Deutschlands gewichen: Die Menschen lassen sich weder vom deutschen Jobwunder, steigenden Steuereinnahmen oder positiven Konjunkturerwartungen blenden, noch drücken die allgegenwärtige Schulden- und Vertrauenskrise, die Wulff-Affäre oder die Schlecker-Insolvenz mit Vehemenz aufs ostdeutsche Gemüt, sagt Professor Frank Brettschneider von der Universität Hohenheim, der die Allianz Zuversichtsstudie wissenschaftlich betreut. Von dieser Warte aus lässt sich erklären, warum der Osten der Republik bundesweit die einzige Region mit einem nahezu konstanten Zuversichtswert für die Entwicklung Deutschlands ist.
Die Diskrepanz zwischen gesellschaftlicher und persönlicher Zuversicht ist gegenüber dem ersten Quartal 2011 in Ostdeutschland größer geworden: Mittlerweile sind doppelt so viele Menschen fürs Privatleben (56 Prozent) optimistisch wie für die Entwicklung Deutschlands (28 Prozent). Im Vergleich zu den ersten drei Monaten des Vorjahres ist die persönliche Zuversicht im ersten Quartal 2012 um sechs Prozentpunkte gestiegen. Und nur gut jeder Zehnte (12 Prozent) ist skeptisch, was die eigenen Perspektiven in den kommenden zwölf Monaten betrifft. Gegenüber dem Frühjahr 2011 ist dieser Zuversichtswert damit um sieben Prozentpunkte geschmolzen.
Waren die Neuen Bundesländer vor einem Jahr in Sachen persönlicher Zuversicht im Vergleich der Regionen noch Schlusslicht (50 Prozent), haben sie sich in den ersten drei Monaten 2012 an Norddeutschland vorbei auf den vorletzten Platz geschoben. Außerdem verzeichnet die persönliche Zuversicht nur in Hessen (plus zehn Prozentpunkte) und in Bayern (plus acht Prozentpunkte) einen höheren Zuwachs als in Ostdeutschland (plus sechs Prozentpunkte).
Die Menschen in den Neuen Bundesländern blicken bei drei von sechs Fragen des persönlichen Lebens optimistischer in die Zukunft als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Dem eigenen Zuhause wird in den Neuen Bundesländern weiterhin größtes Vertrauen entgegengebracht, was in der Zunahme dieses Zuversichtswertes um acht Prozentpunkte auf 82 Prozent zum Ausdruck kommt. Auch das familiäre Umfeld legt um deutliche zwölf Prozentpunkte im Vergleich zum Frühjahr 2011 zu: Drei Viertel der Ostdeutschen gehen diesen Lebensbereich in den kommenden zwölf Monaten zuversichtlich an.
Mehr als die Hälfte der Befragten (55 Prozent) – und damit vier Prozentpunkte mehr als im ersten Quartal 2011 – ist außerdem von der Sicherheit des eigenen Arbeitsplatzes überzeugt. Einziger Wermutstropfen im Stimmungsbild: Nicht einmal jeder dritte Ostdeutsche hat Vertrauen in seine finanziellen Absicherung im Alter (28 Prozent; minus drei Prozentpunkte) sowie bei Krankheit und Pflege (29 Prozent; minus sieben Prozentpunkte).
In Ostdeutschland zeigt sich derzeit ein typisch menschliches Verhaltensmuster in Zeiten der Krise: Rückzug ins Private, weg vom Auf und Ab außerhalb der eigenen vier Wände. Die Menschen in den Neuen Bundesländern können sich dabei auf ein soziales Netzwerk stützen, das ihnen Sicherheit garantiert – das familiäre Umfeld, Freunde und Nachbarn, sagt Frank Brettschneider. Kein Wunder also, dass die Zuversicht für das eigene Zuhause sowie Familie, Partnerschaft und Kinder zwischen Ostsee und Erzgebirge momentan auf Wachstumskurs ist.
Autor: nnzMit Frühlingsbeginn hält die Zuversicht zaghaft Einzug in Ostdeutschland: Auf die Frage, wie zuversichtlich sie die Zukunft Deutschlands in den kommenden zwölf Monaten einschätzen, antwortet über ein Viertel (28 Prozent) der Befragten im Osten Deutschlands mit Zuversicht oder mit großer Zuversicht. Gegenüber den ersten drei Monaten des Vorjahres ist der Zuversichtswert somit auf stabilem Niveau geblieben (minus ein Prozentpunkt).
Auf den zweiten Blick zeigt sich, dass die Menschen im Osten der Republik optimistischer sind als im Frühjahr 2011: Der Anteil der Ostdeutschen, die mit großer Sorge die Entwicklung der Nation betrachten, ist gegenüber dem Vergleichzeitraum um zehn Prozentpunkte deutlich zurückgegangen. Das zeigen die
aktuellen Ergebnisse der monatlich durchgeführten repräsentativen Befragungen zur Allianz Zuversichtsstudie, einer Untersuchung der Allianz Deutschland AG in Zusammenarbeit mit der Universität Hohenheim. Mit ihrem nahezu unveränderten Zuversichtswert hinsichtlich der Zukunft Deutschlands stehen die Neuen Bundesländer im bundesweiten Vergleich allein da: In vier Regionen Deutschlands hat die Zuversicht zum Teil sogar deutlich nachgegeben; in nur zwei Regionen – Hessen (plus neun Prozentpunkte) und Norddeutschland (plus acht Prozentpunkte) – hat sie gegenüber dem ersten Quartal des Vorjahrs zugelegt. Im Vergleich der Regionen überholt Ostdeutschland Niedersachsen (25 Prozent) und zieht mit Bayern (28 Prozent) gleich.
Zuversichtsträger Nummer eins ist in den Neuen Bundesländern nach wie vor die Wirtschaft (37 Prozent; plus ein Prozentpunkt). Auch der Umwelt- und Klimaschutz (23 Prozent) spielt in Ostdeutschland für die Einschätzung der Zukunftschancen weiterhin eine Rolle. Allerdings ist dieser Wert um acht Prozentpunkte gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahrs zurückgegangen. Weniger Zuversicht als im ersten Quartal 2011 empfinden die Ostdeutschen auch, wenn es um die Sicherheit der Arbeitsplätze geht (21 Prozent; minus fünf Prozentpunkte).
Einen Sprung nach vorn macht dagegen die Zuversicht für die gesetzliche Pflege- und Krankenversicherung: Waren hier im Frühjahr 2011 nur sieben Prozent der Menschen in den Neuen Bundesländern optimistisch, sind es in den ersten drei Monaten dieses Jahres 17 Prozent (plus zehn Prozentpunkte).
In den Neuen Bundesländern ist die Euphorie der Wendejahre längst einer realistischen Einschätzung der Zukunftsperspektiven Deutschlands gewichen: Die Menschen lassen sich weder vom deutschen Jobwunder, steigenden Steuereinnahmen oder positiven Konjunkturerwartungen blenden, noch drücken die allgegenwärtige Schulden- und Vertrauenskrise, die Wulff-Affäre oder die Schlecker-Insolvenz mit Vehemenz aufs ostdeutsche Gemüt, sagt Professor Frank Brettschneider von der Universität Hohenheim, der die Allianz Zuversichtsstudie wissenschaftlich betreut. Von dieser Warte aus lässt sich erklären, warum der Osten der Republik bundesweit die einzige Region mit einem nahezu konstanten Zuversichtswert für die Entwicklung Deutschlands ist.
Die Diskrepanz zwischen gesellschaftlicher und persönlicher Zuversicht ist gegenüber dem ersten Quartal 2011 in Ostdeutschland größer geworden: Mittlerweile sind doppelt so viele Menschen fürs Privatleben (56 Prozent) optimistisch wie für die Entwicklung Deutschlands (28 Prozent). Im Vergleich zu den ersten drei Monaten des Vorjahres ist die persönliche Zuversicht im ersten Quartal 2012 um sechs Prozentpunkte gestiegen. Und nur gut jeder Zehnte (12 Prozent) ist skeptisch, was die eigenen Perspektiven in den kommenden zwölf Monaten betrifft. Gegenüber dem Frühjahr 2011 ist dieser Zuversichtswert damit um sieben Prozentpunkte geschmolzen.
Waren die Neuen Bundesländer vor einem Jahr in Sachen persönlicher Zuversicht im Vergleich der Regionen noch Schlusslicht (50 Prozent), haben sie sich in den ersten drei Monaten 2012 an Norddeutschland vorbei auf den vorletzten Platz geschoben. Außerdem verzeichnet die persönliche Zuversicht nur in Hessen (plus zehn Prozentpunkte) und in Bayern (plus acht Prozentpunkte) einen höheren Zuwachs als in Ostdeutschland (plus sechs Prozentpunkte).
Die Menschen in den Neuen Bundesländern blicken bei drei von sechs Fragen des persönlichen Lebens optimistischer in die Zukunft als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Dem eigenen Zuhause wird in den Neuen Bundesländern weiterhin größtes Vertrauen entgegengebracht, was in der Zunahme dieses Zuversichtswertes um acht Prozentpunkte auf 82 Prozent zum Ausdruck kommt. Auch das familiäre Umfeld legt um deutliche zwölf Prozentpunkte im Vergleich zum Frühjahr 2011 zu: Drei Viertel der Ostdeutschen gehen diesen Lebensbereich in den kommenden zwölf Monaten zuversichtlich an.
Mehr als die Hälfte der Befragten (55 Prozent) – und damit vier Prozentpunkte mehr als im ersten Quartal 2011 – ist außerdem von der Sicherheit des eigenen Arbeitsplatzes überzeugt. Einziger Wermutstropfen im Stimmungsbild: Nicht einmal jeder dritte Ostdeutsche hat Vertrauen in seine finanziellen Absicherung im Alter (28 Prozent; minus drei Prozentpunkte) sowie bei Krankheit und Pflege (29 Prozent; minus sieben Prozentpunkte).
In Ostdeutschland zeigt sich derzeit ein typisch menschliches Verhaltensmuster in Zeiten der Krise: Rückzug ins Private, weg vom Auf und Ab außerhalb der eigenen vier Wände. Die Menschen in den Neuen Bundesländern können sich dabei auf ein soziales Netzwerk stützen, das ihnen Sicherheit garantiert – das familiäre Umfeld, Freunde und Nachbarn, sagt Frank Brettschneider. Kein Wunder also, dass die Zuversicht für das eigene Zuhause sowie Familie, Partnerschaft und Kinder zwischen Ostsee und Erzgebirge momentan auf Wachstumskurs ist.






