Do, 16:32 Uhr
15.03.2012
nnz-Forum: OECD warnt vor Öko-Kollaps
Dass nicht Greenpeace, sondern die OECD, also die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung vor desaströsen Folgen eines wirtschaftlichen immer weiter so warnt, dürfte vielleicht auch verkappte Optimisten aufhorchen lassen, die Umweltschützer noch immer für weltfremd erklären...
In einer Studie warnt sie vor unumkehrbaren Schäden für Umwelt und Gesellschaft. Unter anderem prognostiziert sie entgegen allen offiziellen Wünschen einen Anstieg der anthropogenen Treibhausgas-Emissionen um 50 Prozent bis 2050 und das vor allem deswegen, weil viele Industrie- und Schwellenländer auch weiterhin auf fossile Energieträger setzen.
Der weltweite Wasserbedarf steige bis 2050 ebenfalls um 50 Prozent. Im Verein mit der Zunahme der Weltbevölkerung um 2 Milliarden, werden dann 2,3 Mrd Menschen mehr als heute unter Wasserknappheit leiden.
Die Pariser Forscher rechnen mit enormen ökonomischen und menschlichen Kosten, wenn die internationale Politik die Umweltzerstörung nicht energischer bekämpft. Die Folgen für die Lebensqualität der Menschen weltweit wären desaströs, warnen die Forscher. Allein die Zahl der Menschen, die jedes Jahr durch Abgase und Chemikalien sterben, könnte sich bis zur Mitte des Jahrhunderts auf 3,6 Millionen Menschen verdoppeln. (Welt online 15.03.12)
Und die Autoren der Studie fordern, aus kleinen Schrittchen in die richtige Richtung, sehr große Schritte werden zu lassen, ein Politikwechsel sei nötig.
Dennoch, so befürchte ich, wird auch dieser Appell, diesmal sogar von Wirtschaftsfachleuten, wie schon so viele andere, ungehört verhallen: Wie schreibt doch der Psychologieprofessor und Wissenschaftsjournalist Hoimar v. Ditfurth bereits 1985 in seinem Buch So lasst uns denn ein Apfelbäumchen pflanzen (Lingen): Das eigentümlichste an der Situation ist die Tatsache, dass fast niemand die Gefahr wahrhaben will.
Wir werden daher aller Voraussicht nach als die Generation in die Geschichte eingehen, die sich über den Ernst der Lage hätte im Klaren sein müssen, in deren Händen auch die Möglichkeit gelegen hätte, das Blatt noch in letzter Minute zu wenden, und die vor dieser Aufgabe versagt hat. Darum werden unsere Kinder die Zeitgenossen der Katastrophe sein und unsere Enkel uns verfluchen – soweit sie dazu noch alt genug werden.
Er erscheint mir wie der einsame Warner, der symbolisch den Ausbruch des Vesuvs im Jahre 79 vorhersagte und dafür von den Bewohnern des wohlhabenden, aber untergegangenen Pompejs belächelt wurde.
Global denken, lokal handeln heißt das Zauberwort: Aber wie überall, so geht es auch im derzeitigen Nordhäuser Wahlkampf parteienübergreifend ausschließlich um Dinge, die kurzfristig gut, für unseren langfristigen Wohlstand aber, und damit meine ich das Überleben, eher von untergeordneter Bedeutung sind.
Bodo Schwarzberg
Autor: nnzIn einer Studie warnt sie vor unumkehrbaren Schäden für Umwelt und Gesellschaft. Unter anderem prognostiziert sie entgegen allen offiziellen Wünschen einen Anstieg der anthropogenen Treibhausgas-Emissionen um 50 Prozent bis 2050 und das vor allem deswegen, weil viele Industrie- und Schwellenländer auch weiterhin auf fossile Energieträger setzen.
Der weltweite Wasserbedarf steige bis 2050 ebenfalls um 50 Prozent. Im Verein mit der Zunahme der Weltbevölkerung um 2 Milliarden, werden dann 2,3 Mrd Menschen mehr als heute unter Wasserknappheit leiden.
Die Pariser Forscher rechnen mit enormen ökonomischen und menschlichen Kosten, wenn die internationale Politik die Umweltzerstörung nicht energischer bekämpft. Die Folgen für die Lebensqualität der Menschen weltweit wären desaströs, warnen die Forscher. Allein die Zahl der Menschen, die jedes Jahr durch Abgase und Chemikalien sterben, könnte sich bis zur Mitte des Jahrhunderts auf 3,6 Millionen Menschen verdoppeln. (Welt online 15.03.12)
Und die Autoren der Studie fordern, aus kleinen Schrittchen in die richtige Richtung, sehr große Schritte werden zu lassen, ein Politikwechsel sei nötig.
Dennoch, so befürchte ich, wird auch dieser Appell, diesmal sogar von Wirtschaftsfachleuten, wie schon so viele andere, ungehört verhallen: Wie schreibt doch der Psychologieprofessor und Wissenschaftsjournalist Hoimar v. Ditfurth bereits 1985 in seinem Buch So lasst uns denn ein Apfelbäumchen pflanzen (Lingen): Das eigentümlichste an der Situation ist die Tatsache, dass fast niemand die Gefahr wahrhaben will.
Wir werden daher aller Voraussicht nach als die Generation in die Geschichte eingehen, die sich über den Ernst der Lage hätte im Klaren sein müssen, in deren Händen auch die Möglichkeit gelegen hätte, das Blatt noch in letzter Minute zu wenden, und die vor dieser Aufgabe versagt hat. Darum werden unsere Kinder die Zeitgenossen der Katastrophe sein und unsere Enkel uns verfluchen – soweit sie dazu noch alt genug werden.
Er erscheint mir wie der einsame Warner, der symbolisch den Ausbruch des Vesuvs im Jahre 79 vorhersagte und dafür von den Bewohnern des wohlhabenden, aber untergegangenen Pompejs belächelt wurde.
Global denken, lokal handeln heißt das Zauberwort: Aber wie überall, so geht es auch im derzeitigen Nordhäuser Wahlkampf parteienübergreifend ausschließlich um Dinge, die kurzfristig gut, für unseren langfristigen Wohlstand aber, und damit meine ich das Überleben, eher von untergeordneter Bedeutung sind.
Bodo Schwarzberg
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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