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Di, 13:19 Uhr
26.09.2000

Langes Wochenende gestört: Kreistagsabgeordnete müssen am Freitag nachsitzen

Nordhausen (nnz). Das hätten sich die Abgeordneten des Nordhäuser Kreistages nicht träumen lassen. Inmitten ihrer "individuellen" Vorbereitungen auf den Tag der deutschen Einheit müssen sie sich noch einmal mit kommunaler Politik beschäftigten. Landrat Joachim Claus (CDU) wird nach nnz-Informationen für Freitag (29.9.00) einen Sonderkreistag einberufen. Auf der Tagesordnung stehen die Aufhebung der Beschlüsse zur Wahl der beiden hauptamtlichen Beigeordneten vom 5. September. Das Landesverwaltungsamt Weimar hat dem Behördenchef gestern seine Stellungnahme zur Wahl erläutert und die Aufhebung der Beschlüsse gefordert. Sollte der Kreistag dem nicht nachkommen, dann wird die Behörde in Weimar "kraft ihres Amtes" das tun.
Klaus Hummitzsch sieht dieses Prozedere nicht "so eng". Zwar wolle er erst mit seinen Fraktionskollegen reden, doch das Handtuch, das Klaus Gorges am Wochenende geschmissen hatte, das fängt die PDS locker auf. Eine Neuwahl inklusive Ausschreibung paßt in die künftige Strategie. Und die heißt: Die PDS wird einen neuen Kandidaten oder Kandidatin präsentieren und wird auf jeden Fall Matthias Jendricke wählen, wann auch immer. "Eigentlich ist die Sitzung am Freitag überflüssig", so Hummitzsch, aber die Fraktion wird hingehen, allerdings - wie die SPD - die vom Landrat einzureichende Beschlußvorlage (Jendricke) ablehnen. Damit wollen beide Fraktionen betonen, das sie hinter Jendricke stehen.
In Jendricke sehen viele christdemokratische Fraktionäre das eigentlich rote Tuch. Er gilt als unberechenbar und könnte sich nach seiner Berufung (wann auch immer) kompromißlos durch die Aktenberge der zurückliegenden Jahre wühlen.
Mit etwas Befremden hat die SPD-Kreistagsfraktion den Zeitpunkt für die Einberufung des Sonderkreistages zur Kenntnis genommen. Nicht wie sonst, bis auf wenige Ausnahmen, üblich um 14 Uhr, sondern um 16 Uhr soll die Sitzung beginnen. Und das am Freitag, wo vielleicht auch bei Kommunalpolitikern das Motto ausgerufen wird: "Freitag nach eins macht jeder seins". Bleibt also abzuwarten, wer es von den Abgeordneten schafft, seine "individuellen" Vorbereitungen auf den Tag der deutschen Einheit mit der Pflichtübung "Kreistag" in Einklang zu bringen.
Autor: psg

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