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Mi, 09:13 Uhr
14.03.2012

Hagelstange-Lesebuch (6)

Am 14. November 2011 wurde im Tabakspeicher in Nordhausen die von der Stadt herausgegebene Publikation „Rudolf Hagelstange, der Schriftsteller und Dichter aus Nordhausen am Harz - Ein Lesebuch“ vorgestellt. Hagelstange wurde am 14. Januar 1912 in Nordhausen geboren. In lockerer Folge soll in der nnz Rudolf Hagelstange den Lesern nahe gebracht werden...

Helmut Bibow, Marianne Sidenstein, Doris Bambach, Lucia Lamot - vier weitere Künstlerfreunde Rudolf Hagelstanges

Zum Abschluss der Hagelstange-Ausstellung im Kunsthaus Meyenburg, die am 18.3. um 17.00 Uhr endet, sollen vier weitere Künstlerinnen und Künstler vorgestellt werden, die Bücher von Rudolf Hagelstange illustrierten und in der Villa mit Bildern und Büchern präsent sind.

Bibow Nummer 1 (Foto: privat) Bibow Nummer 1 (Foto: privat)

Helmut Bibow gehört zu den Zeichnern, Illustratoren und Karikaturisten, die Hagelstange noch während des Krieges kennenlernte, und zwar in Italien. Der 1914 in Essen Geborene war im Krieg zuerst einer Propagandakompanie als Frontmaler und Zeichner, später als Dolmetscher zugeteilt. Kunst hatte er in Essen und Düsseldorf studiert, lebte dann in Paris und reiste von dort zu Studienzwecken durch Südfrankreich, Spanien, Italien, den Balkan bis hin zum Nahen Orient und Nordafrika. Seit 1938 wirkte er in Berlin als freier Illustrator. Nach dem Krieg kehrte er für vier Jahre dorthin zurück und zog dann nach Stuttgart.

Bibow starb 1973. Rudolf Hagelstange, von dem er vier Bücher illustrierte, äußerte über ihn: „Grauen und Gelächter – beides gehört zu diesem Zeichner. Ein aufbegehrender Schalk blickt selbst aus seinen düsternsten Blättern. Hinter der Groteske verbirgt sich die Trauer, hinter der Trostlosigkeit die Selbstbefreiung durch den Spott.“ Das erste gemeinsame Buch kam 1944 heraus, „Allegro – Ein italienischer Bilderbogen“.

Mehrere darin enthaltenen Zeichnungen sind im Kunsthaus zu sehen. Es folgten 1958 „Reise nach Kadmandu“, 1960 „Viel Vergnügen ...“ , 1961 „Römisches Olympia“ über die Olympischen Spiele 1960 in Rom. Bibows Graphiken waren auf Ausstellungen in Stuttgart, Hamburg ( u. a. mit Loriot), Köln und München zu sehen. Seine Zeichnungen in der Nordhäuser Ausstellung stammen vom Kunstmuseum Bayreuth.

Sidenstein-Berwig (Foto: privat) Sidenstein-Berwig (Foto: privat) Im Kunsthaus stellt sich mit Marianne Sidenstein-Berwig eine weitere befreundete Künstlerin vor. Die Malerin und Schriftstellerin, Jahrgang 1933, wohnt in Walsrode-Düshorn, wo sie Atelier & Galerie „jottwedee“ betreibt. Dort treten renommierte Autoren und Künstler auf.
Sie studierte Malerei und Grafik in Wiesbaden und in Südfrankreich, war dann im Bereich Kultur-, Dokumentations-, Zeichen- und Trickfilm tätig, schrieb Drehbücher für Märchenfilme.

Ihre Illustrationen für Rudolf Hagelstanges Text „Die Engel - Los Angeles 1954“ entstanden 1984, kurz vor dem Tod der Dichters. Er kannte ihre zahlreichen Entwürfe. Das bibliophile Buch erschien 1988. Mehrere der graphischen Arbeiten sind im Kunsthaus zu sehen.
Die Sidenstein hält sich häufig in Skandinavien auf, bevorzugt in Schweden. Von Hagelstanges Tod erfuhr sie in Finnland. Dort schuf sie ein Stillleben als Erinnerungsblatt an den befreundeten Autor , das auch zu sehen ist. Außerdem stellte sie eine Lithographie einer nordischen Seen-Landschaft zum Verkauf zur Verfügung. Ein Teil des Erlöses verbleibt als Spende im Kunsthaus.

Bambach (Foto: privat) Bambach (Foto: privat) Die Künstlerin Doris Bambach illustrierte Hagelstanges Verse „Das Blumenalphabet“ mit strahlenden Bildern. Beide hatten ein weiteres Vorhaben, ein „Vogelalphabet“. Des Dichters Tod verhinderte die Herausgabe, aber Bambach stellte zwei Bilder zur Verfügung mit Buchfink, Kranich, Adler und Pfau. Geboren ist sie 1936 in Darmstadt, durch ein Studium an der Offenbacher Hochschule für Gestaltung eröffnete sich für sie eine 20jährige Karriere als Grafikerin bei verschiedenen Fernsehsendern. Seit 1993 ist sie freiberufliche Malerin, Grafikerin und Objektkünstlerin. „Fantasie und Technik sind meine Mannschaften auf den Spielfeldern Leinwand, Papier und Holz. Im Kampf mit Farbe, Pinsel, Stift wird geprügelt, verhandelt, Freundschaft geschlossen und gehofft auf die eigene Zufriedenheit und den Beifall des Betrachters.“, so die Künstlerin, die in Bensheim lebt.

Lamot (Foto: privat) Lamot (Foto: privat) Lucia Lamot kannte Rudolf Hagelstange aus Kindertagen, denn sie wurde 1924 in Nordhausen in der damaligen Steinstraße 31 in einer Kaufmannsfamilie geboren. Ihre Mutter hatte in der Jugend in Worpswede gemalt. Vor Kriegsende studierte die Lamot Kunst in Leipzig, Berlin und München. Seit 1945 lebt sie in Hamburg. 1953 begann eine zehnjährige Tätigkeit als Bühnenbildnerin und Malerin beim Fernsehens, ab 1969 widmet sie sich der freien Malerei, die sie immer nebenher betrieben hat. Sie konnte Hagelstange dafür gewinnen, für ihren farbenfrohen Bilderzyklus „Unter dem Auge Gottes“ Texte zu schreiben.

Der Autor äußerte über sie: „Lucia Lamot war schon in ihrer Jugend als ich sie kennenlernte ein Mensch, der in und mit Farben lebte und eine Fröhlichkeit ausstrahlte, die alle bezauberte und die in jedem ihrer Bilder widerstrahlt und ihren heutigen Erfolg ausmacht..“ Der Hamburger Christians-Verlag übernahm den Druck der Kinderbibel. 1986, Hagelstange lebte seit zwei Jahren nicht mehr, wurde das Buch mit einem Festakt in der St.-Michaelis-Kirche Hamburg vorgestellt und verkauft. Der Erlös kam sozialen Projekten zugute. 15 Jahre später machte Lamot-Bisotti ihre Bibel-Bilder der Hauptkirche „St. Michaelis“ zum Geschenk.
Heidelore Kneffel
Autor: nnz

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