Mo, 06:47 Uhr
12.03.2012
Schwarzbergs Wegwerfgesellschaft (5)
Waren die bisherigen Funde von Bodo Schwarzberg an wilden Müllkippen und deren Details schon haarsträubend, so hätte der Mann nicht gedacht, dass es noch deutliche Steigerungsstufen gibt. Aber: Es gibt sie...
Um so schlimmer finde ich es, dass am bisher zweitgrößten mir bekannt gewordenen Schandfleck dieser Art im neu gegründeten und mit großen Worten eingeweihten Naturpark täglich hunderte Menschen vorbeifahren, wobei unter ihnen bestimmt auch die Täter sowie Kommunalpolitiker und Behördenmitarbeiter sind. Und diese dürften vor Straftaten in offener Landschaft eigentlich nicht die Augen verschließen.
Diesmal geht es mir um ein kleines Gehölz an der Straße Niedersachswerfen - Woffleben und zwar zwischen dieser und den Bahnschienen. Dies- und jenseits der Schienen erstreckt sich auf ca. 60 Metern eine Kloake aller ersten Ranges (siehe Fotos): angefangen bei Eierschalen und Knochen, über Matratzen, nicht mehr geherzte Plüschtiere, Gartenabfälle, eingetütet und nicht eingetütet, bis hin zu ausrangierten Sitzgelegenheiten, Dämmstoffresten und Farbeimern.
Diese Liste ließe sich noch um eine große Zahl an Posten erweitern. Den Gipfel aber stellt wohl eine verrostete Büchse mit Holzlasur dar, die mir noch voll erschien und die ich wegen ihres maroden Zustandes vorsichtshalber nicht öffnete (siehe Fotos). Auf einem Foto ist sie noch halb von Erde bedeckt zu sehen, dann in voller Größe und schließlich mit einigen Textteilen vom Etikett. Dort steht unter anderem zu lesen, dass die sich offenbar noch im Inneren befindliche Flüssigkeit nicht ins Erdreich gelangen darf. - Doch was nützt die Absicherung des Herstellers, wenn der Kunde kein Umweltbewustsein hat und wenn die Zuständigen und die Vorbeifahrenden die Augen verschließen oder zumeist schweigen.
Die Büchse ist dermaßen marode, dass ich die zuständigen Stellen abermals auffordere, etwas Praktisches zu unternehmen. Der Einsatz würde sich übrigens lohnen: Denn neben der Büchse befinden sich am Standort noch weitere Chemikalienbehälter, vor allem mit eingetrockneter Farbe aller Art.
Und wenn wir schon bei dem leidgeprüften Wäldchen sind: Die Straße, die an ihm vorbeiführt, schneidet nicht viel besser ab: Müll im Straßengraben, so weit das Auge reicht. Hoch lebe der Naturpark. Hoch leben die feierlichen Worte.
Zahlreiche Kandidatinnen und Kanditaten bewerben sich gegenwärtig um gut dotierte Posten im Kreis und Kreisstadt: Noch von keinem habe ich etwas über seine Vorstellungen zu der mittlerweile immer mehr Menschen bewegenden Problematik der wilden Müllkippen gehört (siehe nicht nur meine nnz-Beiträge!). Unbequem ist das Thema für sie, da teuer und wenig geeignet, Wähler zu ködern.
Schlimm genug, angesichts der Tatsache, dass wir seit kurzem in einem Naturpark mit entsprechender Verordnung leben. Nun gut, ich lese auch nicht alles und kann in der nnz etwas übersehen, lasse mich auch gern eines Besseren belehren. Aber irgendwo wäre ich bestimmt mal auf das Thema gestoßen, wenn es denn die Bewerber wirklich interessierte. Gerade von den Grünen Darr und Dauert würde ich mir wünschen, dass sie sich dieses urgrünen Themas annehmen.
Und wir werden nicht nachlassen und immer neue Schandflecken in unserem Naturpark veröffentlichen, bis sich etwas sichtbar Nachhaltiges tut. Überlegenswert wäre es zudem, die Kandidaten bis zur Wahl einmal ganz persönlich mit wildem Müll und mit den daraus resultierenden Forderungen zu konfrontieren. Es ist ja noch etwas Zeit bis zur Wahl.
Glauben Sie, liebe nnz-Leser, dass es nicht noch größere wilde Müllkippen im Stadt- und Kreisgebiet gibt? Lassen Sie sich in diesem Fall von der nächsten Folge meiner Reihe "Schwarzbergs Wegwerfgesellschaft" inspirieren. Schlimm jedenfalls, dass sich unsere geliebte Wohlstandgesellschaft so schamlos selbst zur Wegwerfgesellschaft abqualifiziert. Das spricht nicht unbedingt für sie.
Bodo Schwarzberg, BUND
Autor: nnzUm so schlimmer finde ich es, dass am bisher zweitgrößten mir bekannt gewordenen Schandfleck dieser Art im neu gegründeten und mit großen Worten eingeweihten Naturpark täglich hunderte Menschen vorbeifahren, wobei unter ihnen bestimmt auch die Täter sowie Kommunalpolitiker und Behördenmitarbeiter sind. Und diese dürften vor Straftaten in offener Landschaft eigentlich nicht die Augen verschließen.
Diesmal geht es mir um ein kleines Gehölz an der Straße Niedersachswerfen - Woffleben und zwar zwischen dieser und den Bahnschienen. Dies- und jenseits der Schienen erstreckt sich auf ca. 60 Metern eine Kloake aller ersten Ranges (siehe Fotos): angefangen bei Eierschalen und Knochen, über Matratzen, nicht mehr geherzte Plüschtiere, Gartenabfälle, eingetütet und nicht eingetütet, bis hin zu ausrangierten Sitzgelegenheiten, Dämmstoffresten und Farbeimern.
Diese Liste ließe sich noch um eine große Zahl an Posten erweitern. Den Gipfel aber stellt wohl eine verrostete Büchse mit Holzlasur dar, die mir noch voll erschien und die ich wegen ihres maroden Zustandes vorsichtshalber nicht öffnete (siehe Fotos). Auf einem Foto ist sie noch halb von Erde bedeckt zu sehen, dann in voller Größe und schließlich mit einigen Textteilen vom Etikett. Dort steht unter anderem zu lesen, dass die sich offenbar noch im Inneren befindliche Flüssigkeit nicht ins Erdreich gelangen darf. - Doch was nützt die Absicherung des Herstellers, wenn der Kunde kein Umweltbewustsein hat und wenn die Zuständigen und die Vorbeifahrenden die Augen verschließen oder zumeist schweigen.
Die Büchse ist dermaßen marode, dass ich die zuständigen Stellen abermals auffordere, etwas Praktisches zu unternehmen. Der Einsatz würde sich übrigens lohnen: Denn neben der Büchse befinden sich am Standort noch weitere Chemikalienbehälter, vor allem mit eingetrockneter Farbe aller Art.
Und wenn wir schon bei dem leidgeprüften Wäldchen sind: Die Straße, die an ihm vorbeiführt, schneidet nicht viel besser ab: Müll im Straßengraben, so weit das Auge reicht. Hoch lebe der Naturpark. Hoch leben die feierlichen Worte.
Zahlreiche Kandidatinnen und Kanditaten bewerben sich gegenwärtig um gut dotierte Posten im Kreis und Kreisstadt: Noch von keinem habe ich etwas über seine Vorstellungen zu der mittlerweile immer mehr Menschen bewegenden Problematik der wilden Müllkippen gehört (siehe nicht nur meine nnz-Beiträge!). Unbequem ist das Thema für sie, da teuer und wenig geeignet, Wähler zu ködern.
Schlimm genug, angesichts der Tatsache, dass wir seit kurzem in einem Naturpark mit entsprechender Verordnung leben. Nun gut, ich lese auch nicht alles und kann in der nnz etwas übersehen, lasse mich auch gern eines Besseren belehren. Aber irgendwo wäre ich bestimmt mal auf das Thema gestoßen, wenn es denn die Bewerber wirklich interessierte. Gerade von den Grünen Darr und Dauert würde ich mir wünschen, dass sie sich dieses urgrünen Themas annehmen.
Und wir werden nicht nachlassen und immer neue Schandflecken in unserem Naturpark veröffentlichen, bis sich etwas sichtbar Nachhaltiges tut. Überlegenswert wäre es zudem, die Kandidaten bis zur Wahl einmal ganz persönlich mit wildem Müll und mit den daraus resultierenden Forderungen zu konfrontieren. Es ist ja noch etwas Zeit bis zur Wahl.
Glauben Sie, liebe nnz-Leser, dass es nicht noch größere wilde Müllkippen im Stadt- und Kreisgebiet gibt? Lassen Sie sich in diesem Fall von der nächsten Folge meiner Reihe "Schwarzbergs Wegwerfgesellschaft" inspirieren. Schlimm jedenfalls, dass sich unsere geliebte Wohlstandgesellschaft so schamlos selbst zur Wegwerfgesellschaft abqualifiziert. Das spricht nicht unbedingt für sie.
Bodo Schwarzberg, BUND

























