Mo, 08:28 Uhr
05.03.2012
Schwarzbergs Wegwerfgesellschaft (4)
Wieder einmal war nnz-Leser Bodo Schwarzberg in der Landschaft unterwegs. Und wieder stieß er auf illegale Müllkippen. Auch auf solche, über die wir bereits vor fast drei Monaten berichtet hatten. Getan hatte sich seitdem nichts...
Es stinkt zum Himmel! Während Herr Jendricke am liebsten mit neuen Straßenbahnschienen wohl eine Menge alter Bäume aufs Spiel setzen will, versinkt das Eingemeindungsgebiet rund um die Kernstadt Nordhausen immer mehr im wilden Müll. Kaum einen Feldweg in Straßennähe gibt es noch ohne diese Hinterlassenschaften unserer fragwürdigen Wohlstandsgesellschaft. Und immermehr Bügern stößt dies sauer auf, wie erst jüngst der Beitrag eines anderen nnz-Lesers zeigte.
Am 19. November bereits machte ich die Leserschaft der nnz mit einer wegbegleitenden Kippe am Weg von der Straße Buchholz-Steigerthal in Richtung Singerberg aufmerksam. Unter anderem entdeckte ich einen kleinen Kanister mit Altöl, den ich am nächsten Tag selbst zur Entsorgung in eine Autowerkstatt brachte. Meine Hoffnung indes, dass die verantwortlichen Behörden der Stadt zunächst einmal diese illegale Ablagerungsstätte beräumen lassen würden, war umsonst.
Bei einer Kontrolle am Sonnabend fand ich den gesamten anderen Müll noch immer vor. - Und es scheint weiterer hinzugekommen zu sein: Ich entdeckte u.a. mehrere große Farbtöpfe samt noch flüssigem Inhalt, die Ruine eines Fernsehgerätes, Reifen und weitere Behältnisse mit warnenden Aufschriften.
Insbesondere einige Reifen müssen schon länger vor Ort liegen - ein Moosbesatz weist daraufhin. Daraus ist zu schlussfolgern, dass sich wohl schon seit mehreren Jahren niemand in der Stadt oder den betreffenden Gemeinden verantwortlich zu fühlen scheint - nicht einmal der Landwirt, der nebenan sein Feld bestellt.
Blind ist man offenbar stets auf den Augen, auf denen man nicht sehen will. Straftaten werden nur dort verfolgt, wo sie schnell die städtischen Kassen klingeln lassen. Die Beseitigung von illegalem Müll indes kostet nur Geld, was ja bekanntlich für andere, aber nicht immer auch wichtigere Dinge eingesetzt wird.
Natürlich ist es attraktiver für einen Wahlkämpfer, die Bevölkerung mit fragwürdigen Infrastrukturprojekten zu ködern, statt sich solch unbequemen Wahrheiten wie der desaströsen illegalen Entdorgung von Chemikalien auseinanderzusetzen.
Diese Ignoranz aber darf nicht hingenommen werden.
Ich fordere die Wahlkämpfer auf, sich dieses drängenden Problems öffentlich vernehmbar zuzuwenden und die Stadt fordere ich auf, die hier gezeigte Kippe und danach die hunderten anderen zu beseitigen. Elektroschrott enthält Schwermetalle wie Kadmium, die ins Grundwasser gelangen und in den Nahrungs- und Verbrauchsketten bis hin zum Menschen Schäden anrichten können. Und auch Farbtöpfe werden irgendwann morsch und entlassen ihren Inhalt in die Umwelt. Der Kippe benachbart befindet sich, wie schon benannt, auf der einen Seite ein Acker und auf der anderen Seite das Naturschutzgebiet Alter Stolberg.
Ignoranz, liebe Wahlkämpfer und liebe Stadt aber darf sich nicht lohnen, für die Verursacher ebensowenig, wie für die für die Beseitigung Verantwortlichen. Lassen Sie nicht zu, dass Straftaten einfach so geschehen können und geduldet werden. Dafür sind Sie nämlich, und das nicht nur zwischen Bahnhof und Krankenhaus, zuständig.
Letzteres betrifft übrigens auch die Aufklärung der Bevölkerung. Viele wissen noch immer nicht, dass auch gefährlicher Sondermüll kostenlos bei den Annahmestellen abgegeben werden kann. Hier wünsche ich mir mehr hilfreiches Material im Briefkasten.
Vielleicht würde ja mal eine spektakuläre Aktion helfen? Sollte sich nicht wirklich etwas tun, könnte man ja den einen oder anderen Kanister mit Altöl aus dem feierlich eingeweihten Naturpark mal in einer varantwortlichen Schreibstube medienwirksam abgeben. Weitere Fotos von anderen Kippen rund um die Stadt folgen in Kürze.
Bodo Schwarzberg, Mitglied BUND
Autor: nnzEs stinkt zum Himmel! Während Herr Jendricke am liebsten mit neuen Straßenbahnschienen wohl eine Menge alter Bäume aufs Spiel setzen will, versinkt das Eingemeindungsgebiet rund um die Kernstadt Nordhausen immer mehr im wilden Müll. Kaum einen Feldweg in Straßennähe gibt es noch ohne diese Hinterlassenschaften unserer fragwürdigen Wohlstandsgesellschaft. Und immermehr Bügern stößt dies sauer auf, wie erst jüngst der Beitrag eines anderen nnz-Lesers zeigte.
Am 19. November bereits machte ich die Leserschaft der nnz mit einer wegbegleitenden Kippe am Weg von der Straße Buchholz-Steigerthal in Richtung Singerberg aufmerksam. Unter anderem entdeckte ich einen kleinen Kanister mit Altöl, den ich am nächsten Tag selbst zur Entsorgung in eine Autowerkstatt brachte. Meine Hoffnung indes, dass die verantwortlichen Behörden der Stadt zunächst einmal diese illegale Ablagerungsstätte beräumen lassen würden, war umsonst.
Bei einer Kontrolle am Sonnabend fand ich den gesamten anderen Müll noch immer vor. - Und es scheint weiterer hinzugekommen zu sein: Ich entdeckte u.a. mehrere große Farbtöpfe samt noch flüssigem Inhalt, die Ruine eines Fernsehgerätes, Reifen und weitere Behältnisse mit warnenden Aufschriften.
Insbesondere einige Reifen müssen schon länger vor Ort liegen - ein Moosbesatz weist daraufhin. Daraus ist zu schlussfolgern, dass sich wohl schon seit mehreren Jahren niemand in der Stadt oder den betreffenden Gemeinden verantwortlich zu fühlen scheint - nicht einmal der Landwirt, der nebenan sein Feld bestellt.
Blind ist man offenbar stets auf den Augen, auf denen man nicht sehen will. Straftaten werden nur dort verfolgt, wo sie schnell die städtischen Kassen klingeln lassen. Die Beseitigung von illegalem Müll indes kostet nur Geld, was ja bekanntlich für andere, aber nicht immer auch wichtigere Dinge eingesetzt wird.
Natürlich ist es attraktiver für einen Wahlkämpfer, die Bevölkerung mit fragwürdigen Infrastrukturprojekten zu ködern, statt sich solch unbequemen Wahrheiten wie der desaströsen illegalen Entdorgung von Chemikalien auseinanderzusetzen.
Diese Ignoranz aber darf nicht hingenommen werden.
Ich fordere die Wahlkämpfer auf, sich dieses drängenden Problems öffentlich vernehmbar zuzuwenden und die Stadt fordere ich auf, die hier gezeigte Kippe und danach die hunderten anderen zu beseitigen. Elektroschrott enthält Schwermetalle wie Kadmium, die ins Grundwasser gelangen und in den Nahrungs- und Verbrauchsketten bis hin zum Menschen Schäden anrichten können. Und auch Farbtöpfe werden irgendwann morsch und entlassen ihren Inhalt in die Umwelt. Der Kippe benachbart befindet sich, wie schon benannt, auf der einen Seite ein Acker und auf der anderen Seite das Naturschutzgebiet Alter Stolberg.
Ignoranz, liebe Wahlkämpfer und liebe Stadt aber darf sich nicht lohnen, für die Verursacher ebensowenig, wie für die für die Beseitigung Verantwortlichen. Lassen Sie nicht zu, dass Straftaten einfach so geschehen können und geduldet werden. Dafür sind Sie nämlich, und das nicht nur zwischen Bahnhof und Krankenhaus, zuständig.
Letzteres betrifft übrigens auch die Aufklärung der Bevölkerung. Viele wissen noch immer nicht, dass auch gefährlicher Sondermüll kostenlos bei den Annahmestellen abgegeben werden kann. Hier wünsche ich mir mehr hilfreiches Material im Briefkasten.
Vielleicht würde ja mal eine spektakuläre Aktion helfen? Sollte sich nicht wirklich etwas tun, könnte man ja den einen oder anderen Kanister mit Altöl aus dem feierlich eingeweihten Naturpark mal in einer varantwortlichen Schreibstube medienwirksam abgeben. Weitere Fotos von anderen Kippen rund um die Stadt folgen in Kürze.
Bodo Schwarzberg, Mitglied BUND
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
















