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So, 07:18 Uhr
04.03.2012

Martin Höfer: "Einkaufen im Stau"

"Normalerweise muss man sich mühen, wenn man ein Kabarettprogramm aufbauen will. In unserer Stadt ist das anders, hier klappt das ohne ein Ringen um Gags oder Pointen." Dieser Meinung ist der liberale OB-Kandidat Martin Höfer...


Verkehrspolitik unter der Regie einer achtzehn Jahre dauernden SPD-Regierung in Nordhausen. Nur mal ein Beispiel: Eine vierspurige Hauptverkehrsstraße, die Nord-Süd Achse dieser „Metropole“ wollte man so nicht mehr haben (die Rautenstraße). Die Verkehrsströme sollten andere Wege suchen und finden. Also entschied man sich mit Architekten aus offensichtlich anderen Gegenden und fremden Welten, wir gestalten diese Trasse um. Aus der vierspurigen Straße machen wir eine zweispurige Straße.

Um jedes Überholen unmöglich zu machen begrünen wir die Mitte. Rechts und links darf dann geparkt werden dort wo früher Fahrbahn war, und wir pflanzen Bäume, bauen kleine nette Einparkhürden in Form von Minibordsteinkanten und Stahlstehlen als kleine Extrazugabe.

Die schnelle medizinische Hilfe oder andere eilige Fahrzeuge, wie die Feuerwehr kommen nun auch nicht mehr durch. Am jeweiligen Ende dieser Hauptverkehrsachse bauen wir noch einen Kreisel, weil durch den Kreisel die Straßenbahn fahren muss, gönnen wir uns noch eine kleine Ampel, die den Kreisel sperrt wenn die Bahn dann kommt. Jetzt kommt die Steigerung, direkt hinter dem Kreisel, also wenn die Ampel nicht mehr rot anzeigt, ist jeweils an jedem Ende dieser Hauptverkehrsachse noch eine klitzekleine Straßenbahnhaltestelle, wo die Straßenbahn dann auch immer hält! Eben genau so, wie sich der Straßenverkehr trotz nicht mehr roter Ampel nun wieder fröhlich stauen darf.

Jetzt könnte man sagen na und, da müssen die Autofahrer sich eben andere Wege suchen. Machen sie aber nicht.

Die Krönung einer ausgewogenen Pfiffigkeit ist allerdings die Tatsache, dass genau an das eine Ende, dieser vom Stau gesegneten Straße ein Einkaufstempel errichtet werden soll, mit einem entsprechend großen Parkhaus.

Böse Zungen sagen allerdings, das Parkhaus sei nicht nötig, da man für die Dauer des konstanten Autoverkehrsstaus durchaus die Zeit findet, in diesem zukünftigen Tempel einzukaufen. Man kann das Auto beruhigt im Stau stehen lassen, aussteigen, einkaufen und wieder einsteigen, es wird sich an der Verkehrssituation nichts geändert haben, während der Dauer des Einkaufs.

In diesem Sinne weiterhin fröhlich bleiben!
Martin Höfer
Autor: nnz

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Kommentare
G. Meskalowski
04.03.2012, 09:23 Uhr
auf diese weise
bekommt man auch eine ziemlich große verkehrsberuhigte zone. da muss ich dem martin recht geben. dann kann man ja noch auf die ortseingangsschilder unter HOCHSCHULSTADT noch STADT DES RUHENDEN VERKEHRS setzen.
ein schönes restwochenende
meiner meinung nach
04.03.2012, 16:53 Uhr
man kann über vieles meckern...
...aber die Rautenstrasse hat echt gewonnen, so wie sie ist... Leider fehlen dort mehr schöne Geschäfte, aber das hat andere Gründe! Vorher war sie wirklich hässlich. Mit einem gut ausgebauten öffentlichen Nahverkehr ist es nur logisch den Autoverkehr dort zu reduzieren... So groß sind die Distanzen ja nicht in dieser Stadt! Auch wenn es sicher einige günstigere Lösungen für bestimmte Kreuzungen gäbe, die den Verkehrsfluss optimieren würden. Aber lieber Herr Höfer, als ehemaliger Großstädter sage ich Ihnen: Stau ist definitiv was anderes! Aber irgendwomit muß sich ja auch die kleine und unscheinbare FDP im lokalen Wahlkampf bemerkbar machen!
Hans Dittmar
04.03.2012, 18:28 Uhr
Verkehrsproblem Nordhausen
Die Rautenstraße hat tatsächlich an Ansehen gewonnen, verkehrstechnisch verloren!
Die Fahrbahn ist zu schmal! Einparkende Fahrzeuge haben Probleme mit den Steinquadern und den von Herrn Höfer erwähnten Stahlpfosten. Beim Aus- oder einsteigen muß man wirklich aufpassen, dass einen nicht der Ar... abgefahren wird. Selbst das Queren der Fahrbahnen ist gefährlich, da die meisten hier wirklich hoch und rundern rasen. In diesen Bereich wäre vermutlich 30km/h sinnvoll. Die Haltestelle Rathaus, ist eigentlich das Haupthindernis der gesamten Strecke. Wäre hier die Situation wie in der Höhe Theater, das Fahrzeuge im Schritt an stehenden Straßenbahnen vorbeifahren könnten, würde die Situation schon entschärfen. Natürlich müßte die Haltestelle vom Kreisel weiter weg.
Aber die Zukunft wird es wohl zeigen, ob hier die Stadtverwaltung reagieren muß.
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