Mo, 11:48 Uhr
27.02.2012
Die Pflanze von nebenan (4)
Bereits in einem milden Januar können sich die Blüten einer Art öffnen, die nur den wenigsten Lesern bekannt sein dürfte. In der vierten Folge meiner Reihe Die Pflanze von nebenan möchte Bodo Schwarzberg Ihnen den Felsen-Goldstern mit dem schönen wissenschaftlichen Namen Gagea bohemica ssp. saxatilis vorstellen.
Der Böhmische oder Felsen-Goldstern (Gagea bohemica ssp. saxatilis) öffnet auf einem sandigen Hügel an der Saale nördlich von Halle am 25.2.2012 für wenige Tage seine leuchtend gelben Blüten. (Foto: Schwarzberg).
Der Böhmische oder Felsen-Goldstern fällt durch seine im Vergleich zu seiner Kleinheit recht großen, leuchtend gelben Blüten und durch seine lockig gedrehten (sehr dünnen, grasartigen) Grundblätter auf.
Er besiedelt lückige und kurzgrasige Trockenrasen sowie Felsfluren über trockenen, basenreichen, kalk- und nährstoffarmen Stein- und Gipsböden warmer Lagen (siehe ZÜNDORF und andere: Flora von Thüringen, 2006). In Thüringen kommt er mit nur zwei Ausnahmen ausschließlich im Kyffhäusergebiet vor.
Dazu ist der Freistaat eines der Verbreitungszentren dieser Art innerhalb Deutschlands, wo laut floraweb.de zwischen 33 und 75% des Weltbestandes siedeln.
Daraus ergibt sich eine sehr große Verantwortung Deutschlands für die Erhaltung dieser zur Familie der Liliengewächse zählenden Zwiebelpflanze.
In Thüringen gilt die Art als stark gefährdet (Rote Liste 2, in Deutschland als gefährdet (Rote Liste 3). Sie kommt in sieben Bundesländern vor, wo sie durch Rohstoffabbau, Betreten und Befahren, fehlende Beweidung und Nährstoffanreicherung meist stark gefährdet oder vom Aussterben bedroht ist.
Literatur: ZÜNDORF, H.J., GÜNTHER, K.-F., KORSCH, H., WESTHUS, W. (2006) Flora von Thüringen. Jena.
Autor: nnzDer Böhmische oder Felsen-Goldstern (Gagea bohemica ssp. saxatilis) öffnet auf einem sandigen Hügel an der Saale nördlich von Halle am 25.2.2012 für wenige Tage seine leuchtend gelben Blüten. (Foto: Schwarzberg).
Der wirklich erste Frühblüher!
Den meisten Menschen wird diese kleinste aller heimischen Goldstern-Arten gar nicht auffallen. Erstens, weil sie zu einer Zeit blühten kann , wo manche Menschen noch nicht einmal nach den Schneeglöckchen schauen, zum Zweiten, weil sie nur zwischen drei und fünf Zentimetern groß wird, zum Dritten, weil sie so überaus selten ist und schließlich, weil sie nur für sehr kurze Zeit blüht..Der Böhmische oder Felsen-Goldstern fällt durch seine im Vergleich zu seiner Kleinheit recht großen, leuchtend gelben Blüten und durch seine lockig gedrehten (sehr dünnen, grasartigen) Grundblätter auf.
Er besiedelt lückige und kurzgrasige Trockenrasen sowie Felsfluren über trockenen, basenreichen, kalk- und nährstoffarmen Stein- und Gipsböden warmer Lagen (siehe ZÜNDORF und andere: Flora von Thüringen, 2006). In Thüringen kommt er mit nur zwei Ausnahmen ausschließlich im Kyffhäusergebiet vor.
Dazu ist der Freistaat eines der Verbreitungszentren dieser Art innerhalb Deutschlands, wo laut floraweb.de zwischen 33 und 75% des Weltbestandes siedeln.
Daraus ergibt sich eine sehr große Verantwortung Deutschlands für die Erhaltung dieser zur Familie der Liliengewächse zählenden Zwiebelpflanze.
In Thüringen gilt die Art als stark gefährdet (Rote Liste 2, in Deutschland als gefährdet (Rote Liste 3). Sie kommt in sieben Bundesländern vor, wo sie durch Rohstoffabbau, Betreten und Befahren, fehlende Beweidung und Nährstoffanreicherung meist stark gefährdet oder vom Aussterben bedroht ist.
Literatur: ZÜNDORF, H.J., GÜNTHER, K.-F., KORSCH, H., WESTHUS, W. (2006) Flora von Thüringen. Jena.


