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Sa, 06:36 Uhr
25.02.2012

nnz-Forum: Der Streit um die Kita-Gebühren

Man liest die Artikel und Diskussionsbeiträge dazu in der nnz und irgendwie kommt nach der Freude darüber, rein altersmäßig „nicht mehr zuständig“ zu sein, das vollkommene Unverständnis auf. So die Meinung eines Lesers dieser Zeitung...


Unverständnis nicht für die Diskussionsbeiträge, wo jedes einzelne Argument für sich zu akzeptieren ist. Die Überprüfung der Argumente ohne Akteneinsicht bei den Verwaltungen wäre dem Wunsch mancher Fußballfans gleichzusetzen, ein Spiel zu pfeifen, was sie nicht gesehen haben. Demzufolge halte ich mich da raus.

Kita-Gebühren zu berechnen, dürfte mit Grundkenntnissen in Mathematik nicht sonderlich schwer sein. Betriebskosten minus aller gesetzlichen Zuschüsse ergeben den Elternbeitrag. Diesen geteilt durch die Anzahl der vorhandenen Plätze ergeben den Beitrag pro Kind. Das dieser Beitrag noch nach dem Alter des Kindes entsprechend dem mehr oder weniger großen Betreuungsaufwand zu staffeln ist, ist auch noch verständlich.

Für eine Staffelung nach dem Einkommen der Eltern fehlt mir allerdings jedes Verständnis. Der Betreuungsaufwand ist vom Einkommen der Eltern vollkommen unabhängig. Das ist doch der Knackpunkt.

Will man sich Diskussionen in die Kita´s holen wie: „Ich zahle für meinen gleichaltrigen Paul viel mehr als Meier für seine Lisa. Also müssen Sie sich auch um Paul mehr kümmern.“?

Will man den flinken und fleißigen Arbeitnehmer (früher hierzulande mal Werktätiger genannt) X, der die gleiche Tätigkeit wie der etwas langsamere Arbeitnehmer Y ausübt, aber ständig 110% erreicht und deshalb etwas mehr Geld als Y verdient, über die Kita-Gebühren zum 2. Mal nach der Lohnsteuer und den anderen Abgaben für seinen Fleiß bestrafen?

Das kann doch wohl nur als vollkommen falscher Ansatz bezeichnet werden. Wo das Einkommen der Eltern für realistisch berechnete Kita-Gebühren nicht ausreicht, muss auf sinnvolle Weise ein sozialer Ausgleich geschaffen werden. Das dem Gesetzgeber ausreichend begreiflich zu machen, ist die Aufgabe unserer Kommunalpolitiker.

Die FDP war mal mit dem Wahlslogan angetreten: „Leistung muss sich wieder lohnen.“ Falsch! Leistung muss sich immer lohnen. Wer das nicht beachtet, breitet die viel gescholtene soziale Hängematte so richtig schön aus.

Wer Kita-Beiträge nach dem Einkommen der Eltern staffelt, muss eines Tages auch die Preise für Brot und Butter nach dem Einkommen staffeln. Das heißt, eigentlich müsste er damit sogar anfangen.
Jürgen Wiethoff, Nordhausen
Autor: nnz

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Kommentare
esreicht2012
25.02.2012, 12:14 Uhr
Recht so!!!
Sehr geehrter Herr Jürgen Wiethoff,

Sie sprechen mir aus der Seele. Endlich mal ein Beitrag der den Nagel auf den Kopf trifft. Das Argument das eine Gehaltsunabhängige Staffelung der Kitabeiträge unsozial sind sollte doch nicht das Problem der Eltern sein. Wenn beispielsweise ein Elternpaar knapp die geplanten 4000€ Haushaltseinkommen übersteigt und 2 Kinder in einer Kita betreuen lässt, kommen incl. Essengeld, z.B. beim Jugendsozialwerk, locker über 500€/Monat an Beiträgen zusammen. Diese Familie hätte unterm Strich am Ende des Monats weniger Geld in der Haushaltskasse als bei der Gehaltsunabhängigen Staffelung. Hier würden mal wieder die Paare bestraft die arbeiten gehen und Steuern zahlen (und somit eh schon bedürftige Mitmenschen unterstützen...). Das wäre mal wieder typisch für den Sozialismus den wir teilweise hier in Deutschland haben.
Dick
25.02.2012, 13:57 Uhr
So sehe ich das auch!!!
Jeder in Deutschland bekommt unabhängig vom Einkommen für jedes seiner Kinder Kindergeld gezahlt. Momentan 184 Euro fürs 1. Kind, 184 Euro fürs 2. Kind, 190 Euro fürs 3. Kind und 215 Euro für jedes weitere Kind. Von daher sollten auch alle - unabhängig vom Einkommen - einen gleich hohen Beitrag für die Kinderbetreuung zahlen müssen. Das wäre in meinen Augen gerecht!! Und mit Blick zu unseren vergleichbaren Nachbarn (z. B. Bleicherode und Sondershausen) funktioniert das prima.
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