Fr, 12:10 Uhr
10.10.2003
Arbeitskreis erwartet Entscheidungen
Nordhausen (nnz). Das Landesbergamt hatte entschieden, Probebohrungen im Bereich des Winkelberges zuzulassen. Dagegen hat die Stadt Nordhausen Rechtsmittel eingelegt und wird nun auch vom Arbeitskreis Gipskarst Südharz unterstützt.
Der Arbeitkreis begrüßt die Position der Stadt und bittet die Bürger, sich am Aufruf von Andreas Wieninger zu beteiligen und ihren Protest an das Landesbergamt zu schreiben. Mit der Entscheidung des Landesbergamtes gegen die städtischen Interessen wird die Stadt quasi entmündigt, so Gabriela Sennecke, die Vorsitzende des Arbeitskreises, im Gespräch mit der nnz. Städtische Planungen, aber auch die Festsetzung der Nutzungsinteressen im Regionalen Raumordnungsplan (RROP) Nordthüringen für den Bereich des Gipskarstes werden von der für die Raumplanung zuständigen Behörde und vom Landesbergamt ignoriert.
Ein öffentliches Interesse für das geplante Abbauvorhaben besteht nicht, da im RROP mittelfristig ausreichend Flächen für Rohstoffgewinnung und Rohstoffsicherung von Anhydrit und Gips ausgewiesen wurden. Vielmehr steht dem öffentlichen Interesse der Erhaltung der nahezu unzerstörten typischen Gipskarstlandschaft mit ihrer einmaligen Naturausstattung sowie deren Nutzung als Erholungsgebiet ein privat-wirtschaftliches Interesse eines einzelnen Unternehmens gegenüber, argumentiert Sennecke weiter.
Letztlich seien die beabsichtigten Aufsuchungsbohrungen eine vorbereitende Maßnahme für das geplante Abbauvorhaben am Winkelberg. Daher gelte es, Stärke zu zeigen, um den Bereich Rüdigsdorfer Schweiz/Harzfelder Holz auch für die nachfolgenden Generationen zu erhalten und zu sichern. Der Bedarf am Rohstoff Gips sei aufgrund der Situation in der Bauwirtschaft rückläufig und Alternativen gebe es genug. REA-Gips, der zu mehreren Millionen Tonnen auf Halde liegt und sofort verfügbar ist, könne den Naturgips in nahezu allen Bereichen ersetzen.
Der Einsatz nachwachsender Rohstoffe gerade am Bau könne den Naturgipsbedarf reduzieren und am Kohnstein, der als Vorranggebiet zur Rohstoffgewinnung ausgewiesen ist, liegen die Ressourcen mit der Schließung des Unternehmens brach und etwa 120 Beschäftigte hätten ihren Arbeitsplatz verloren. Es ist nicht zu akzeptieren, dass in Gebieten, wie dem Kohnstein, der mit hohem Fördermittelanteil infrastrukturell erschlossen wurde, Rohstoffe für 40 bis 60 Jahre lagern und an anderer Stelle neue Tagebaue aufgeschlossen werden sollen, um Interessen einzelner Unternehmen zu befriedigen. Von Erfurt erwarten wir endlich Entscheidungen im Interesse der im Südharz lebenden Menschen. Mit Lippenbekenntnissen werden wir uns nicht mehr zufrieden geben, meint Gabriela Sennecke abschließend.
Autor: nnzDer Arbeitkreis begrüßt die Position der Stadt und bittet die Bürger, sich am Aufruf von Andreas Wieninger zu beteiligen und ihren Protest an das Landesbergamt zu schreiben. Mit der Entscheidung des Landesbergamtes gegen die städtischen Interessen wird die Stadt quasi entmündigt, so Gabriela Sennecke, die Vorsitzende des Arbeitskreises, im Gespräch mit der nnz. Städtische Planungen, aber auch die Festsetzung der Nutzungsinteressen im Regionalen Raumordnungsplan (RROP) Nordthüringen für den Bereich des Gipskarstes werden von der für die Raumplanung zuständigen Behörde und vom Landesbergamt ignoriert.
Ein öffentliches Interesse für das geplante Abbauvorhaben besteht nicht, da im RROP mittelfristig ausreichend Flächen für Rohstoffgewinnung und Rohstoffsicherung von Anhydrit und Gips ausgewiesen wurden. Vielmehr steht dem öffentlichen Interesse der Erhaltung der nahezu unzerstörten typischen Gipskarstlandschaft mit ihrer einmaligen Naturausstattung sowie deren Nutzung als Erholungsgebiet ein privat-wirtschaftliches Interesse eines einzelnen Unternehmens gegenüber, argumentiert Sennecke weiter.
Letztlich seien die beabsichtigten Aufsuchungsbohrungen eine vorbereitende Maßnahme für das geplante Abbauvorhaben am Winkelberg. Daher gelte es, Stärke zu zeigen, um den Bereich Rüdigsdorfer Schweiz/Harzfelder Holz auch für die nachfolgenden Generationen zu erhalten und zu sichern. Der Bedarf am Rohstoff Gips sei aufgrund der Situation in der Bauwirtschaft rückläufig und Alternativen gebe es genug. REA-Gips, der zu mehreren Millionen Tonnen auf Halde liegt und sofort verfügbar ist, könne den Naturgips in nahezu allen Bereichen ersetzen.
Der Einsatz nachwachsender Rohstoffe gerade am Bau könne den Naturgipsbedarf reduzieren und am Kohnstein, der als Vorranggebiet zur Rohstoffgewinnung ausgewiesen ist, liegen die Ressourcen mit der Schließung des Unternehmens brach und etwa 120 Beschäftigte hätten ihren Arbeitsplatz verloren. Es ist nicht zu akzeptieren, dass in Gebieten, wie dem Kohnstein, der mit hohem Fördermittelanteil infrastrukturell erschlossen wurde, Rohstoffe für 40 bis 60 Jahre lagern und an anderer Stelle neue Tagebaue aufgeschlossen werden sollen, um Interessen einzelner Unternehmen zu befriedigen. Von Erfurt erwarten wir endlich Entscheidungen im Interesse der im Südharz lebenden Menschen. Mit Lippenbekenntnissen werden wir uns nicht mehr zufrieden geben, meint Gabriela Sennecke abschließend.

