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Mi, 07:28 Uhr
15.02.2012

Marokko 2012 (1)

Das Marokkoprojekt 2012 ist für die Jugendlichen der Therapeutischen Wohngruppe Osterode, einer Einrichtung des Nordhäuser JugendSozialwerks eine interkulturelle Begegnung auf erlebnispädagogischer Basis. In der nnz berichten sie in einer Art Reisetagebuch über ihre Erlebnisse und Eindrücke...


Auf nach Marokko (Foto: privat) Auf nach Marokko (Foto: privat) Insgesamt werden sechs Jugendliche im Alter von 15 bis 17 Jahren während des sechswöchigen Aufenthaltes einzigartige Erfahrungen sammeln und unter anderem auch Entwicklungshilfe leisten. Sie werden das Land nicht als Touristen entdecken, sondern als Partner.

In diesem Projekt, das noch bis zum 9. März andauern wird, sollen sozialpädagogische Ansätze mit der Zielstellung einer positiven Persönlichkeitsentwicklung verbunden werden. In diesem Zusammenhang werden alle adäquaten Mittel genutzt, welche den Jugendlichen helfen sich selbst zu akzeptieren und durch den Aufbau und die Stärkung des Selbstwertgefühls und Selbstvertrauens die eigene Leistungsfähigkeit zu entdecken.

Wesentlicher Bestandteil sollte sein, dass die Jugendlichen in der Lage sind sich in die Beziehungsstrukturen der Umwelt einzuordnen. In diesem Zusammenhang werden unterschiedliche Stationen der Reise ausschlaggebend sein, welche Anstrengungen von jedem einzelnen Jugendlichen abverlangen.

Die Vorbereitung der Reise beinhaltete wesentliche organisatorische Fragen, welche alle Teilnehmer einbezog. Dieses Praxisfeld fand auf dem Gelände der Therapeutischen Wohngruppe in Osterode statt und dauerte etwa drei Monate. Hierzu gehörte, in Verbindung mit einem Einführungsseminar, die Vermittlung von Grundkenntnissen über das Land Marokko, die dortigen Traditionen und Bräuche sowie ein Erfahrungsaustausch mit Jugendlichen, die dieses Land bereits bereist haben.

Von jedem Jugendlichen wurde dabei eine selbständige Vorbereitung auf die fremde Kultur und ein reges Interesse während des Vorbereitungsseminars erwartet. Die Jugendlichen sollten sich selbst Aufgaben wählen, aktiv mitgestalten und freiwilliges Engagement zeigen. Hierbei ging es explizit um notwendige Einkäufe, die Erstellung von Reiselisten und die Vollständigkeit der Reisedokumente. An dieser Stelle war es wichtig bei der Planung und Durchführung den zeitlichen Rahmen zu berücksichtigen und Vorgehensweisen und Methoden auf ihre Effektivität zu prüfen. Das Wesentliche hierbei war, zu den alltäglichen Aufgaben die Fähigkeit und Bereitschaft zu besitzen die zusätzlichen Anforderungen zu bewältigen.

Die Fahrt nach Marokko, welche wir mit dem Kleinbus zurücklegen, ist geprägt durch zahlreiche Eindrücke fremder Länder und Landschaften. Während dieser Reise übernachten wir z. T. in Zelten und versorgen uns selbst. Die Anreise nach Marokko wird 5 Tage unserer Reisezeit in Anspruch nehmen, in welcher wir auf engsten Raum beieinander sind. Das gedankliche und emphatische Einleben in andere Personen ist dabei wesentlich.

Bereits bei der Ankunft an unserer ersten Station in Marokko sollen die Jugendlichen Rituale anderer Kulturen kennenlernen und eine Akzeptanz dem gegenüber entwickeln. Sie sollen über das Gesehene und Erlebte erzählen. Das Erzählen bildet einen Großteil der Gespräche und Unterhaltungen im Alltag. Sie erhöhen die Anschaulichkeit von Informationen und können sogar Überzeugungsprozesse unterstützen.

Während der Arbeit kommen ungewöhnliche Belastungen auf unsere Jugendlichen zu. Das Arbeiten in Marokko erfordert ein ungewohntes Denken, da häufig durch mangelnde Arbeitsmaterialien improvisiert werden muss. Während des Arbeitens lernen unsere Jugendlichen die Jungen eines Kinderheims in Marrakesch kennen, hierbei ist Rücksichtnahme unabdingbar. Ein angemessenes Handeln und das Einleben in eine andere Kultur sind weitere Faktoren, welche bei der Arbeit berücksichtigt werden müssen, um das Allgemeinwohl im Auge zu behalten. Die Gruppe wird in diesem Jahr einen Basketballplatz zu Gunsten des oben genannten Jungenheimes bauen.

Unsere Jugendlichen sollen befähigt werden, mit Marokkanern in Kontakt zu treten, sei es verbal oder nonverbal. Durch das Kennenlernen der fremden Lebensweise sollen Verhalten und Ansichten anderer Kulturkreise besser eingeordnet werden können. Ein einfühlsamer und respektvoller Umgang ist dabei unverzichtbar, auch wenn dabei Grenzen der eigenen Toleranz erreicht werden. Hierbei müssen sich die Jugendlichen selbst kontrollieren können und gegebenenfalls bremsen, indem sie ihre eigenen Bedürfnisse zurückstellen.

Die Rückkehr nach Osterode bildet den Abschluss unserer aufregenden Reise. Zu diesem Zeitpunkt legen wir abschließend Wert auf die Reflexionsfähigkeit unserer Jugendlichen. Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Kulturen und Gesellschaften werden besprochen, Situationen rekapituliert.

Ein weiterer zentraler Aspekt der Rückkehr wird die Erleichterung sein, die Reise bewältigt und den Anforderungen Stand gehalten zu haben sowie sich selbst anders wahrnehmen zu können. Durch die Erkenntnis, eine schwierige Aufgabe – die sechswöchige Reise nach Marokko - erfolgreich bewältigt zu haben wird zudem das Selbstbewusstsein der Jugendlichen gestärkt.
Wir bedanken uns bei der Apotheke „Am Theater“ für das Sponsoring der Basketbälle- und netze sowie für die Reiseapotheke. Außerdem bedanken wir uns bei der „Medien & Marketing Agentur“ Nordhausen für die Vergünstigungen der Marokko-T-Shirts.

Die Jugendlichen und Betreuer der Therapeutischen Wohngruppe Osterode
Autor: nnz

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