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Mi, 16:17 Uhr
01.02.2012

Info vor Ort (2)

Während sich die eine Kandidatin "im" Rockhaus schlau machte, waren andere in der Arbeitsagentur unterwegs. Und natürlich haben wir auch davon aktuelle Informationen...

Liberale vor Ort (Foto: privat) Liberale vor Ort (Foto: privat)

Von links: Manuel Thume, Rainer Rodekirchen, Sylvia Klingebiel, Patrick Kurth und Karsten Froböse

Gemeinsam mit dem Bundestagsabgeordneten und Thüringer FDP-Generalsekretär Patrick Kurth hat jetzt der Landratskandidat der Nordhäuser FDP, Manuel Thume die Arbeitsagentur Nordhausen besucht. Der Vorsitzende der Geschäftsführung, Karsten Froböse, gab den FDP-Politikern einen genauen Einblick in die Arbeitsmarktsituation in Nordhausen und erläuterte welche Mittel und Wege die Agentur für Arbeit zur Verbesserung der Situation bereithält.
Autor: nnz

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Kommentare
Retupmoc
02.02.2012, 09:11 Uhr
Sehr geehrte Kandidaten,
Da Sie sich ja umfassend informiert haben, würde ich um die Beantwortung meiner folgenden Fragen bitten:

1. Wie stehen Sie dazu, das die von der Jobagentur veröffentlichten und die in der NNZ veröffentlichten Zahlen so stark differenzieren?

2. Wie stehen Sie zu den Themen Mindestlohn und Leiharbeit?

3. Finden Sie Bewerbertrainings - bzw. 1 Euro - Jobs noch zeitgemäß? Wenn ja - warum ?
NDHler
02.02.2012, 16:15 Uhr
Wäre ich Kandidat
würde ich da nicht drauf antworten. Diese Fragen fallen weder in den Verantwortungsbereich eines Landrates noch eines Oberbürgermeisters (Landrätin / Oberbürgermeisterin). Die Art und Weise welche Zahlen wie veröffentlicht werden wird den Jobcentern vorgegeben, das Thema Mindestlohn und Leiarbeit wird von der Bundesregierung und von den Gewerkschaften bestimmt. Gut auf die letzte Frage sollte man antworten, und zwar mit einem klaren JA zum Bewerbungstraining für Langzeitarbeitslose. An irgendetwas muss es ja liegen, wenn Leute länger arbeitslos sind. Vom zu Hause sitzen und darauf warten, dass einem einer einen Job vorbei bringt wird es ja nichts! Ist aber bei vielen (nicht bei allen!) die Regel!
Arndt Schelenhaus
02.02.2012, 18:49 Uhr
Antwort eines Kandidaten
Sehr geehrter Fragesteller,

ich stimme dem weiteren Kommentator zu, dass diese Themen nur ganz am Rande zu dem Verantwortungsbereich eines Landrates gehören. Die Wählerinnen und Wähler sollten aber auch den politischen Menschen hinter dem Kandidaten kennenlernen. Daher werde ich dennoch antworten.

Zu 1:
Grundsätzlich gehe ich davon aus, dass die von der Jobagentur ermittelten Daten entsprechend der gesetzlichen Vorgaben erstellt wurden und richtig sind. Allerdings finde ich persönlich es irreführend, wenn Teilnehmer an Qualifizierungsmaßnahmen und die so genannten 1€-Jober aus der Arbeitslosenstatistik herausfallen. Diese Menschen beweisen doch gerade durch ihren Einsatz, dass sie sich für reguläre Arbeitsverhältnisse interessieren - sprich: keine Arbeit haben aber Arbeit suchen.

Zu 2:
Ich stehe für einen bundesweiten einheitlichen Mindestlohn über alle Branchen hinweg. Dies ist eine Frage des Anstands. Auch aus wirtschaftlicher Sicht sehe ich keine Bedenken, da selbst die "Mutterländer" des Kapitalismus, USA und Großbritannien damit gute Erfahrungen gemacht haben.
Bei der Leiharbeit akzeptiere ich, dass sachliche Gründe insbesondere für klein- und mittelständige Betriebe vorliegen können, die die vorübergehende Beschäftigung von Leiharbeitnehmern nötig macht.
Aber: Diese Leiharbeitnehmer müssen dann den gleichen Lohn für die gleiche Arbeit erhalten, wie die regulär Beschäftigten in dem Betrieb. Durch die zusätzlichen Vermittlungsgebühren der Zeitarbeitsfirmen wird dann Leiharbeit auf das notwendige Maß reduziert und ein ausufernder Missbrauch vermieden.

Zu 3:
Hier gibt es kein schwarz oder weiß. Natürlich brauchen manche Arbeitssuchende ein Bewerbungstraining und sollten es auch erhalten. In manchen Branchen nützt aber die schneidigste Bewerbung nichts, wenn keine Arbeitsplätze frei sind. Hier wäre ggf. eine Umschulung sinnvoller.

Bei den 1€-Jobern lassen Sie mich bitte zwei (zugegeben extreme) Beispiele nennen:

Wer einen 61-jährigen arbeitslosen Facharbeiter nach 43 Arbeitsjahren für einen Euro/Stunde Müll aufsammeln lässt, verhöhnt die Lebensleistung dieses Menschen.

Hingegen hat der gesunde 30-jährige Arbeitslose mit 0 Arbeitsjahren, der Müll aufsammeln soll um einen geregelten Tagesablauf zu erlernen, nicht einmal den einen €/Stunde verdient, schließlich wird sein Lebensunterhalt von der Gesellschaft finanziert.

Die Antwort auf die Frage, ob 1€-Jobs zeitgemäß sind, wird zwischen diesen beiden Extremen zu suchen sein.

Arndt Schelenhaus
Landratskandidat der SPD
Peppone
02.02.2012, 20:29 Uhr
Sie standen ganz kurz davor Hr. Schelenhaus
Nur leider haben Sie die Kurve nicht bekommen. Sie bemerken einerseits vollkommen richtig - " Zitat: Diese Menschen beweisen doch gerade durch ihren Einsatz, dass sie sich für reguläre Arbeitsverhältnisse interessieren - sprich: keine Arbeit haben aber Arbeit suchen."!

Die gleichen Menschen wollen Sie aber im nächsten Satz wieder in die Arbeitslosenstatistik stecken. Genau da liegt Ihr Denkfehler. Diese Menschen müssen aus der Arbeitslosenstatistik heraus, denn sie arbeiten! Vollkommen egal wer das bezahlt, aber sie arbeiten und sollten nicht als Arbeitslose bezeichnet werden. Das gebietet schon ganz allein die Würde dieser Menschen.
Deshalb werden sie gesondert geführt.

Ansonsten wünsche ich Ihnen noch viel Spass hier. Das könnte morgen hier der Beginn einer wunderbaren Freundschaft zwischen Ihnen und den rwe's... werden. Mit Ihrem dritten Punkt werden die bestimmt viel Freude haben. :-)

Gruss
Retupmoc
03.02.2012, 09:02 Uhr
Guten Morgen Herr Schelenhaus !
Guten Morgen von mir und meinen Dank für die Beantwortung dieser Fragen (die zwar nicht an Sie gerichtet waren)! Das Sie sich die Zeit genommen haben, die Sachverhalte aus Ihrer persönlichen Sicht differenziert darzustellen, nötigt mir allerhöchsten Respekt ab. Dabei haben Sie auch gezeigt, das Sie kein "Parteisoldat" sind und durchaus eine andere Meinung als die Gängige vertreten. Und genau das ist auch wichtig für die Kommunalpolitik.

Auch wenn man bestimmte Dinge wie zum Beispiel die Hartz-4-Gesetze nicht ändern kann, kann man trotzdem eine differenzierte Meinung haben. Und diese zeigt mir dann welcher Mensch hinter dem Kandidaten steht. Eigentlich wollte ich nicht wählen gehen, weil ich dachte - es wäre egal wen man wählt. Ich gebe zu, ich habe mich in Ihnen getäuscht. Meine Stimme haben Sie jedenfalls sicher. Sie haben sich bürgernah gezeigt! Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Wahlkampf!


@ Hubertus (als Nachsatz):
Wie Sie sehen, haben Sie wieder einmal nicht recht. Auch die Beantwortung zu Frage 3 ist zu respektieren. Das sehe ich genauso. Ein 30jähriger Mann muß heutzutage schon eine Arbeit finden. Und der 61jährige FA sollte nicht mehr den Müll aufsammeln. So wäre es korrekt. Leider ist das so, das die Argen diese Differenzierung nicht machen und das finde ich nicht in Ordnung. Und selbst Ihnen gebe ich recht - ein 1-Euro-Jobber kann gern aus der Statistik genommen werden, denn da haben Sie recht - er hat Arbeit. ( Zumindest für ein paar Monate )

Mir geht es jedoch um die Leute die definitiv keine Arbeit haben und trotzdem aus der Statistik fallen (diese 58jährigen H4-Empfänger, diese Menschen die bei privaten Vermittlern angemeldet sind und trotzdem zu Hause sitzen oder die Menschen, die einfach am Stichtag nur einen Krankenschein hatten). Diese Leute aus der Statistik zu nehmen ist für mich eine Manipulation. Und kommen Sie mir nicht immer mit dem Satz, das die " echten " Zahlen auch veröffentlicht werden! Gestern hat zum Beispiel der von allen geliebte Arbeitgeber-Präsident Hundt in der Bildzeitung wieder von der tollen Regierung gesprochen, die es geschafft hat die Zahl der AL auf 2,9 Mille zu reduzieren. Erstmal stimmt diese Zahl selbst dann nicht, weil es ja auch offiziell mehr als 3 Millionen sind - nur wenn der einfache Bürger immer wieder diese Zahl liest, dann glaubt er Sie irgendwann auch. Das ist so wie in der DDR, wenn Honni 99 Prozent für die SED vermeldet hatte und in Wahrheit 10 Prozent den Wahlzettel ungültig gemacht hatte.
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