eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige Refinery (c1)
Mi, 10:39 Uhr
25.01.2012

Mindestlohn kein Thema mehr

In der deutschen Politik wird in den kommenden Monaten dieses Jahr die Einführung von flächendeckenden Mindestlöhnen ein Thema sein. In der Baubranche sind sie längst Realität und damit kein Thema mehr. Im Gegenteil. Ein Beispiel aus dem Landkreis Nordhausen...

Baustelle in Fulda (Foto: HABAU) Baustelle in Fulda (Foto: HABAU)
HABAU-Polier Wittich auf der Baustelle für ein neues Kunden-Serviceenter der Deutschen Telekom in Fulda.

„Die Einführung verbindlicher Mindestlöhne im Baugewerbe im Jahr 1997 hat zu einer Konsolidierung der Branche und nicht unmittelbar zu einem Verlust von Arbeitsplätzen geführt. Auch konnte durch den Mindestlohn die Billiglohn-Konkurrenz im eigenen Land sowie aus dem Ausland zurückgedrängt werden”, sagt der Geschäftsführer der HABAU Hoch- und Tiefbau GmbH Heringen, Roland Handrek.

Seinen Erfahrungen zufolge, haben zwar die Mindestlöhne am Bau weder den notwendigen Strukturwandel in der Branche nicht verhindern können, noch andererseits wurden aber auch keine Arbeitsplätze gefährdet. Zwar sei ist auch in Thüringen die Zahl der Arbeitsplätze Beschäftigten im Bauhauptgewerbe am Bau von 1996 mit 72.404 auf 20.973 im Jahr 2011, das heißt, um etwa 70 Prozent zurückgegangen, jedoch nicht aufgrund der Mindestlöhne, sondern aufgrund fehlender Nachfrage nach Bauleistungen. Handrek spricht davon, dass dieser Strukturwandel gerade durch den Mindestlohn, ohne Lohndruck, in einigermaßen geordneten Bahnen verlief. Der Markt ist wesentlich gesünder geworden und das Preisdumping konnte zurückgedrängt werden.

Die Unternehmen in der Baubranche, so auch die HABAU-Unternehmensgruppe sind froh, dass durch den Mindestlohn qualifiziertes Personal gehalten werden kann - denn wer schlecht zahlt, bekommt kein gutes Personal und kann keine Leistungen in hoher Qualität erbringen. Dies kommt vor allem auch den Bauherren zugute.

Und: Mit dem Blick auf die demografische Entwicklung und auf den Fachkräftemangel ist ein Mindestlohn für Facharbeiter von derzeit 10,00 Euro pro Stunde im „Osten“ und 13,40 Euro pro Stunde im „Westen“ ein Plus, um mit gutem Personal auf dem hart umkämpften Markt bestehen zu können. Mit einem weiteren Blick, dem Blick auf das eigene Unternehmen sind für Roland Handrek genügend Beispiele dafür, dass sich Aufträge und damit Arbeit für die Mitarbeiter nicht nur über den Preis, sondern vor allem durch die Qualität oder die Termintreue akquirieren lassen.

Allerdings, so Handrek, ist ein Mindestlohn nur so gut wie dessen Einhaltung. Deshalb plädiert der Geschäftsführer für weiterhin ständige Kontrollen durch den deutschen Zoll auf den Baustellen.

Die Vorteile eines Mindestlohnes liegen somit nicht nur für die Arbeitgeberseite auf der Hand. Olaf Wollert von der IG Bau sagt: “Der derzeitige Mindestlohn von 10,00 Euro hilft, das Lohndumping am Bau einzudämmen. Für die Betriebe, die sich an die geltenden Tarife halten, wäre ein Mindestlohn, der nahe am Tariflohn angesiedelt ist, im Rahmen der Wettbewerbsfähigkeit, wünschenswert. Tarifverhandlungen sind leider kein Wunschkonzert. Aber man sei zum Beispiel mit einige Firmen der Region auf dem richtigen Weg. Eine davon ist die HABAU-Unternehmensgruppe in Heringen.”
Autor: nnz

Anzeige symplr (6)
Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.

Kommentare sind zu diesem Artikel nicht möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (8)