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Fr, 07:48 Uhr
03.10.2003

Impulse mit Peinlichkeiten

Nordhausen (nnz). Im Rahmen der Vortragsreihe FHN-Impulse wird die Mitbegründerin des DDR-Friedensbewegung, Freya Klier, nach Nordhausen kommen. Schon jetzt vermittelt eine Pressemitteilung der Fachhochschule ein Bild davon, wie wenig Menschen aus den „alten“ Ländern eigentlich von denen in den „jungen“ Ländern wissen.


Durch die Unterstützung der Konrad-Adenauer-Stiftung ist es gelungen, Frau Klier zu einem Vortrag im Rahmen der Impulse-Reihe an der Fachhochschule Nordhausen zu gewinnen. Am Montag (6. Oktober 2003, 17:00 Uhr, Hörsaal 1, Haus 19) wird sie dort einen Vortrags- und Diskussionsabend leiten. Thema ihres Vortrages wie der Diskussion sollen sein: „Du sollst Dich erinnern!“ Auch mehr als ein Jahrzehnt nach der Wiedervereinigung gibt es sehr unterschiedliche Rücksichten auf die ostdeutsche Vergangenheit.

„Geblieben sind Aktenberge der Staatssicherheit, Erinnerungen an Bespitzelung, Verfolgung oder gar Haft – zugleich eine (n)ostalgisch-beschönigende Verklärung des menschenverachtenden kommunistischen Regimes“, heißt es in einer Pressemitteilung der Fachhochschule Nordhausen, die sich auf einen einleitenden Text der Stiftung bezieht. Vielleicht hätte der Verfasser dieser Textpassage sich mal mit ganz normalen Menschen unterhalten sollen und er hätte erfahren, dass die DDR eigentlich mehr war als Stasi, Aktenberge und Verfolgung. Vielleicht wird er das auch nie verstehen und vielleicht passt das alles nicht in sein altes und neues Weltbild.

Und weiter ist in dem Ankündigungspamphlet zu lesen: „Ähnlich wie nach dem Ende der nationalsozialistischen Diktatur herrscht eine Tabuisierung beim Umgang mit der DDR: In den Familien wird nicht über die Erfahrungen in diesem Staat gesprochen; die heutigen Jugendlichen beziehen ihre Informationen aus Kinokomödien oder literarischen Erlebnisberichten über idyllische Kindheiten im SED-Staat.“ Die Bürgerrechtlerin Freya Klier wendet sich gegen diese Tendenzen und offeriert ihr persönliches elftes Gebot: "Du sollst Dich erinnern".

Freya Klier, geboren 1950 in Dresden, arbeitete als Schauspielerin und Regisseurin an verschiedenen DDR-Theatern - 1984 ausgezeichnet mit dem Regiepreis. Aufgrund ihres Engagements in der kirchlichen Oppositionsbewegung erhielt sie Berufsverbot, wurde 1988 verhaftet und zwangsausgebürgert. Sie hat zahlreiche Bücher (z. B. „Lüg Vaterland“, „Abreißkalender“, „Wir Brüder und Schwestern“) bzw. Fernsehbeiträge veröffentlicht, lebt als Autorin und Dokumentarfilmerin in Berlin.

Mit dem Vortrag setzt die FH Nordhausen die Zielsetzung fort, die Bürgerinnen und Bürgern der Region Nordthüringen aus erster Hand zu informieren und dazu interessante Persönlichkeiten der Zeitgeschichte einzuladen. Alle Interessierten, insbesondere aber Schülerinnen und Schüler wie die Lehrenden und Studierenden der FH Nordhausen, sind herzlich zu diesem Vortrag eingeladen. Wie bei der Impulse-Reihe üblich, steht die Referentin nach dem Vortrag für Fragen zur Verfügung, und die Veranstalter laden zu einem kleinen Imbiss ein.
Autor: nnz

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