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Fr, 07:47 Uhr
03.10.2003

Neues Jugendprojekt in NDH

Nordhausen (nnz). Auf dem Nordhäuser Rathausplatz soll am Samstag neues Jugendprojekt gestartet werden. Anica Böhnke, eine der Organisatoren, beschreibt für die nnz-Leser, was übermorgen auf die Gäste und Neugierigen vor dem Rathaus wartet.


Hallo, mein Name ist Anica Böhnke (19) und ich wohne in Nordhausen. Ich weihe am Samstag (4.10.) auf dem Rathausplatz in Nordhausen ein Jugendprojekt ein, das in Zusammenarbeit mit meiner besten Freundin Carina Bischof entstanden ist. Sie ist leider für ein Jahr nach Italien als Au-pair gegangen und kann nicht an der Eröffnungsfeier teilnehmen. Die Idee ist uns auf einer Reise nach Österreich (Wien) aufgefallen. Wir waren total fasziniert von der Wirkung der kleinen Sprüche und Gedichte auf die vorbei gehenden Menschen. Wir nennen unser Projekt „Gedankenaustausch“. Denn es ist eine mit Kork gespickte Wand, wo Gedichte und Denkanstöße dran geheftet sind, und jeder, dem das eine oder andere gefällt, kann es sich abmachen. Jedoch sind auch eigene Ideen gefragt, die dort hinzugefügt werden können. Denn das ist der eigentliche Sinn des Projektes: Ein Geben und Nehmen, um doch in der heutigen Zeit, wo fast jeder nur noch an sich selbst denkt, die Menschen auf mentaler Ebene ein kleines Stück näher zu bringen, denn gleiche Wünsche, Träume und Ängste verbinden.

Es ist kein Projekt von Jugendlichen für Jugendliche, sondern für alle Menschen, die sich z.B. anderen mitteilen wollen oder neue Perspektiven gewinnen möchten. Leider war der Bürokratieweg das Schwierigste, denn es hat über drei Monat gedauert, ehe ich eine Genehmigung für das Aufstellen erhalten habe (sogar nur mündlich). Überall wurde man nur weitergeleitet und vertröstet. Doch ich habe nicht aufgegeben, habe Sponsoren gesucht, die das Projekt finanzieren und fiebere nun der Eröffnung entgegen. Jetzt weiß ich erst, warum so wenig Menschen etwas organisieren, denn es ist verdammt hart in der heutigen Gesellschaft etwas durchzudrücken. Ich hoffe das wieder mehr speziell für Jugendliche getan wird, denn in Nordhausen wurden schon viele Jugendclubs geschlossen (zu viele Kosten) und letztendlich hängen die jungen Menschen auf der Straße und geben ihren Frust durch Gewalt Ausdruck. Mal sehen ob hier im prüden Nordhausen das Projekt angenommen wird?
Anica Böhnke
Autor: nnz

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