eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige Refinery (c1)
Di, 07:32 Uhr
17.01.2012

Leiser Knuddel für 35.000 Euro

Er sieht aus wie ein Auto, hat ein Lenkrad, vier Räder, vier Türen und ein Automatikgetriebe. Eigentlich ist alles dran, was es zur automobilen Fortbewegung bedarf. Nur ein Tank fehlt und ein Auspuff. Er ist das erste moderne, rein elektrische Großserienauto. Wir konnten den Japaner eine Woche lang testen...

Den haben wir getestet (Foto: nnz) Den haben wir getestet (Foto: nnz)

Es ist schon ein merkwürdiges Gefühl, man dreht im i-MiEV" von Mitsubishi den Zündschlüssel und hört kein Anlassergeräusch, dafür einen kurzen hellen Ton. Am Armaturenbrett leuchtet "Ready". Den richtigen Gang wählen, das rechte Pedal leicht durchtreten und losfahren. Das einzige was fehlt ist das Motorgeräusch. Überraschend ist der Anzug des 1,1 Tonnen schweren Viertürers. Dafür sorgt der 49-kW-Motor. Im Stadtverkehr ist er damit nahezu unschlagbar, auch auf der Landstraße hält der Japaner durchaus mit.

Nur auf der Autobahn, auf der es das E-Mobil bis nahezu 130 kmh bringt, wird das Geräusch im Inneren sehr laut. Doch der i-MiEV ist eher was für den Stadtverkehr oder den innerhalb einer Landkreisgrenze. Und er ist etwas für Menschen, die das Auto in der Nähe der eigenen Steckdose abstellen können. Und die muss unbedingt mit 16 Ampere abgesichert sein. Wenn das alles vorhanden ist, dann benötigt man sechs Stunden, um die Lithium-Ionen-Batterie "vollzutanken".

Auf einen Blick (Foto: nnz) Auf einen Blick (Foto: nnz)

Im Cockpit wird bei voller Ladung eine Reichweite von 93 Kilometer angezeigt. Je mehr Komfort der Nutzer dazuwählt (Heizung, Klimaanlage, Sitzheizung), desto weiter zurück geht die Zahl. Und so werden aus den 93 Kilometer bei Außentemperaturen um die Null Grad ruckzuck nur noch 69.


Getestet


Obwohl der Innenraum den Fahrer und seine drei Mitfahrer nicht gerade mit einem übermäßigen Platzangebot verwöhnt, ist der i-MiEV kein Experiment im technischen Sinne, er ist auch kein Spaßauto. Er ist ein vollwertiger Kleinwagen, der sicher fährt, der im Crashtest des ADAC bestanden hat und der für den Einstieg in die Elektromobilität ein überzeugendes Konzept bietet. Als Nutzer sollte man jedoch immer bedenken, dass man es mit dem Anfang dieser Generation der Fortbewegung zu tun hat.

Das wird vor allem deutlich, wenn man sich das Preisschild ansieht. Knapp unter 35.000 Euro muss man für den i-MiEV hinlegen, wie lange die Batterie wirklich ihren Dienst tut, dazu gibt es kaum Erfahrungen. Ein Austausch dürfte ein klitze-kleines Vermögen kosten. Dieser horrende Preis macht auch die geringen Kosten des Verbrauchs nicht wett. Knapp 17 Kilowattstunden sollen auf 100 Kilometer verbraucht werden.

Eine preisliche Entspannung ist auf dem Gebiet der E-Cars momentan nicht in Sicht, obwohl Peugeot das baugleiche Fahrzeug unter 30.000 Euro anbietet. In diesem Jahr soll noch der E-Smart auf den Markt kommen. Dafür sollen aber auch rund 16.000 Euro hingeblättert werden. Hinzu kommt eine monatliche Batteriemiete von 70 Euro. Attraktiv ist anders.

Hersteller und Händler fordern deshalb eine Förderung seitens der Politik. Wenn schon alternativ subventionierter Strom der Alltag in Deutschland ist, warum sollen dann dem Käufer dieser sauberen Autos nicht auch Anreize geboten werden? Andererseits muss sich vor allem die deutsche Automobilindustrie den Vorwurf gefallen lassen, dass sie bislang zu wenig für die Forschung und Entwicklung getan hat. Sicher - man fordert eine zusätzliche Milliarde von der Bundesregierung um forschen und entwickeln zu können. Andererseits beliefen sich die Gewinne der drei deutschen Nobelmarken (Mercedes, BMW und VW/Audi) im Jahr 2010 zusammen auf mehr als 25 Milliarden Euro...
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnz

Anzeige symplr (6)
Kommentare
CardReader
17.01.2012, 10:07 Uhr
i-MiEV
Heißt das Ding i-MiEV weil der "Abgas-Mief" wegbleibt? :)
Herr Taft
17.01.2012, 10:52 Uhr
Förderung - Wozu ?
...natürlich sind die E-Autos teuer, die Nachfrage und die Marge entsprechend gering. Aber genau das sorgt doch dafür, das geforscht und entwickelt wird. Der Autobauer, der als erster ein alltagstaugliches und bezahlbares Auto anbieten kann, der wird damit auch als erster Geld verdienen und sich große Marktanteile sichern.

Förderung ist kontraproduktiv. Das kann man an den Ineffizienzen bei den Solaranlagen-Herstellern ablesen. Florierende Unternehmen lebten nur wegen der Förderung, diese wird zurückgenommen und schon haben conergy und co. kaum eine Überlebenschance.

Wir brauchen weniger Juristen in der Regierung - dafür mehr Volkswirte !
Kommentare sind zu diesem Artikel nicht mehr möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (8)