So, 16:59 Uhr
15.01.2012
Historisches aus Klettenberg
Für den ersten Themenabend des Nordhäuser Geschichts- und Altertumsverein konnte Dr. Karl Schmidt aus Achim gewonnen werden, der sich der Geschichte des Mühlgrabens und der Wasserversorgung Klettenbergs widmete. Die nnz war unter den Zuhörern…
Der künstlich geschaffene Wasserlauf in Klettenberg, der Mitte der 1970er Jahre stillgelegt wurde und heute nur noch zur Ableitung von Regen- und Abwasser dient, hat eine über 800-jährige Geschichte. Da die Anlage von Mühlen hoheitliches Recht war und auch in unmittelbarer Nähe einer großen Residenzburg dafür Bedarf bestand, liegt die Vermutung nahe, dass schon in der Zeit um oder nach 1200 mit den Bau des Mühlgrabens begonnen wurde - wahrscheinlich ausgeführt von flämischen Mönchen, die damals bereits in Walkenried wirkten und die sich gut mit wassertechnischen Anlagen auskannten. Noch heute kann der Verlauf des Grabens verfolgt werden.
Zu den ältesten Mühlen, so Dr. Schmidt, gehören zweifellos die Schnepfen-, Herren- und Steinmühle. Die Münze entstand erst unter den Grafen von Sayn-Wittgenstein, die Gemeindemühle erst mit dem eigentlichen Dorf Klettenberg, welches sich Anfang des 15. Jahrhunderts um die kleine Marienkirche an der Tettenborner Straße herum entwickelte, so der Referent weiter. 1840 weist eine Statistik des Regierungsbezirkes Erfurt für Klettenberg fünf Mühlen mit sieben Mahl-, zwei Graupen- und zwei Ölgängen aus.
Ein weiterer Schwerpunkt in den Ausführungen Dr. Schmidts bildete die Wasserversorgung.
Zur Trinkwasserversorgung der Klettenberger Domäne wurde einst die so genannte Wasserkunst erbaut, wann genau, das ist nicht überliefert. Aufgrund ihrer Lage auf dem Burgberg war ein natürlicher Zufluss mit Trinkwasser nicht gegeben. Also musste das für die Domäne benötigte Wasser künstlich herbeigeschafft werden, was mit der Wasserkunst geschah. Mittels Wasserrad wurde eine Pumpe im Kunsthaus angetrieben.
Aus der Chronik des Pfarrers Wernicke geht der ursprüngliche Verlauf der Wasserleitung hervor. Das Kunsthaus wurde um 1914 abgerissen. Offensichtlich hat es danach einen Nachfolgebau gegeben, denn im Bestandsregister findet man einen Neubau des Pumpenhauses, erbaut 1922/23. In dem Gebäude war als Antriebsquelle eine Wasserturbine eingebaut. Wehr und Turbine waren 1960 noch vorhanden, allerdings nicht mehr funktionstüchtig, so Dr. Schmidt weiter. Für die Dorfbewohner erfolgte die Trinkwasserversorgung aus mehreren Brunnen, deren Wasserqualität nicht gut war. Noch um 1930 existierte eine hölzerne Wasserleitung mit mehreren Zapfstellen im Ort, die aus dem Gatterborn gespeist wurde und auch in trockenen Jahren immer Wasser führte. Durch den Bau einer zentralen Wasserversorgung um 1936 wurde die Wasserkunst hinfällig. Heute erinnert nur noch der Hochbehälter an die alte Wasserversorgung.
Im Anschluss an den interessanten und kurzweiligen Vortrag beantwortete Dr. Karl Schmidt die vielen Fragen der zahlreich erschienen Zuhörer. Nachzulesen ist die ausführliche Geschichte der Klettenberger Wasserversorgung im 36. Band der Beiträge zur Geschichte aus Stadt und Kreis Nordhausen, der im Buchhandel erhältlich ist.
Autor: rhDer künstlich geschaffene Wasserlauf in Klettenberg, der Mitte der 1970er Jahre stillgelegt wurde und heute nur noch zur Ableitung von Regen- und Abwasser dient, hat eine über 800-jährige Geschichte. Da die Anlage von Mühlen hoheitliches Recht war und auch in unmittelbarer Nähe einer großen Residenzburg dafür Bedarf bestand, liegt die Vermutung nahe, dass schon in der Zeit um oder nach 1200 mit den Bau des Mühlgrabens begonnen wurde - wahrscheinlich ausgeführt von flämischen Mönchen, die damals bereits in Walkenried wirkten und die sich gut mit wassertechnischen Anlagen auskannten. Noch heute kann der Verlauf des Grabens verfolgt werden.
Zu den ältesten Mühlen, so Dr. Schmidt, gehören zweifellos die Schnepfen-, Herren- und Steinmühle. Die Münze entstand erst unter den Grafen von Sayn-Wittgenstein, die Gemeindemühle erst mit dem eigentlichen Dorf Klettenberg, welches sich Anfang des 15. Jahrhunderts um die kleine Marienkirche an der Tettenborner Straße herum entwickelte, so der Referent weiter. 1840 weist eine Statistik des Regierungsbezirkes Erfurt für Klettenberg fünf Mühlen mit sieben Mahl-, zwei Graupen- und zwei Ölgängen aus.
Ein weiterer Schwerpunkt in den Ausführungen Dr. Schmidts bildete die Wasserversorgung.
Zur Trinkwasserversorgung der Klettenberger Domäne wurde einst die so genannte Wasserkunst erbaut, wann genau, das ist nicht überliefert. Aufgrund ihrer Lage auf dem Burgberg war ein natürlicher Zufluss mit Trinkwasser nicht gegeben. Also musste das für die Domäne benötigte Wasser künstlich herbeigeschafft werden, was mit der Wasserkunst geschah. Mittels Wasserrad wurde eine Pumpe im Kunsthaus angetrieben.
Aus der Chronik des Pfarrers Wernicke geht der ursprüngliche Verlauf der Wasserleitung hervor. Das Kunsthaus wurde um 1914 abgerissen. Offensichtlich hat es danach einen Nachfolgebau gegeben, denn im Bestandsregister findet man einen Neubau des Pumpenhauses, erbaut 1922/23. In dem Gebäude war als Antriebsquelle eine Wasserturbine eingebaut. Wehr und Turbine waren 1960 noch vorhanden, allerdings nicht mehr funktionstüchtig, so Dr. Schmidt weiter. Für die Dorfbewohner erfolgte die Trinkwasserversorgung aus mehreren Brunnen, deren Wasserqualität nicht gut war. Noch um 1930 existierte eine hölzerne Wasserleitung mit mehreren Zapfstellen im Ort, die aus dem Gatterborn gespeist wurde und auch in trockenen Jahren immer Wasser führte. Durch den Bau einer zentralen Wasserversorgung um 1936 wurde die Wasserkunst hinfällig. Heute erinnert nur noch der Hochbehälter an die alte Wasserversorgung.
Im Anschluss an den interessanten und kurzweiligen Vortrag beantwortete Dr. Karl Schmidt die vielen Fragen der zahlreich erschienen Zuhörer. Nachzulesen ist die ausführliche Geschichte der Klettenberger Wasserversorgung im 36. Band der Beiträge zur Geschichte aus Stadt und Kreis Nordhausen, der im Buchhandel erhältlich ist.

