Do, 11:55 Uhr
12.01.2012
Das Jahr der Abgänge
Das Jahr 2012 scheint das Jahr zu sein, in dem mehrere Akteure aus Politik und Wirtschaft die Bühne verlassen. Nach Barbara Rinke und Joachim Claus nimmt in diesem Jahr ein Banker Abschied in Nordhausen. Heute stellte er zum letzten Mal eine Bilanz vor...
Abschied in drei Monaten (Foto: nnz)
Dieter Przybilla hat seine letzten Monate als Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Nordhausen vor sich. Hinter ihm, dem Vorstand und den 265 Mitarbeitern des Geldinstitutes liegt ein erfolgreiches Jahr. So konnte die Bilanzsumme gegenüber 2010 um 1,6 Prozent auf 935 Millionen Euro gesteigert werden. Hinter dieser nüchternen Zahl steht in erster Linie eine deutliche Steigerung im Kreditgeschäft sowie in den Kundeneinlagen. Insgesamt beläuft sich das gesamte Volumen des Kundengeschäfts auf rund 1,4 Milliarden Euro.
Möglich wurde das unter anderem durch eine auf reale Wirtschaftsvorgänge ausgerichtete Geschäftspolitik, die eigentlich auf den klassischen zwei Säulen Geld einsammeln und Geld ausleihen fußt. Möglich wurde das auch durch das stärkste Pfund eines jeden Unternehmens – die Mitarbeiter.
Bitte recht freundlich für die Fotografen - von links: Thomas Seeber, Dieter Przybilla, Wolfgang Asche, Sebsatian Gräser
Das sehr gute wirtschaftliche Umfeld in Deutschland und damit auch in Nordtüringen schlägt sich nicht nur in den zurückgehenden Arbeitslosenzahlen nieder, sondern auch in der Bereitschaft der Menschen in der Region Geld auszugeben und sich Geld zu leihen. Zum Beispiel für die eigenen vier Wände. Wohnbaukredite sind in Höhe von 22,7 Millionen Euro ausgegeben worden. Das wird sich auch in diesem Jahr kaum ändern, spüren doch auch die Banker am Nordhäuser Kornmarkt die Verunsicherung der Menschen im Bezug auf den Euro und investieren in Sachwerte. Das sind zunehmend Immobilen, aber auch in Autos und andere private Anschaffungen. Hier wurden insgesamt 14 Millionen Euro ausgeliehen.
Insgesamt betreuten die Mitarbeiter der Kreissparkasse rund 139.000 Konten, davon fast 45.000 Privatgirokonten. Damit ist das Haus im Landkreis Nordhausen klarer Marktführer mit nahezu 60 Prozent. Dieses Vertrauen hängt auch mit der Präsens in Fläche zusammen. In Zahlen: Im Landkreis Nordhausen gibt es 19 Filialen, davon sieben Selbstbedienungsfilialen. Dazu kommen ein Immobiliencenter, eine Versicherungsagentur und ein eigenes Callcenter. Technisch betrachtet: Es gibt 34 Geldautomaten, 27 Multifunktionsterminals und 31 Kontoauszugsdrucker.
Allerdings: Kundenunfreundlich ist die Kreissparkasse in einer Beziehung nicht. Weder die nnz noch das Bundespräsidialamt würden einen Kredit über 500.000 Euro zu einem Zinssatz von 0,9 Prozent bekommen. Przybilla: Da verdienen wir nicht einen Cent!
Der Vorstandsvorsitzende Dieter Przybilla sagt das auch so locker, weil am 31. März sein Vertrag endet. Einen Monat später wird er 65. Damit endet auch seine Zeit als Chef der Nordhäuser Kreissparkasse, übergeben wird er diesen Job an den 55jährigen Wolfgang Asche.
Autor: nnz
Abschied in drei Monaten (Foto: nnz)
Dieter Przybilla hat seine letzten Monate als Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Nordhausen vor sich. Hinter ihm, dem Vorstand und den 265 Mitarbeitern des Geldinstitutes liegt ein erfolgreiches Jahr. So konnte die Bilanzsumme gegenüber 2010 um 1,6 Prozent auf 935 Millionen Euro gesteigert werden. Hinter dieser nüchternen Zahl steht in erster Linie eine deutliche Steigerung im Kreditgeschäft sowie in den Kundeneinlagen. Insgesamt beläuft sich das gesamte Volumen des Kundengeschäfts auf rund 1,4 Milliarden Euro.Möglich wurde das unter anderem durch eine auf reale Wirtschaftsvorgänge ausgerichtete Geschäftspolitik, die eigentlich auf den klassischen zwei Säulen Geld einsammeln und Geld ausleihen fußt. Möglich wurde das auch durch das stärkste Pfund eines jeden Unternehmens – die Mitarbeiter.
Mehr verliehen
Eine überaus erfreuliche Entwicklung gab es im Kreditgeschäft. Der Bestand an Krediten belief sich im zurückliegenden Jahr auf 474 Millionen Euro, eine Steigerung um 5,9 Prozent. Die Kreditsumme teilen sich je zur Hälfte die privaten und die geschäftlichen Kunden. An Selbständige und Unternehmen sind im Jahr 2011 neue Kredite in Höhe von 38,6 Millionen Euro verliehen worden. Das ist ein Fünftel mehr als im Jahr davor.Bitte recht freundlich für die Fotografen - von links: Thomas Seeber, Dieter Przybilla, Wolfgang Asche, Sebsatian Gräser
Das sehr gute wirtschaftliche Umfeld in Deutschland und damit auch in Nordtüringen schlägt sich nicht nur in den zurückgehenden Arbeitslosenzahlen nieder, sondern auch in der Bereitschaft der Menschen in der Region Geld auszugeben und sich Geld zu leihen. Zum Beispiel für die eigenen vier Wände. Wohnbaukredite sind in Höhe von 22,7 Millionen Euro ausgegeben worden. Das wird sich auch in diesem Jahr kaum ändern, spüren doch auch die Banker am Nordhäuser Kornmarkt die Verunsicherung der Menschen im Bezug auf den Euro und investieren in Sachwerte. Das sind zunehmend Immobilen, aber auch in Autos und andere private Anschaffungen. Hier wurden insgesamt 14 Millionen Euro ausgeliehen.
Die sichere Anlage
Nach den jahrelangen Turbulenzen an den internationalen Aktienmärkten setzen die Kunden der Kreissparkasse seit Jahren auf Sicherheit, wenn sie ihr Geld anlegen wollen. Das war im vergangenen Jahr nicht anders. Zunehmend wird in kurzfristige Anlagen umgeschichtet. Insgesamt sind aktuell rund 775 Millionen Euro bei der Nordhäuser Kreissparkasse angelegt.Insgesamt betreuten die Mitarbeiter der Kreissparkasse rund 139.000 Konten, davon fast 45.000 Privatgirokonten. Damit ist das Haus im Landkreis Nordhausen klarer Marktführer mit nahezu 60 Prozent. Dieses Vertrauen hängt auch mit der Präsens in Fläche zusammen. In Zahlen: Im Landkreis Nordhausen gibt es 19 Filialen, davon sieben Selbstbedienungsfilialen. Dazu kommen ein Immobiliencenter, eine Versicherungsagentur und ein eigenes Callcenter. Technisch betrachtet: Es gibt 34 Geldautomaten, 27 Multifunktionsterminals und 31 Kontoauszugsdrucker.
In eigener Sache
Im vergangenen Jahr wurde die Neuausrichtung des Filialnetzes konsequent fortgesetzt. Umgebaut sind die Filialen in Niedersachswerfen und Wipperdorf, in Ellrich wird derzeit umgebaut, auch in der Hauptstelle wird es Veränderungen geben. Neben der Nähe zu den Kunden gibt es separate und diskrete Plätze für eine individuelle Beratung der Kunden.Gut für die Region
860.000 Euro sind im Jahr 2010 für die Region ausgegeben worden. Mittlerweile ist die eigene Stiftung mit drei Millionen Euro ausgestattet. In der Summe sind sowohl Ausschüttungen an den Landkreis als auch ein Sponsoring an Vereine und Verbände sowie soziale Projekte enthalten. Darüber hinaus erweist sich die Kreissparkasse alsagt konsequenter Steuerzahler für die Kommune.Befragt
Im vergangenen Jahr sind erneut die Menschen im Landkreis Nordhausen nach ihrer Meinung zur Kreissparkasse befragt worden. 56 Prozent sind Kunden der Kreissparkasse, 92 Prozent bewerten die Qualität der Kundenberatung mit ausgezeichnet bis gut und schließlich würden 93 Prozent der Befragten die Nummer 1 auch ihren Freunden empfehlen. Auf diese Ergebnisse sind wir sehr stolz, auch, weil diese Befragungswerte sich seit mehreren Jahren unsere Arbeit verdeutlichen, so Sparkassenvorstand Wolfgang Asche. Insgesamt nahmen 900 Menschen an dieser telefonischen Befragung durch das Marktforschungsinstitut yougov psychonomics teil.Allerdings: Kundenunfreundlich ist die Kreissparkasse in einer Beziehung nicht. Weder die nnz noch das Bundespräsidialamt würden einen Kredit über 500.000 Euro zu einem Zinssatz von 0,9 Prozent bekommen. Przybilla: Da verdienen wir nicht einen Cent!
Der Vorstandsvorsitzende Dieter Przybilla sagt das auch so locker, weil am 31. März sein Vertrag endet. Einen Monat später wird er 65. Damit endet auch seine Zeit als Chef der Nordhäuser Kreissparkasse, übergeben wird er diesen Job an den 55jährigen Wolfgang Asche.


