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Di, 11:30 Uhr
27.12.2011

Sicherer Winterplatz

Jetzt beginnt wieder die kalte Jahreszeit. Nicht allen Menschen ist klar, was diese Zeit für die Tierwelt des Harzes bedeutet, insbesondere in den Hochlagen des Oberharzes. Der Nahrungsmangel zwingt viele Tiere nun zur Änderung ihres Verhaltens. Besonders schwer haben es die Fledermäuse – sie leben das Jahr über von Insekten und finden im Winter keine Nahrung mehr vor...

Fledermausstollen (Foto: Katja John) Fledermausstollen (Foto: Katja John)

Die Tiere reagieren darauf mit dem Winterschlaf – mit extrem reduzierten Lebensfunktionen. Im Winterschlaf wird der gesamte Stoffwechsel „zurückgefahren“. Die Körpertemperatur der Tiere sinkt von 38 bis 40 °C auf die Umgebungstemperatur von 3 bis 8 °C, das Herz schlägt nur noch dreimal pro Minute und geatmet wird in dieser Zeitspanne nur einmal.

Wiederholte Störungen im Winterschlaf und somit plötzliches Erwachen schwächen die Tiere und haben oft tödliche Folgen. Daher ist es von großer Bedeutung, die Überwinterungsquartiere der Fledermäuse zu schützen – oft sind es alte Bäume, insbesondere aber natürliche Höhlen und historische Bergbaustollen.

Helfer, die beteiligt waren (Foto: Katja John) Helfer, die beteiligt waren (Foto: Katja John)

Ein wichtiger Bergbaustollen im Oberharz ist nunmehr gesichert und dient nur noch den Fledermäusen als Winterquartier. Der Stollen wurde für den Fledermausschutz von Dr. Friedhart Knolle vor Jahren kartiert und ist eine Besonderheit – sein Mundloch befindet sich auf dem Gelände des Niedersächsischen Forstamtes Clausthal, aber er zieht sich untertage auf 200 m Länge durch den Berg bis tief in den Nationalpark hinein. Auf Initiative des ehrenamtlichen Fledermausschützers Siegfried Wielert wurde der Bergbaustollen mit Hilfe von Fördermitteln des Landkreises Goslar als untere Naturschutzbehörde und in enger Kooperation der Niedersächsischen Landesforsten und des Nationalparks Harz aufgewertet und gesichert.

Technisch waren die Maßnahmen nicht ganz ohne. Das Stollenmundloch war weitgehend verschüttet und das Innere wegen seines sehr hohen Wasserstands nur bedingt als Winterquartier geeignet. In den vergangenen Jahren konnten durch Siegfried Wielert und seine Kollegen insgesamt fünf Fledermausarten im Stollen nachgewiesen werden. Durch technische Maßnahmen sollte daher der Wert dieses Quartiers verbessert werden.

Dafür wurde seit September zunächst die Sohle des Stollens in Handarbeit tiefergelegt, um den Luftraum für die überwinternden Tiere zu vergrößern. Diese Arbeiten wurden unter Anleitung des Nationalpark-Jugendwaldheims Brunnenbachsmühle von Menschen mit geistiger Behinderung durchgeführt. Dafür bekamen wir vorbildliche Unterstützung durch die Lebenshilfe Northeim und die Harz-Weser-Werkstätten im Rahmen des Projektes „Freiwillige in Parks“ der Nationalen Naturlandschaften Deutschlands. Anschließend wurde der Stollen mit einem Stahlgitterverschluss gegen unbefugtes Begehen gesichert, was durch eine unbürokratische Unterstützung seitens des Landkreises Goslar aus zweckgebundenen Ersatzzahlungsmitteln möglich wurde.

Die Arbeiten konnten nunmehr abgeschlossen werden und wurden von den Verantwortlichen der beteiligten Institutionen abgenommen.
Autor: nnz

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