Mo, 15:57 Uhr
22.09.2003
Grafik. Plastik. Drama.
Nordhausen (nnz). Eine Ausstellung von insgesamt 90 Werken von Ernst Barlach ist am Wochenende im Nordhäuser Kunsthaus Meyenburg eröffnet worden. Die Exponate stammen aus dem Barlach-Museum Güstrow und der Nordhäuser Ilsetraut-Glock-Grabe-Stiftung.Im Rahmen der Ausstellung werden erstmals handgeschrieben Barlach-Briefe an den Nordhäuser Schriftsteller Adolf Scheer der Öffentlichkeit gezeigt. Mittelpunkt der Ausstellung sind Barlachs Dramen und seine druckgrafische Werke, mit denen er unter anderem diese Dramen – zum Beispiel Der Findling, Der tote Tag oder Der arme Vetter - illustrierte und die zugleich auch Vorlagen für spätere Plastiken waren. Nicht nur die Figur – auch Wort und Bild standen Barlach als Ausdrucksmittel zur Verfügung, sagte Nordhausens Oberbürgermeisterin Barbara Rinke zur Eröffnung am Wochenende. Die imposante Barlach-Ausstellung werde dem Kunsthaus als kulturellem Zentrum einer ganzen Region gerecht.
Wer sich der Kunst Barlachs nähert, ist ihr verfallen, sagte Dr. Karl-Heinz Hänel vom Thüringer Kunstministerium. Barlachs Leben sei von der Pein der Mitverantwortung für seine Mitmenschen geprägt gewesen. Wer die Ausstellung im Kunsthaus besuche, könne in den Werken einen mitfühlenden, zweifelnden aber auch verzweifelten Barlach finden. Die Ausstellung in Nordhausen zeige, dass Barlach lebt.Neben Briefen und Grafiken zeigt das Kunsthaus auch 16 Barlach-Plastiken - aus Bronze, Gips und Porzellan –, darunter die Sitzende Alte, der Der Ekstatiker oder Russisches Liebespaar.
Das Kunsthaus Meyenburg ist - außer montags – von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Am 10. Oktober lädt das Kunsthaus um 20 Uhr zu einer szenischen Lesung aus dem Armen Vetter mit Schauspielern des Nordhäuser Theaters ein.


