Wege für Wildkatze
Neue Wege für die Wildkatze zwischen Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz und dem Naturpark Kyffhäuser, Dazu gibt es einen interessanten Vortrag in Bad Frankenhausen...
Die Naturparkverwaltung Kyffhäuser lädt zur Veranstaltung ins Regionalmuseum Bad Frankenhausen am Mittwoch, den 07.12.2011 um 19.00 Uhr ein
Diplom-Biologe Malte Götz und Diplom-Ökologin Saskia Jerosch erläutern bereits erfolgte Untersuchungen und Aktivitäten zum Schutz der Wildkatze. Vor allem stellen sie geplante Maßnahmen des Vernetzungsprojektes zwischen Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz und Naturpark Kyffhäuser vor.
Zu diesem Termin möchte Sie die Naturparkverwaltung Kyffhäuser herzlich einladen.
Autor: khh
Kommentare
Bodo Schwarzberg
04.12.2011, 16:27 Uhr
Zur Natur gehört mehr als Wildkatzen und Luchse
Nichts gegen Wildkatze, Luchs und Wolf. Selbst mein lieber BUND macht permanent auf seine Wildkatzenprojekte aufmerksam, der Panda ist das Wappentier des WWF. Dabei gibt es oft tausendmal dringlichere Probleme im Artenschutz. Es ärgert mich, dass sich selbst andere Fachleute, die es ja eigentlich wissen müssten, immer wieder Arten zuwenden, die zwar hervorragende Werbeträger, aber auf Grund der übergroßen Investitionen in deren Schutz (siehe Luchs) kaum noch gefährdet sind. Dabei stehen diese Arten am Ende langer Nahrungspyramiden, deren viele Glieder all zu oft in der Öffentlichkeit nicht präsent sind und nicht so oft von Förderprojekten profitieren.
Mit einem seltenen Grashüpfer kann eine Umweltorganisation nun aber mal kaum einen Cent an Spendengeldern einfahren. Mit leuchtenden Orchideen, Tigern und Großpapageien geht das besser, als mit unscheinbaren, aber mitunter viel stärker gefährdeten winzigen Kräutern. Entsprechend leichter fließen auch Projektmittel für "attraktive" Arten wie Luchs und Wildkatze. Um den großen "Rest" kümmern sich oft nur ehrenamtliche Idealisten, damit diese nicht unbemerkt von Wissenschaft, Verwaltung und Bevölkerung sang und klanglos verschwinden.
Gerade deswegen konzentriere ich mich als Botaniker gerade auch auf solche Arten in meinen aktiven Bemühungen, wie z.B. auf die hier schon vorgestellte, deutschlandweit vom Aussterben bedrohte Klebrige Miere oder die noch kleinere, stark gefährdete Zwerg-Steppenkresse, die z.B. bei Steigerthal und Gudersleben noch vorkommt.
So spannend, wie Schutzprojekte für die recht häufige, aber eben attraktive Wildkatze auch sind: Ich fordere die Biologen auf, nicht nur für Geld zu arbeiten, sondern sich im Interesse der gesamten Biodiversität gerade deren unscheinbaren Gliedern zuzuwenden. Denn oftmals hängen die Arten, die groß und schön sind, von deren Existenz mit ab.
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