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Di, 20:10 Uhr
16.09.2003

Wildwest im Eichsfeld

Nordhausen (nnz). Zu einem besonders schockierenden Ereignis kam es letzten Samstag im Gemarkungsbereich Steinheuterode im Eichsfeldkreis. Dort trieben Jäger und Traktoristen ihr Unwesen.


Durch das Landratsamt Eichsfeld wurde bekannt, dass sich 6 Jäger an einem Maisfeld, welches gerade abgeerntet wurde, stellten und auswechselndes Schwarzwild beschossen. Durch eine weitere Person, wurde ein Traktor gesteuert und wurden auswechselnde Wildschweine verfolgt und durch einfaches Überfahren getötet. Anderes Wild wurde durch die anwesenden Jäger mit einem Geländewagen verfolgt und durch gezielte Schüsse getötet, teilte die Polizei.

Die getöteten Tiere wurden durch die Jäger eigenständig in die Wildkammer der TWE Uder verbracht. Dort wurde festgestellt, dass zwei der getöteten Wildschweine keine Schußverletzungen sondern mechanische Verletzungen an den Rippenbögen aufweisen. Durch die Jagdbehörde des Landkreises Eichsfeld wurden diese Tiere sichergestellt und werden am heutigen Abend einer tierärztlichen Sektion und Untersuchung unterzogen.

Polizeiliche Ermittlungen am Tatort ergaben, dass aufgrund der Spurenlage sowie der Zeugenaussagen davon ausgegangen werden kann, dass auswechselnde Wildschweine aus dem Maisfeld durch den Fahrer des Traktor von diesem verfolgt, eingeholt und vorsätzlich überfahren wurden. An den mutmaßlichen Anstoßstellen auf dem Feld konnten Borsten und Blut innerhalb der deutlich nachvollziehbaren Traktorspur gefunden und gesichert werden. Innerhalb der Fahrspur des Fahrzeuges befanden sich zumeist auch die Fluchtfährten der Rotte Wildschweine, was ebenfalls auf eine Traktorjagd schließen läßt.

Die Verantwortlichen haben nun mit Anzeigen wegen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz, Jagdwilderei (Nachstellen von Wild durch Nichtberechtigte) sowie Verstoß gegen das Bundesjagdgesetz (Nachstellen und Erlegen von Wild von Kraftfahrzeugen aus) zu rechnen. Die Ermittlungen gegen die Männer dauern an.
Autor: nnz

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