Di, 09:50 Uhr
09.09.2003
Der Weg des Lebens
Nordhausen (nnz). Vor 60 Jahren begann in der Nähe von Nordhausen das Leiden von Tausenden von Menschen. Die Nazis eröffneten das Konzentrationslager Mittelbau-Dora. An diesen Jahrestag soll nun mit verschiedenen Projekten und Veranstaltungen gedacht werden. nnz stellt sie vor.
Im vierten und letzten Jahr des Projektes Weg des Lebens wird am 15. September an den historischen Orten an die Todesmärsche und Massaker in der Letzlinger Heide und bei Gardelegen erinnert. Dabei kamen im April 1945 Hunderte von KZ-Häftlingen um. Wesentlicher Inhalt des Projektes ist die Begegnung von Jugendlichen mit ehemaligen Häftlingen des Konzentrationslagers Mittelbau-Dora. Neben etwa 230 Schülern und Schülerinnen aus Sachsen-Anhalt und Niedersachsen haben mehrere ehemalige KZ-Häftlinge, darunter Überlebende des Todesmarsches der SS-Baubrigade III, ihre Teilnahme an der Veranstaltung angekündigt. Für viele wird es aufgrund des fortgeschrittenen Alters das letzte Mal sein, dass sie die Stätten ihres Leidens aufsuchen.
Das von überlebenden Häftlingen des KZ Mittelbau-Dora angeregte Projekt Weg des Lebens erinnert seit April 2000 in jährlich aufeinander folgenden Etappen an die Opfer der Todesmärsche über den Harz. Der Weg des Lebens wird von der Gedenkstätte Mittelbau-Dora und regionalen Geschichtsinitiativen der Harzregion in Zusammenarbeit mit Schulen und Kommunen veranstaltet. Dabei wird in den vier Jahren der Projektdauer symbolisch die Route eines Todesmarsches abgelaufen, der von Wieda über Braunlage, Elend und Wernigerode nach Gardelegen führte. Dort starben viele der bis dahin Überlebenden in einer von den Bewachern in Brand gesteckten Scheune.
Als sich Anfang April 1945 die amerikanischen Streitkräfte näherten, gab die SS den Befehl zur Räumung des KZ Mittelbau, dessen 40 Einzellager sich auf die heutigen Bundesländer Thüringen, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen erstreckten. Rund 40.000 Menschen wurden auf die berüchtigten Todesmärsche getrieben, um sie in andere Konzentrationslager zu evakuieren, wie es die SS nannte. Tausende trieb die SS dabei über den Harz. Wer bei diesen Gewaltmärschen nicht mithalten konnte, wurde von den Wachmannschaften niedergeschossen. Andere starben in drangvoller Enge in Eisenbahnwaggons, in denen sie wochenlang unterwegs waren.
Die vierte und letzte Etappe des Projekts Weg des Lebens soll am 15. September 2003 vom Bahnhof Letzlingen über Gardelegen in die Gedenkstätte bei der Isenschnibber Feldscheune führen. Die Gedenkstätte Gardelegen wurde zur Erinnerung an die über 1000 KZ-Häftlinge errichtet, die am Abend des 13. April 1945 in der von SS-, Volkssturm- und Wehrmachtsangehörigen angezündeten Feldscheune des Gutes Isenschnibbe bei Gardelegen grausam zu Tode kamen. Dort soll mit einer Gedenkveranstaltung im Beisein des Landtagspräsidenten von Sachsen-Anhalt, Prof. Dr. Adolf Spotka, und der Übergabe der von Schülern in den vergangenen Jahren gesammelten symbolischen Gegenstände das Projekt beendet werden.
Autor: nnzIm vierten und letzten Jahr des Projektes Weg des Lebens wird am 15. September an den historischen Orten an die Todesmärsche und Massaker in der Letzlinger Heide und bei Gardelegen erinnert. Dabei kamen im April 1945 Hunderte von KZ-Häftlingen um. Wesentlicher Inhalt des Projektes ist die Begegnung von Jugendlichen mit ehemaligen Häftlingen des Konzentrationslagers Mittelbau-Dora. Neben etwa 230 Schülern und Schülerinnen aus Sachsen-Anhalt und Niedersachsen haben mehrere ehemalige KZ-Häftlinge, darunter Überlebende des Todesmarsches der SS-Baubrigade III, ihre Teilnahme an der Veranstaltung angekündigt. Für viele wird es aufgrund des fortgeschrittenen Alters das letzte Mal sein, dass sie die Stätten ihres Leidens aufsuchen.
Das von überlebenden Häftlingen des KZ Mittelbau-Dora angeregte Projekt Weg des Lebens erinnert seit April 2000 in jährlich aufeinander folgenden Etappen an die Opfer der Todesmärsche über den Harz. Der Weg des Lebens wird von der Gedenkstätte Mittelbau-Dora und regionalen Geschichtsinitiativen der Harzregion in Zusammenarbeit mit Schulen und Kommunen veranstaltet. Dabei wird in den vier Jahren der Projektdauer symbolisch die Route eines Todesmarsches abgelaufen, der von Wieda über Braunlage, Elend und Wernigerode nach Gardelegen führte. Dort starben viele der bis dahin Überlebenden in einer von den Bewachern in Brand gesteckten Scheune.
Als sich Anfang April 1945 die amerikanischen Streitkräfte näherten, gab die SS den Befehl zur Räumung des KZ Mittelbau, dessen 40 Einzellager sich auf die heutigen Bundesländer Thüringen, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen erstreckten. Rund 40.000 Menschen wurden auf die berüchtigten Todesmärsche getrieben, um sie in andere Konzentrationslager zu evakuieren, wie es die SS nannte. Tausende trieb die SS dabei über den Harz. Wer bei diesen Gewaltmärschen nicht mithalten konnte, wurde von den Wachmannschaften niedergeschossen. Andere starben in drangvoller Enge in Eisenbahnwaggons, in denen sie wochenlang unterwegs waren.
Die vierte und letzte Etappe des Projekts Weg des Lebens soll am 15. September 2003 vom Bahnhof Letzlingen über Gardelegen in die Gedenkstätte bei der Isenschnibber Feldscheune führen. Die Gedenkstätte Gardelegen wurde zur Erinnerung an die über 1000 KZ-Häftlinge errichtet, die am Abend des 13. April 1945 in der von SS-, Volkssturm- und Wehrmachtsangehörigen angezündeten Feldscheune des Gutes Isenschnibbe bei Gardelegen grausam zu Tode kamen. Dort soll mit einer Gedenkveranstaltung im Beisein des Landtagspräsidenten von Sachsen-Anhalt, Prof. Dr. Adolf Spotka, und der Übergabe der von Schülern in den vergangenen Jahren gesammelten symbolischen Gegenstände das Projekt beendet werden.

