Mo, 13:58 Uhr
24.10.2011
Punkt festgehalten
Sandra Arm hat das gestrige Punktspiel von Wacker Nordhausen gegen die Einheit aus Rudolstadt vom Sprecherturm im Albert-Kunz-Sportpark verfolgt. Dabei erhielt sie vielleicht ein etwas andere Perspektive auf das Spielgeschehen...
Noch Sekunden nach dem Abpfiff kniete Tim Ackermann, die Beine links und rechts von sich gestreckt, auf dem Rasen. Den Kopf hatte der Torhüter des Fußball-Verbandsligisten FC Einheit Rudolstadt auf den Ball, den beide Händen festhielten, gestützt. In den 90 Minuten zuvor in der Partie beim Favoriten FSV Wacker 90 Nordhausen zeichnete sich der 22-Jährige durch tolle Paraden aus.
Auf der anderen Seite war es Jonas Heidrich, der ebenfalls glänzte und seinen Kasten wie auch Ackermann vor 672 Zuschauern beim 0:0 sauber hielt. Die Nordhäuser bleiben trotz des Remis weiterhin ungeschlagen und mit sechs Punkten Vorsprung souverän Tabellenführer.
Die besten Spieler hatten beide Teams also zwischen den Pfosten stehen. Das deutete sich bereits in der Anfangsphase an. So war es zunächst Ackermann, der nach einem Freistoß von Matti Langer aus halbrechter Position sicher parierte (2.). Nur drei Minuten später war es der agile Mittelfeldstürmer Thomas Hurt für die Gäste, der mit seinem Fernschuss nur knapp das gegnerische Gehäuse verpasste. Der antrittsschnelle Rudolstädter lief sich immer wieder frei und wurde erst von der Abwehr um René Taute im Vorwärtsdrang gestoppt.
Nach dieser Szene trieb der Nordhäuser Mittelfeldakteur Pascal Biank seine Vorderleute mit den Worten Kommt, weiter lautstark an. Doch es wollte ihnen nichts so recht gelingen. So wie beispielsweise in der zwölften Minute, als Innenverteidiger Jindrich Pelan nach einer Ecke über das Gehäuse köpfte. Auch blieb die linke Angriffsseite mit Marcus Vopel, er rückte für den verletzten Jan-Philipp Rose (Schmerzen in der linken Leiste) in die Startaufstellung, unter ihren Möglichkeiten.
Oftmals fehlte einfach nur ein Schritt nach Pässen oder Flanken aus dem Mittelfeld, um mit dem Ball nach vorn durchzustarten. Das verdeutlichte eine Szene in der 23. Minute. Eine Flanke von Lars Pohl über die rechte Angriffsseite in den Strafraum zu Dyhonne Lucas do Amaral, der bedrängt auf die linke Seite verlängerte, fand keinen Abnehmer. Vopel rückte erst zu spät nach.
Es wurde bereits in dieser Phase deutlich, dass sich der Gastgeber gegen die tief stehenden Gäste schwer tat. So fand er nur schwer Lücken, um zum Torerfolg zu kommen. Vielfach probierte er es auch mit langen Bällen, wie in der 26. Minute, als Linksverteidiger Robert Stark den auf der rechten Seite freistehenden Pohl sah und anspielte. Doch Ackermann war zur Stelle und fing den Ball vorher ab.
Der erste Treffer ließ noch auf sich warten. Diesen hätte es womöglich in der 38. Minute gegeben, denn beide Kapitäne, Robin Teichmann (Wacker) und Michael Hermann (Rudolstadt), gerieten im Gästestrafraum aneinander. Der Pfiff des Unparteiischen blieb aus. Nur 60 Sekunden später war es Pohl, der nach Vorarbeit von Teichmann an Ackermann scheiterte. Dann kam die 42. Minute, als die Gäste eine Unsicherheit in der Wacker-Abwehr fast noch in Zählbares umgemünzt hätten. Auf der linken Angriffsseite lief sich Hurt frei, seinen Pass konnte Andreas Förster allerdings nicht verwerten. Er vergab freistehend. Durchatmen war dann in der Pause angesagt.
Nach dem Pausentee, Jörg Goslar hatte gewechselt – für Vopel kam Damian Raczka – ging es etwas ruppiger auf dem Platz zu. Viele Nickeligkeiten, Gelbe und zwei Gelb-Rote Karten prägten das Geschehen. Der Gastgeber erhöhte den Druck, es wurde nun versucht, schnellen Angriffsfußball vorzutragen, wodurch sich die Gäste wohl nur mit Fouls zu helfen wusste. Die wiederum führten gleich mehrfach zu Freistößen, die allerdings nichts einbrachten. Auch nach einem Fernschuss von Biank, nach Vorarbeit von Ebert, zeichnete sich Ackermann aus und parierte stark (54.).
Nur vier Minuten später musste er sich dann gehörig strecken, um den Schuss von Damian Raczka noch abzuwehren. Die Gäste kommen kaum noch aus ihrer eigenen Hälfte heraus, Wacker agierte weiterhin druckvoll nach vorn. In der 68. Minute hätte es für die Gastgeber fast einen Torerfolg, wenn auch mit fremder Hilfe, gegeben. So brachte Biank den Ball nach einem Freistoß in den gegnerischen Strafraum, in dem Georg Berger den Ball fast ins eigene Tor köpfte. Auf der anderen Seite ließ Taute den heranstürmenden Stefan Staskewitsch gewähren. Der 24-Jährige vergab freistehend (72.).
In der 78. Minute sind die Gäste nur noch zu zehnt, denn Paul Burghause sah nach wiederholtem Foulspiel die Gelb-Rote Karte. Diese bekam in der 82. Minute auch Teichmann gezeigt. Die Kapitänsbinde übernahm Stark, der zuvor Ackermann prüfte (81.). Auch für sein Gegenüber Heidrich wurde es kein ruhiger Nachmittag. So war in der 85. Minute Atem anhalten angesagt, zumindest für die Wacker-Fans, als der in der 75. Minute eingewechselte Robert Menz allein auf Heidrich zustürmte, aber an dem scheiterte, wie auch eine Minute später Staskewitsch nach einem Eckball.
Mit einem torlosen Remis wollten sich die Nordhäuser nicht zufrieden geben. Doch es fehlte die nötige Präzision, so wie in der 86. Minute, als do Amaral nach schöner Kombination über die Stationen Raczka, Pohl und Biank den Ball am Gehäuse vorbeijagte. In der vierminütigen Nachspielzeit kratzte Ackermann erst einen Freistoß von Langer aus dem Winkel, dann parierte er noch gegen Pohl, dem ebenfalls ein Freistoß von Biank vorausgegangen war (93.).
Nach dem Abpfiff freute sich so richtig nur eine Mannschaft über den Punktgewinn, der FC Einheit Rudolstadt. Beim Gastgeber herrschte vor allem Niedergeschlagenheit angesichts der vergebenen Möglichkeiten. Auch wenn das sprichwörtliche Salz in der Suppe fehlte, bleibt dennoch positiv festzuhalten, dass hinten mal wieder die Null stand.
Sandra Arm
Autor: nnzNoch Sekunden nach dem Abpfiff kniete Tim Ackermann, die Beine links und rechts von sich gestreckt, auf dem Rasen. Den Kopf hatte der Torhüter des Fußball-Verbandsligisten FC Einheit Rudolstadt auf den Ball, den beide Händen festhielten, gestützt. In den 90 Minuten zuvor in der Partie beim Favoriten FSV Wacker 90 Nordhausen zeichnete sich der 22-Jährige durch tolle Paraden aus.
Auf der anderen Seite war es Jonas Heidrich, der ebenfalls glänzte und seinen Kasten wie auch Ackermann vor 672 Zuschauern beim 0:0 sauber hielt. Die Nordhäuser bleiben trotz des Remis weiterhin ungeschlagen und mit sechs Punkten Vorsprung souverän Tabellenführer.
Die besten Spieler hatten beide Teams also zwischen den Pfosten stehen. Das deutete sich bereits in der Anfangsphase an. So war es zunächst Ackermann, der nach einem Freistoß von Matti Langer aus halbrechter Position sicher parierte (2.). Nur drei Minuten später war es der agile Mittelfeldstürmer Thomas Hurt für die Gäste, der mit seinem Fernschuss nur knapp das gegnerische Gehäuse verpasste. Der antrittsschnelle Rudolstädter lief sich immer wieder frei und wurde erst von der Abwehr um René Taute im Vorwärtsdrang gestoppt.
Nach dieser Szene trieb der Nordhäuser Mittelfeldakteur Pascal Biank seine Vorderleute mit den Worten Kommt, weiter lautstark an. Doch es wollte ihnen nichts so recht gelingen. So wie beispielsweise in der zwölften Minute, als Innenverteidiger Jindrich Pelan nach einer Ecke über das Gehäuse köpfte. Auch blieb die linke Angriffsseite mit Marcus Vopel, er rückte für den verletzten Jan-Philipp Rose (Schmerzen in der linken Leiste) in die Startaufstellung, unter ihren Möglichkeiten.
Oftmals fehlte einfach nur ein Schritt nach Pässen oder Flanken aus dem Mittelfeld, um mit dem Ball nach vorn durchzustarten. Das verdeutlichte eine Szene in der 23. Minute. Eine Flanke von Lars Pohl über die rechte Angriffsseite in den Strafraum zu Dyhonne Lucas do Amaral, der bedrängt auf die linke Seite verlängerte, fand keinen Abnehmer. Vopel rückte erst zu spät nach.
Es wurde bereits in dieser Phase deutlich, dass sich der Gastgeber gegen die tief stehenden Gäste schwer tat. So fand er nur schwer Lücken, um zum Torerfolg zu kommen. Vielfach probierte er es auch mit langen Bällen, wie in der 26. Minute, als Linksverteidiger Robert Stark den auf der rechten Seite freistehenden Pohl sah und anspielte. Doch Ackermann war zur Stelle und fing den Ball vorher ab.
Der erste Treffer ließ noch auf sich warten. Diesen hätte es womöglich in der 38. Minute gegeben, denn beide Kapitäne, Robin Teichmann (Wacker) und Michael Hermann (Rudolstadt), gerieten im Gästestrafraum aneinander. Der Pfiff des Unparteiischen blieb aus. Nur 60 Sekunden später war es Pohl, der nach Vorarbeit von Teichmann an Ackermann scheiterte. Dann kam die 42. Minute, als die Gäste eine Unsicherheit in der Wacker-Abwehr fast noch in Zählbares umgemünzt hätten. Auf der linken Angriffsseite lief sich Hurt frei, seinen Pass konnte Andreas Förster allerdings nicht verwerten. Er vergab freistehend. Durchatmen war dann in der Pause angesagt.
Nach dem Pausentee, Jörg Goslar hatte gewechselt – für Vopel kam Damian Raczka – ging es etwas ruppiger auf dem Platz zu. Viele Nickeligkeiten, Gelbe und zwei Gelb-Rote Karten prägten das Geschehen. Der Gastgeber erhöhte den Druck, es wurde nun versucht, schnellen Angriffsfußball vorzutragen, wodurch sich die Gäste wohl nur mit Fouls zu helfen wusste. Die wiederum führten gleich mehrfach zu Freistößen, die allerdings nichts einbrachten. Auch nach einem Fernschuss von Biank, nach Vorarbeit von Ebert, zeichnete sich Ackermann aus und parierte stark (54.).
Nur vier Minuten später musste er sich dann gehörig strecken, um den Schuss von Damian Raczka noch abzuwehren. Die Gäste kommen kaum noch aus ihrer eigenen Hälfte heraus, Wacker agierte weiterhin druckvoll nach vorn. In der 68. Minute hätte es für die Gastgeber fast einen Torerfolg, wenn auch mit fremder Hilfe, gegeben. So brachte Biank den Ball nach einem Freistoß in den gegnerischen Strafraum, in dem Georg Berger den Ball fast ins eigene Tor köpfte. Auf der anderen Seite ließ Taute den heranstürmenden Stefan Staskewitsch gewähren. Der 24-Jährige vergab freistehend (72.).
In der 78. Minute sind die Gäste nur noch zu zehnt, denn Paul Burghause sah nach wiederholtem Foulspiel die Gelb-Rote Karte. Diese bekam in der 82. Minute auch Teichmann gezeigt. Die Kapitänsbinde übernahm Stark, der zuvor Ackermann prüfte (81.). Auch für sein Gegenüber Heidrich wurde es kein ruhiger Nachmittag. So war in der 85. Minute Atem anhalten angesagt, zumindest für die Wacker-Fans, als der in der 75. Minute eingewechselte Robert Menz allein auf Heidrich zustürmte, aber an dem scheiterte, wie auch eine Minute später Staskewitsch nach einem Eckball.
Mit einem torlosen Remis wollten sich die Nordhäuser nicht zufrieden geben. Doch es fehlte die nötige Präzision, so wie in der 86. Minute, als do Amaral nach schöner Kombination über die Stationen Raczka, Pohl und Biank den Ball am Gehäuse vorbeijagte. In der vierminütigen Nachspielzeit kratzte Ackermann erst einen Freistoß von Langer aus dem Winkel, dann parierte er noch gegen Pohl, dem ebenfalls ein Freistoß von Biank vorausgegangen war (93.).
Nach dem Abpfiff freute sich so richtig nur eine Mannschaft über den Punktgewinn, der FC Einheit Rudolstadt. Beim Gastgeber herrschte vor allem Niedergeschlagenheit angesichts der vergebenen Möglichkeiten. Auch wenn das sprichwörtliche Salz in der Suppe fehlte, bleibt dennoch positiv festzuhalten, dass hinten mal wieder die Null stand.
Sandra Arm

