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Fr, 13:11 Uhr
21.10.2011

Praktikum in Thüringen

Der extreme Geburtenrückgang hat den Ausbildungsmarkt erreicht. Die aktuell knapp 15.000 Thüringer Schulabgänger reichen nicht mehr aus, um die angebotenen betrieblichen Lehrstellen im Freistaat zu besetzen. Durch die Anwerbung von Jugendlichen aus osteuropäischen Ländern versucht die Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt nun, neue Wege bei der Suche nach zukünftigen Fachkräften zu gehen...


„Mit diesem Pilotprojekt wollen wir neue Bewerbergruppen im europäischen Ausland erschließen“, erläutert IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser mit Blick auf die Nachwuchssorgen der Thüringer Wirtschaft.

Bereits seit 4. Oktober weilen die ersten 15 Jugendlichen (zehn Jungen, fünf Mädchen) aus Csongrád, Tiszafüred, Sárospatak und Sátoraljaújhely (Ostungarn) in Thüringen und bereiten sich über Sprachkurse und Betriebspraktika auf eine Ausbildung vor. „Acht Unternehmen aus dem Bereich der Metalltechnik und dem Hotel- und Gaststättengewerbe haben die Jugendlichen mit offenen Armen empfangen“, berichtet Grusser. Die Betriebe gehörten zu der wachsenden Zahl von Unternehmen, die aufgrund fehlender Bewerber nicht mehr alle Ausbildungsplätze besetzen konnten. Die IHK hofft nun, dass die insgesamt vierwöchigen Praktika für beide Seiten erfolgreich verlaufen und sich daraus Ausbildungsverhältnisse entwickeln.

„Das größte Problem stellt derzeit die Sprachbarriere dar, die mit Ganztagsbetreuung und Deutschkursen abgebaut werden soll“, sagt der IHK-Chef. Die Jugendlichen zeigten sich trotz kleinerer Verständigungsprobleme aber hoch motiviert und würden zum Teil schon praktische Erfahrungen aus ungarischen Unternehmen mitbringen.

„Der bisherige Projektverlauf stimmt uns optimistisch, dass wir zukünftig auch osteuropäische Jugendliche für eine Ausbildung in Thüringen begeistern können. Wenn wir die Rahmenbedingungen mit einer Willkommenskultur verbinden, bin ich mir sicher, dass die Praktikanten auch viele ihrer Freunde von den deutschen Ausbildungsmöglichkeiten überzeugen“, wagt Grusser einen zuversichtlichen Ausblick.

Bis zum Jahre 2020 seien in Thüringen nach aktuellen Schätzungen insgesamt 200.000 Fachkräfte erforderlich, um die gute industrielle Entwicklung im Freistaat zu sichern. Ohne die Zuführung von Personal aus anderen Bundesländern und dem Ausland, wäre diese Zielstellung kaum zu realisieren.
Autor: nnz

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