Sa, 13:28 Uhr
06.09.2003
nnz-Bücherkiste: Ein Poem von Roger
Nordhausen (nnz). Er ist dem geschätzten Fernsehpublikum eher als gepflegter Talkmaster bekannt: Roger Willemsen. Jetzt hat der Mann der feinen Satire einen aberwitzigen Reigen herausgegeben. nnz hat ihn sich angesehen.
Roger Willemsen lädt sein "hochverehrtes Publikum" in seinem Poem vom "Karneval der Tiere" ein zu einem aberwitzigen Reigen. Bei diesem Karneval bleibt nichts verborgen, was in der Tier- oder Menschenwelt zu entdecken ist an Üblichem, Ungehörigem, Seltsamen, Charakteristischem und natürlich Musikalischem. Roger Willemsen ließ sich in seinem außergewöhnlich gereimten, gleichwohl modernen Text inspirieren von Camille Saint-Saëns musikalischer Reise in die Tierwelt. In 13 Kapiteln marschieren über 100 Tiere auf, jedes ein wahrhaft exemplarischer Charakter für seine Gattung. Der Löwenkönig reißt sein Reh, ja wie soll´s anders sein, "dank Kukident", die Hühner hoffen auf "verlor´ne Eier" und überhaupt sieht "das gesamte Hühnerhaus ganz menschenrechtlich aus". Das Pferd verlangt ein "Freigehege", die Schildkröte fordert selbst für das "Magnificat" nur "Blattsalat" und ja, der Elefant gehört zu jenen würdig Alten, die man erkennt an ihren Falten.
So geht es kunterbunt in jenem Reich der Tiere und letztlich hat man den Verdacht, hier ist das menschliche Bestiarium gemeint. Wohl wahr – denn Roger Willemsen ist ein "Verführer. Einer, der das Publikum mit wunderlichen Sätzen umgarnt" (Mitteldeutsche Zeitung). Roger Willemsen, Jahrgang 1955, ist Autor, Literaturkritiker, Dozent, Jazzenthusiast und Klassikliebhaber. Er verfertigte 1978 eine neue Fassung von Robert Schumanns Oratorium Das Paradies und die Peri, die im selben Jahr erstmalig in Bonn aufgeführt wurde. Seit 1991 im Fernsehen tätig, moderierte und produzierte er von 1999 bis 2001 im ZDF das letzte deutsche Musikmagazin Willemsens Musikszene, wo er unter anderen Isaac Stern, Herbie Hancock und Wynton Marsalis portraitierte.
Sein Film über Michel Petrucciani Non Stop wurde in zwölf Ländern gezeigt. Im Frühjahr 2002 quittierte er den Dienst am Fernsehen, um sich vor allem dem Schreiben zuzuwenden. Seine im Eichborn Verlag erschienene Deutschlandreise (2002) stand monatelang auf der Bestseller-Liste des Spiegel.
Autor: nnzRoger Willemsen lädt sein "hochverehrtes Publikum" in seinem Poem vom "Karneval der Tiere" ein zu einem aberwitzigen Reigen. Bei diesem Karneval bleibt nichts verborgen, was in der Tier- oder Menschenwelt zu entdecken ist an Üblichem, Ungehörigem, Seltsamen, Charakteristischem und natürlich Musikalischem. Roger Willemsen ließ sich in seinem außergewöhnlich gereimten, gleichwohl modernen Text inspirieren von Camille Saint-Saëns musikalischer Reise in die Tierwelt. In 13 Kapiteln marschieren über 100 Tiere auf, jedes ein wahrhaft exemplarischer Charakter für seine Gattung. Der Löwenkönig reißt sein Reh, ja wie soll´s anders sein, "dank Kukident", die Hühner hoffen auf "verlor´ne Eier" und überhaupt sieht "das gesamte Hühnerhaus ganz menschenrechtlich aus". Das Pferd verlangt ein "Freigehege", die Schildkröte fordert selbst für das "Magnificat" nur "Blattsalat" und ja, der Elefant gehört zu jenen würdig Alten, die man erkennt an ihren Falten.
So geht es kunterbunt in jenem Reich der Tiere und letztlich hat man den Verdacht, hier ist das menschliche Bestiarium gemeint. Wohl wahr – denn Roger Willemsen ist ein "Verführer. Einer, der das Publikum mit wunderlichen Sätzen umgarnt" (Mitteldeutsche Zeitung). Roger Willemsen, Jahrgang 1955, ist Autor, Literaturkritiker, Dozent, Jazzenthusiast und Klassikliebhaber. Er verfertigte 1978 eine neue Fassung von Robert Schumanns Oratorium Das Paradies und die Peri, die im selben Jahr erstmalig in Bonn aufgeführt wurde. Seit 1991 im Fernsehen tätig, moderierte und produzierte er von 1999 bis 2001 im ZDF das letzte deutsche Musikmagazin Willemsens Musikszene, wo er unter anderen Isaac Stern, Herbie Hancock und Wynton Marsalis portraitierte.
Sein Film über Michel Petrucciani Non Stop wurde in zwölf Ländern gezeigt. Im Frühjahr 2002 quittierte er den Dienst am Fernsehen, um sich vor allem dem Schreiben zuzuwenden. Seine im Eichborn Verlag erschienene Deutschlandreise (2002) stand monatelang auf der Bestseller-Liste des Spiegel.

