Mi, 12:58 Uhr
05.10.2011
Jeder Fünfte atypisch beschäftigt
Nach Angaben des Thüringer Landesamtes für Statistik befanden sich im Jahr 2010 rund ein Fünftel der Arbeitnehmer in einer befristeten oder geringfügigen Beschäftigung. Vor allem weibliche Arbeitnehmer gehen einer atypischen Aufgabe nach.
Im Jahr 2010 befanden sich 902 000 Thüringer (461 000 Männer, 441 000 Frauen) in einer abhängigen Beschäftigung. Darunter waren 163 000 Personen (18 Prozent) atypisch beschäftigt. Nach den Ergebnissen des Mikrozensus, einer einprozentigen Haushaltsstichprobe, die jährlich vom Thüringer Landesamt für Statistik durchgeführt wird, war dies nahezu jeder fünfte Arbeitnehmer.
Atypische Beschäftigungsformen umfassen befristete und geringfügige Beschäftigung sowie Teilzeitarbeit mit 20 oder weniger Wochenstunden Arbeitszeit. Eine atypische Beschäftigung kann auch nach mehreren Merkmalen gleichzeitig vorliegen.
Bei der atypischen Beschäftigung sind geschlechtsspezifische Unterschiede deutlich erkennbar. Auffällig ist die hohe Zahl der weiblichen atypisch Beschäftigten. Fast zwei Drittel (63 Prozent) aller atypisch Beschäftigten sind Frauen. Von insgesamt 441 000 Arbeitnehmerinnen war etwa jede vierte Frau in atypischer Beschäftigung. Zurückzuführen ist dies auf die häufige Anstellung in einem Teilzeit-arbeitsverhältnis. Im Vergleich hierzu gingen nur 61 000 Männer einer atypischen Beschäftigung nach, das waren 13 Prozent aller 461 000 männlichen Arbeitnehmer (etwa jeder Achte).
Junge Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer (15 bis 25 Jahre) waren besonders häufig von atypischer Beschäftigung betroffen. Deren Anteil an allen abhängig Beschäftigten in dieser Altersgruppe betrug 35 Prozent. Gerade beim Berufseinstieg spielen befristete Verträge eine bedeutende Rolle. 85 Prozent bzw. 17 000 von 20 000 atypisch beschäftigten jungen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern wurden nur befristet eingestellt.
Am wenigsten war die Gruppe der 35- bis 45-Jährigen von atypischer Beschäftigung betroffen (15 Prozent an allen abhängig Beschäftigten derselben Altersgruppe).
Erhebliche Unterschiede gibt es bei der atypischen Beschäftigung auch hinsichtlich des höchsten beruflichen Abschlusses.
Die Zahl der gering qualifizierten atypisch Beschäftigten (ohne anerkannte Berufsausbildung) war mit 39 Prozent aller abhängig Beschäftigten derselben Qualifikationsgruppe am höchsten. Personen mit einem tertiären Bildungsabschluss waren am wenigsten betroffen (14 Prozent), gefolgt von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern mit einer Lehrausbildung (18 Prozent).
Autor: nnzIm Jahr 2010 befanden sich 902 000 Thüringer (461 000 Männer, 441 000 Frauen) in einer abhängigen Beschäftigung. Darunter waren 163 000 Personen (18 Prozent) atypisch beschäftigt. Nach den Ergebnissen des Mikrozensus, einer einprozentigen Haushaltsstichprobe, die jährlich vom Thüringer Landesamt für Statistik durchgeführt wird, war dies nahezu jeder fünfte Arbeitnehmer.
Atypische Beschäftigungsformen umfassen befristete und geringfügige Beschäftigung sowie Teilzeitarbeit mit 20 oder weniger Wochenstunden Arbeitszeit. Eine atypische Beschäftigung kann auch nach mehreren Merkmalen gleichzeitig vorliegen.
Bei der atypischen Beschäftigung sind geschlechtsspezifische Unterschiede deutlich erkennbar. Auffällig ist die hohe Zahl der weiblichen atypisch Beschäftigten. Fast zwei Drittel (63 Prozent) aller atypisch Beschäftigten sind Frauen. Von insgesamt 441 000 Arbeitnehmerinnen war etwa jede vierte Frau in atypischer Beschäftigung. Zurückzuführen ist dies auf die häufige Anstellung in einem Teilzeit-arbeitsverhältnis. Im Vergleich hierzu gingen nur 61 000 Männer einer atypischen Beschäftigung nach, das waren 13 Prozent aller 461 000 männlichen Arbeitnehmer (etwa jeder Achte).
Junge Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer (15 bis 25 Jahre) waren besonders häufig von atypischer Beschäftigung betroffen. Deren Anteil an allen abhängig Beschäftigten in dieser Altersgruppe betrug 35 Prozent. Gerade beim Berufseinstieg spielen befristete Verträge eine bedeutende Rolle. 85 Prozent bzw. 17 000 von 20 000 atypisch beschäftigten jungen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern wurden nur befristet eingestellt.
Am wenigsten war die Gruppe der 35- bis 45-Jährigen von atypischer Beschäftigung betroffen (15 Prozent an allen abhängig Beschäftigten derselben Altersgruppe).
Erhebliche Unterschiede gibt es bei der atypischen Beschäftigung auch hinsichtlich des höchsten beruflichen Abschlusses.
Die Zahl der gering qualifizierten atypisch Beschäftigten (ohne anerkannte Berufsausbildung) war mit 39 Prozent aller abhängig Beschäftigten derselben Qualifikationsgruppe am höchsten. Personen mit einem tertiären Bildungsabschluss waren am wenigsten betroffen (14 Prozent), gefolgt von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern mit einer Lehrausbildung (18 Prozent).

