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Mi, 11:04 Uhr
05.10.2011

„Wir fangen alle bei Null an“

Der FSV Wacker 90 Nordhausen ist um eine Mannschaft reicher geworden. Durch das Engagement Stefanie Probst und Robin Häckel trainiert der Verein nun auch eine eigene Frauenmannschaft. Sandra Arm berichtet über die Hintergründe und war beim Training dabei.

Robin Häckel pustet erst einmal kräftig durch, denn das Training schlaucht gehörig. Doch selbst steht der 28-Jährige nicht auf dem Fußballplatz, er gibt Anweisungen, mal stehend, mal kniend von der Seitenlinie. Das Besondere bei seiner Tätigkeit, die er gemeinsam mit Imre Dittberner ausübt, ist, dass beide sowohl Kinder als auch Frauen trainieren und das beim FSV Wacker 90 Nordhausen.

Frauenmannschaft Wacker (Foto: Sandra Arm) Frauenmannschaft Wacker (Foto: Sandra Arm)

Taktische Schulung der neuen Mannschaft

Häckel war bereits fleißig. Nachdem ihm seine kleinen Schützlinge, die F I, schon gehörig auf Trab gehalten haben, bringt er anschließend vorrangig den Müttern der Kinder mit viel Geduld und Ruhe das Fußball-Abc bei. „Wir fangen alle bei Null an“, merkt seine Freundin Stefanie Probst, die ebenfalls dem runden Leder mit viel Enthusiasmus hinterherjagt, an.

Sie war es auch, die die Frauenmannschaft erst ins Leben rief. Die gebürtige Ascherslebenerin, die im fünften Semester Gesundheit und Sozialwesen an der Fachhochschule in Nordhausen studiert, begleitete ihren Freund ab und an zu den Einheiten bei den Jüngsten. „Ich bin dann mit den Eltern locker ins Gespräch gekommen. Wir haben uns super verstanden und irgendwann wollten wir nicht mehr nur den Kindern zuschauen, sondern selbst aktiv werden“, erklärt sie und zeigt sich von den vielen Rückmeldungen positiv überrascht.

Doch zunächst galt es, das Präsidium von der Idee zu überzeugen. Vize-Präsident Olaf Dobrzykowsky war vom Engagement der jungen Sachen-Anhalterin sehr angetan. Dennoch lautete seine Bedingung für die Aufnahme eines Frauenteams in den Verein, dass Probst mindestens 15 Frauen findet, die sich ihr anschließen.

Frauenmannschaft Wacker (Foto: Sandra Arm) Frauenmannschaft Wacker (Foto: Sandra Arm)

Voller Einsatz beim Training

Die 24-Jährige fackelte nicht lange, zog los und hatte Erfolg. „Auf der Liste stehen derzeit 15 Spielerinnen, davon sind zehn angemeldet“, zeigt sich nicht nur Probst begeistert über den regen Zuspruch. Und dieser reißt nicht ab. So kommen junge Mädchen oder auch Spielerinnen aus anderen Vereinen, um sich dem Team um Häckel anzuschließen.

„Wer möchte, kann bei uns vorab ein Probetraining absolvieren und sich dann entscheiden. Jeder ist bei uns willkommen. Wir schicken keinen weg“, betont Häckel. Tatkräftige Unterstützung bei den Einheiten erhält er aber nicht nur von Dittberner, sondern auch von den beiden Jugendtrainern Torsten Karthäuser und Thomas Heller, die ebenfalls mit viel Engagement bei der Sache sind.

Vor dem Training ist es aber zunächst Torsten Last, der Fitnesstrainer der ersten Mannschaft, der sich anbot, mit gezielten Dehnungsübungen die Muskeln der Frauen zu lockern. „Das ist eine klasse Sache und richtig toll von ihm, dass er sich bereiterklärt hat, uns zu helfen“, freuen sich alle Beteiligten. Ein verschmitztes Lächeln ist dann meist der Lohn für seine Mühen. „Es macht richtig Spaß und die Stimmung im Team ist richtig gut“, betont Probst und erntet von allen Seiten ein zustimmendes Kopfnicken.

Nach der Erwärmung kommt dann endlich der ersehnte Ball ins Spiel. „Es geht dann vorrangig um das Ballgefühl, das Passen und das Schießen“, erklärt Häckel. Ruhig steht er an der Seitenlinie, schaut bei der Ausführung ganz genau hin, unterbricht auch mal und korrigiert wenn nötig. Eine kurze Pause darf ebenfalls nicht fehlen. Dann heißt es nicht nur für den Trainer kurz mal durchatmen, sondern auch für seine Schützlinge, die sich einen kräftigen Schluck aus der Wasserflasche gönnen. Die Pause ist kurz, Häckel drängt und bittet seine Schützlinge in den aufgebauten Parcours.

Dabei ist ihm eins besonders wichtig: „Die Übungen müssen wir ständig wiederholen, weil die Frauen erst am Anfang stehen und noch viel lernen müssen.“ Doch bei den Einheiten, die immer mittwochs und freitags ab 17.30 Uhr im Albert-Kuntz-Sportpark durchgeführt werden, soll es nicht bleiben. „Das Ziel ist es, dass wir Anfang des Jahres ein Testspiel auf Kleinfeld durchführen und vielleicht für die kommende Saison eine Mannschaft für den Spielbetrieb melden“, blickt er voraus.

Schnell vergeht die Zeit, manchmal viel zu schnell und die Einheit neigt sich dem Ende entgegen. Alle wirken irgendwie geschafft und sehnen sich nach einer heißen Dusche. Selbst der Trainer, der nach einem anstrengenden Arbeitstag und zwei 90-minütigen Einheiten aber immer noch ein Lächeln auf den Lippen hat.
Sandra Arm
Autor: nnz

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