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Mo, 10:57 Uhr
25.08.2003

nnz-Forum: Das war's dann

Nordhausen (nnz). War schon eine spannende Idee, Radio in CD-Qualität und so ein kleiner Bildschirm, wo man Informationen zur Musik sowie Verkehrshinweise bekommen konnte. Gestern war's aus mit der genialen Idee vom digitalen Radio.


Ging es euch genauso? Morgens erst mal schnell Radio anmachen und Projekt 89.0 digital hören um nicht wieder einzuschlafen, dann in aller Ruhe Kaffee trinken und über Mad Dogs dumme Witze lachen. Damit ist es jetzt vorbei. Der "einzige Radiosender der Welt" ist erledigt, jetzt gibt’s vom Brocken aus wieder nur noch "Brechmittel fürs Gehör".

Auch Sachsen zog sich aus dem Projekt zum digitalen Radio zurück. Obwohl seit 1987 mit rund 380 Millionen Euros gefördert, wurde aus dem neuen Rundfunk nichts. Bis zuletzt standen 50.000 digitale Radioempfänger 240 Millionen analogen UKW Empfängern gegenüber. Das reichte nicht. Vier Sender verabschieden sich sang und klanglos.

Um zu zeigen, was digitales Radio bringen kann, entschieden sich die Macher von Projekt 89.0 digital ihr Programm im UKW zu senden. Bei der Jugend kam die Mischung dieses Senders richtig gut an, denn der Hörer durfte per Internet mitbestimmen was gespielt wird. Alternative, Metal, Hip Hop, progressive Musik jenseits des üblichen Charts-Einerlei durfte es sein. Junge, von den Hörern ausgesuchte Moderatoren trafen die Sprache der Zeit. Es gab viel Musik und kein dummes Gelaber, dafür Projekt Partys, Newcomershows und andere live Veranstaltungen, die jungen Leuten Spaß machen.

Seit gestern 0.00 Uhr früh ist Schluß mit allem. Jetzt sendet 89.0 RTL ein Programm für die Jugend. Eines, wie es überall gibt, seichte Liedchen aus den Charts. Wer so was hören will, konnte bisher überall einschalten, nur nicht auf der Frequenz UKW 89.0. Wer andere Musik mag, der kann jetzt nirgendwo mehr einschalten. Warum mußte mit dem digitalen Radio auch das einzige überregional empfangbare progressive Jugendprogramm untergehen? Und was hört man nun zuhause und auf dem Weg zur Arbeit? Ich jedenfalls werde in ein neues Autoradio mit CD-Wechsler investieren müssen.

Die Internetseite www.fettes-radio.de wurde lieber vorher schon mal abgeschaltet, um mails und Anrufen wütender Hörer vorzubeugen. Da hat man wohl von Microsoft gelernt, wie man sich Probleme vom Hals hält. Fairer wäre es gewesen im Programm auf das Ende des Senders hinzuweisen.

Mit einer Sendeleistung von 60 KW ist der Brocken der stärkste Sender Deutschlands. Nicht nur in Sachsen-Anhalt, Thüringen und Niedersachsen kann man sein Programm empfangen, auch in Brandenburg, Hessen und Sachsen profitierten junge Hörer gebietsweise davon. Jetzt profitiert davon mal wieder der Mainstream. Wer mag, der kann ja reinschalten. Und wer nicht mag, der kann seinem Frust unter dieser Adresse noch mal richtig Luft machen.
Ein etwas jüngerer Radio-Konsument

Anmerkung der nnz-Redaktion: Die im nnz-Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Autor: nnz

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