nnz-Leser-Foto(s): Unwetter (4)
Schäden im Gehege (Foto: R. Neitzke)
Im Nordhäuser Gehege hatten Hagel und Sturm ebenfalls gewütet. nnz-Leser Rüdiger Neitzke dokumentiert das mit seinem Foto von heute Nachmittag...
Autor: nnz
Kommentare
Bodo Schwarzberg
12.09.2011, 02:50 Uhr
Erinnerung an Gehege-Zerstörung im Juni 1980
Damals rief uns meine Oma an und sagte völlig aufgelöst: "Das Gehege steht nicht mehr". Eine Windhose war durch die Stadt gefegt und hatte neben dem Gehege u.a. auch den Park Hohenrode schwer in Mitleidenschaft gezogen. Mit unserem Hund habe ich am Tag nach der Sturmnacht versucht, das Gehege zu erreichen, kam aber nur bis zu dessen Rand am Ende der Naumannstraße, weil so viele Bäume entwurzelt waren. Es verbreitete sich schnell das Gerücht, dass ein Paar unter der berühmten Wegbrücke im Gehege (nennt man die nicht sogar "Liebestunnel"?) Zuflucht fand. Tage später, als die Stelle wieder erreichbar war, fragte ich mich beim Anblick dieses Ortes, wie es den beiden wohl angesichts umkrachender Bäume, von Regenfluten und Orkanböen wohl ergangen sein könnte. Denn immerhin lag eine mächtige Buche unmittelbar vor dem kleinen und vielleicht lebensrettenden Versteck. - Eventuell leben ja die beiden, so es sie tatsächlich gab, noch in Nordhausen und lesen die nnz? Und vielleicht hat sie ja der Sturm für immer zusammengeschweißt? Die nnz-Gemeinde würde sich bestimmt über einen rückblickenden Erlebnisbericht freuen!
Erstaunlich ist immerhin, wie gut sich der Buchenbestand des Geheges in den vergangenen 30 Jahren erholt hat. Die "Wunden" sind größtenteils verheilt.
Im Park Hohenrode sieht es anders aus, weil die damals vernichteten dendrologischen Kostbarkeiten nicht so einfach zu ersetzen sind und wenn doch, dann würden sie ein ganzes Jahrhundert brauchen, um ihren damals vernichteten Vorfahren in etwa zu gleichen. Eine Gedenktafel am oberen Eingang des Villenparks erinnert noch heute an das Ereignis.
Das aktuelle Bild des nnz-Lesers lässt mich, und sicher auch manch anderen Nordhäuser, an diese Sturmnacht denken. Vielleicht wäre es für das Lesepublikum interessant, zu erfahren, wie andere Zeitzeugen das damalige Wetter erlebt haben?
Einer meiner Interviewpartner aus Krimderode erzählte mir z.B. von nächtlichen Blitzen, die aber nicht von der Wetterfront herrührten, sondern von den Stromleitungen vor seinem Haus, die sich berührten und dadurch Kurzschlüsse mit wilden Lichterscheinungen erzeugten.
Ein besonders schweres Sturmereignis gab es auch im Herbst 1972, als weite Teile des (Thüringer) Südharzwaldes flachgelegt wurden. Wer hat daran noch Erinnerungen?
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