Fr, 16:03 Uhr
09.09.2011
Zwei neue Bilder
Die Welt ist klein, die Welt ist groß. Diese Zeile kam mir in den Sinn, als mir ein Besucher aus Konstanz, der an Kunstwerken mit Harzmotiven interessiert ist, im Kunsthaus erzählte, dass er auf Empfehlung eines Ilsenburgers in die Ausstellung gekommen sei. Bei diesem wiederum habe er ein Ölgemälde Wilhelm Eichlers gesehen, das im Katalog über die Nordhäuser Bilderschau erwähnt sei...
Von Heidelore Kneffel
Es handele sich um Ansicht von den Hohneklippen nach dem Brocken, das Eichler 1828 auf der Berliner Akademieausstellung ausgestellt hatte. Meine Kenntnis davon rührt daher, dass ich während der Recherchezeit Einsicht in den Akademie-Katalog nahm.
Der Besucher nannte mir die Telefonnummer des Besitzers, dieser war zur Ausleihe bereit, drei Tage später holten wir das Werk ab und nun kann es im Wilhelm-Eichler-Raum im Kunsthaus angeschaut werden. Wer weiß, ob es Eichler je in Nordhausen öffentlich ausgestellte?! Auf alle Fälle geschieht dies nun 185 Jahre nach der Entstehung.
Wilhelm Eichler (1806-1872); Ansicht von den Hohneklippen nach dem Brocken, 1826; Öl/Lw, 33,0 x 41,0 cm o. R. , 44,0 x 52,0 cm m. R.; signiert unten rechts: W. Eichler pinc; Privatbesitz
Das in Pastelltönen gehaltene Ölbild, das noch seinen geschmackvollen originalen Rahmen besitzt, zeigt eine Morgenstimmung. Dunst liegt in den Tälern. Im Vordergrund sind Köhler bei der Arbeit, vom Maler genau beobachtet. Weit schweift der Blick über die Bergrücken des Harzes bis zum Brocken. Ein lichter Himmel wölbt sich über der Bergwelt.
Als wir uns beim Abholen des Harzbildes über die Künstler unterhielten, deren Werke in Nordhausen zu sehen sind, zeigte uns der Ilsenburger eine gerahmte Bleistiftzeichnung von Elise Crola. Welche Freude, ein Selbstbildnis von ihr zu sehen, deren Zeichnungen viele Besucher beeindrucken. Sie ist darauf 50 Jahre alt, wirkt jedoch jünger. Aber das ist keine Eitelkeit dieser Frau, denn es ist überliefert, dass man bis ins Alter von ihrer frischen Ausstrahlung sprach.
Das Brustbild zeigt eine aparte Frau, die den Betrachter mit großen Augen aufmerksam anschaut. Üppig bauscht sich das schulterlange Haar über den Ohren, in der Mitte gescheitelt. Ein fein gearbeiteter Schleier schmiegt sich an den Hinterkopf, ein kleiner weißer Kragen liegt um den Hals, eine Brosche komplettiert das schmückende Ensemble. Zeitgenossen rühmten ihr zeichnerisches Talent und ihr großes soziales Engagement.
Selbstbildnis (Foto: privat)
So ist es also 24 Tage vor dem Ende der Kunstausstellung Künstlerinnen und Künstler um Caspar David Friedrich am 2. Oktober möglich, noch zwei unbekanntere Werke der genannten bildenden Künstler zu zeigen - eine Landschaft und ein Porträt, so, wie es die Konzeption der Ausstellung vorsieht.
Elise Crola (1809-1878)
Selbstbildnis, 1859
Bleistift-Zeichnung, aufgeklebt auf Pappe, 17,0 x 15,5 cm
bez.: Ilsenburg E C. 1859
Privatbesitz
Autor: nnzVon Heidelore Kneffel
Es handele sich um Ansicht von den Hohneklippen nach dem Brocken, das Eichler 1828 auf der Berliner Akademieausstellung ausgestellt hatte. Meine Kenntnis davon rührt daher, dass ich während der Recherchezeit Einsicht in den Akademie-Katalog nahm.
Der Besucher nannte mir die Telefonnummer des Besitzers, dieser war zur Ausleihe bereit, drei Tage später holten wir das Werk ab und nun kann es im Wilhelm-Eichler-Raum im Kunsthaus angeschaut werden. Wer weiß, ob es Eichler je in Nordhausen öffentlich ausgestellte?! Auf alle Fälle geschieht dies nun 185 Jahre nach der Entstehung.
Wilhelm Eichler (1806-1872); Ansicht von den Hohneklippen nach dem Brocken, 1826; Öl/Lw, 33,0 x 41,0 cm o. R. , 44,0 x 52,0 cm m. R.; signiert unten rechts: W. Eichler pinc; Privatbesitz
Das in Pastelltönen gehaltene Ölbild, das noch seinen geschmackvollen originalen Rahmen besitzt, zeigt eine Morgenstimmung. Dunst liegt in den Tälern. Im Vordergrund sind Köhler bei der Arbeit, vom Maler genau beobachtet. Weit schweift der Blick über die Bergrücken des Harzes bis zum Brocken. Ein lichter Himmel wölbt sich über der Bergwelt.
Als wir uns beim Abholen des Harzbildes über die Künstler unterhielten, deren Werke in Nordhausen zu sehen sind, zeigte uns der Ilsenburger eine gerahmte Bleistiftzeichnung von Elise Crola. Welche Freude, ein Selbstbildnis von ihr zu sehen, deren Zeichnungen viele Besucher beeindrucken. Sie ist darauf 50 Jahre alt, wirkt jedoch jünger. Aber das ist keine Eitelkeit dieser Frau, denn es ist überliefert, dass man bis ins Alter von ihrer frischen Ausstrahlung sprach.
Das Brustbild zeigt eine aparte Frau, die den Betrachter mit großen Augen aufmerksam anschaut. Üppig bauscht sich das schulterlange Haar über den Ohren, in der Mitte gescheitelt. Ein fein gearbeiteter Schleier schmiegt sich an den Hinterkopf, ein kleiner weißer Kragen liegt um den Hals, eine Brosche komplettiert das schmückende Ensemble. Zeitgenossen rühmten ihr zeichnerisches Talent und ihr großes soziales Engagement.
Selbstbildnis (Foto: privat)
So ist es also 24 Tage vor dem Ende der Kunstausstellung Künstlerinnen und Künstler um Caspar David Friedrich am 2. Oktober möglich, noch zwei unbekanntere Werke der genannten bildenden Künstler zu zeigen - eine Landschaft und ein Porträt, so, wie es die Konzeption der Ausstellung vorsieht. Elise Crola (1809-1878)
Selbstbildnis, 1859
Bleistift-Zeichnung, aufgeklebt auf Pappe, 17,0 x 15,5 cm
bez.: Ilsenburg E C. 1859
Privatbesitz


