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Fr, 16:05 Uhr
02.09.2011

Mit Qualität wandern

Der Karstwanderweg im Südharz ist seit heute „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“. Dieses anerkannte Gütesiegel verlieh der Deutsche Wanderverband dem 233 Kilometer langen Weg auf der Wander- und Trekking-Messe TourNatur in Düsseldorf. Hier die Einzelheiten...

Wanderweg mit Siegel (Foto: privat) Wanderweg mit Siegel (Foto: privat)

Von den insgesamt elf neu ausgezeichneten Wegen ist der Karstwanderweg in der Biosphärenreservats- und Naturparkregion des Südharzes nicht nur der längste, sondern auch der Einzige, der mit Niedersachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt gleich durch drei Bundesländer führt.

Wanderer orientieren sich an diesem begehrten Zertifikat, belegt es doch mit den strengen Prüfkriterien die hohe Qualität eines Weges. Für Wanderregionen in ganz Deutschland sind zertifizierte Wege ein willkommenes Marketinginstrument und zugleich aber auch Verpflichtung. Was es bedeutet, den länderübergreifenden Karstwanderweg zum Zertifizierungsverfahren anzumelden, das wissen die Mitglieder der federführenden Fördervereine am Karstwanderweg ganz genau.

„Am Anfang stand der gemeinsame Wille, diese besondere Herausforderung in Angriff zu nehmen“, erinnert sich Iris Brauner vom Förderverein aus Sachsen-Anhalt. „Dass wir einen landschaftlich schönen, und aufgrund der besonderen Karst-Geologie einzigartigen Weg haben, wussten wir. Aber allein dies macht keinen Qualitätsweg aus“, fügt Firouz Vladi vom Verein aus Niedersachsen hinzu. So musste der Wegeverlauf an die strengen Qualitätskriterien angepasst werden.

Diese fordern zum Beispiel einen hohen Anteil naturnaher Wege – die beim Karstwanderweg nunmehr etwa die Hälfte der Gesamtstrecke ausmachen. Dafür musste der Weg in einigen Abschnitten verlegt werden, ohne jedoch seinen einzigartigen Charakter zu verlieren. Und dieser wird von den vielen Karsterscheinungen, dem stetigen Wechsel zwischen Wald und Offenland und zahlreichen kulturellen Highlights geprägt.

Das Qualitätssiegel vor Augen, haben die Fördervereine in den letzten Wochen und Tagen nochmals alle Kräfte mobilisiert. Andreas Heise, Vorsitzender vom Förderverein aus Thüringen weiß: „Für den Deutschen Wanderverband hat die lückenlose Markierung eines Wanderweges oberste Priorität - und diesen Nachweis haben wir erbracht“, freut er sich. Gleichzeitig verpflichten sich die Vereine, die nun „offiziell bestätigte Qualität“ nachhaltig zu gewährleisten. Dies heißt nichts anderes, als den Weg mehrmals im Jahr abzulaufen und vorhandene Mängel umgehend zu beseitigen. „Denn das Wichtigste ist, dass die Erwartungshaltung der zum Teil weit angereisten Wanderer und Touristen nicht enttäuscht wird“, so Andreas Heise.
Autor: nnz

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Kommentare
Bodo Schwarzberg
02.09.2011, 16:34 Uhr
Karstwanderweg ist schön, aber düster ist's ringsum!
Ich freue mich für diese Auszeichnung des Karstwanderweges, möchte aber den Anlass auch zu einigen kritischen Anmerkungen nutzen:

1.) Die Karsterscheinungen, die den Kartwandweg erst zum Karstwanderweg machen, haben nur Bestand, wenn sie nicht kurzfristigen Profitinteressen durch Gipsabbau geopfert werden. Die Bedeutung des Weges steht und fällt u.a. mit der Erhaltung der Landschaft, durch die er führt. Vor diesem Hintergrund halte ich diesen Weg für sehr sinnvoll, weil der Verlust von Karterscheinungen durch den Gipsabbau als Qualitätsverlust des Weges gebrandmarkt werden kann. Ich hoffe, dass die Juroren nicht nur den Weg als Wanderweg beurteilt haben, sondern auch die Bedeutung der Erhaltung seines Umfelds. Der Karstwanderweg ist ein sehr "politischer Weg", der auch gern instrumentalisiert wird, u.a. auch von der Gipsindustrie, die mit Exkursionen ihre angebliche Naturliebe zum Ausdruck bringen und die Steinbrüche am liebsten als "interessante, lieb zu gewinnende Karsterscheinungen" gesehen haben möchte.

2.) Die Ausschilderung des Karstwanderweges hat sich in den vergangenen Jahren tatsächlich verbessert. Er könnte als Beispiel und Ausgangspunkt dafür dienen, auch die 99 anderen % des Süd- und Ostharzes wandererfreundlich auszuschildern. Auch wenn ich mich permanent wiederhole: Das Argument "Kein Geld" ist ein Totschlagargument, mit dem man schier alles, was nicht getan wird oder was man nicht gern tut, begründen kann. Ich kenne keine ostdeutsche Waldregion, die so dilettantisch,wandererunfreundlich, lückenhaft und inkonsequent ausgeschildert ist, wie der Ostharz. Man sollte sich also nicht über den Karstwanderweg freuen, wenn doch weite Bereiche des Umfeldes hinsichtlich der Ausschilderung zu wünschen übrig lassen. Andere Regionen haben auch "kein Geld", verfügen aber über hervorragend ausgeschilderte Wanderwegesysteme. Da sollten manche Verantwortliche bei uns endlich ihre Hausaufgaben machen.

3.) Der in dem Beitrag erwähnte Naturpark Südharz wurde mit großem Pomp besiegelt. Seitdem herrscht eisiges Schweigen seitens der Naturparkverwaltung. Zumindest in der nnz ist mir kaum mal eine Info über die Fortentwicklung, über die Pläne zur Ausgestaltung und zur Vermarktung aufgefallen. Habe ich da nur vielleicht etwas übersehen?
Ich gkaube, dass wir hier eine ganz andere oder zuimindest aufgestockte Personaldecke
mit hauptamtlichen, motivierten Leuten benötigen, damit wir da vorankommen. Das Biosphärenreservat und der Naturpark Kyffhäuser sind da bedeutend weiter - und zwar nicht nur, weil es sie schon länger gibt. Zur Zeit erscheint mir der Naturpark
wie ein Hase ohne Ohren. Meine Befürchtungen, die ich schon nach dem Sektempfang zu dessen Einweihung in der nnz niederschrieb, haben sich leider bisher bestätigt. - Dem schönen Karstwanderweg zum Trotz.

4.) Dass der Karstwanderweg 233 km lang ist, wusste ich gar nicht. Meine persönliche Nonstop-Bestwanderleistung liegt bei 225 km. Das wäre mal eine Herausforderung für das kommende Jahr.
Wolfi65
03.09.2011, 08:17 Uhr
Bestwanderung
Also meine "Bestwanderungen" im Karstgebiet des Südharzes waren jeden Tag die 16 Km vom Tunnelportal Ellrich bis zum Nordhäuser Hauptbahnhof. Außer Sonntags, denn da gab und durfte es keine Schienenbrüche, Erdrutsche und andere Zuggefährdungen geben. Und gearbeitet wurde auch noch nebenbei! Also Herr Schwarzberg. Sie sind gut, aber nicht der Beste!:-)
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