Di, 09:05 Uhr
30.08.2011
Undine und der verkaufte Schatten
Am Samstag dieser Woche werden innerhalb der aktuellen Sonderausstellung im Kunsthaus ab 16.00 Uhr zwei Werke der romantischen Literatur vorgestellt. In der nnz ein "Vorgeschmack", serviert von Heidelore Kneffel...
Georg Heinrich Crola (1804-1879) Blick auf die Ruine Hohnstein bei Neustadt/Harz, undat. Öl/Pappe, 33,5 x 39,0 cm m. R., unbez.© Hütten- und Technikmuseum Ilsenburg
Baron Friedrich de la Motte Fouqué, dessen Namen seine hugenottische Herkunft verrät, war ein unermüdlich Schreibender, der mit seinen phantastisch-märchenhaften Erzählungen, Ritterromanen, Dramen und Gedichten schnell einer der beliebtesten Dichter seiner Zeit wurde. Bis heute in Erinnerung ist vor allem sein Kunstmärchen Undine, 1811 erschienen, in dem eine Wassernixe nach menschlicher Bindung, Liebe und Sterblichkeit sucht, letztendlich vergebens. Der Autor wollte mit seinen Werken das Ideal eines heroischen Mittelalters kultivieren.
Im Kunsthaus hängt sein Porträt, geschaffen von Caroline Bardua, die mit ihm befreundet war. Sie malte den Dichter mit dem achtspitzigen Malteserkreuz/Johanniterkreuz. Es gibt verschiedene Interpretationen dieser Ecken, für de la Motte-Fouqué wären sie wohl als die acht ritterlichen Tugenden zu deuten: Aufmerksamkeit, Takt, Hilfsbereitschaft, Geschicklichkeit, Mitleid, Ausdauer, Unterscheidungsvermögen, Eindeutigkeit. Undine wurde von E.T.A. Hoffmann und Albert Lortzing vertont, der Stoff von mehreren Autoren, z. B. Ingeborg Bachmann, aufgegriffen.
Der zweite im Bunde ist der mit Fouqué und der Bardua befreundete Dichter und Naturforscher Adelbert von Chamisso, auch aus Frankreich stammend. Er wurde vor 230 Jahren geboren. Am bekanntesten sind die Erzählung Peter Schlemihls wundersame Geschichte, ein unromantisches Märchen von einem Mann, der seinen Schatten verkauft, und mit den Konsequenzen leben muss, und die Balladen Das Riesenspielzeug über die Burg Niedeck im Elsass, Der rechte Barbier und Die Sonne bringt es an den Tag. Im Anschluss an die Lesung am 3. September kann die Ausstellung besichtigt werden.
Heidelore Kneffel
Autor: nnzGeorg Heinrich Crola (1804-1879) Blick auf die Ruine Hohnstein bei Neustadt/Harz, undat. Öl/Pappe, 33,5 x 39,0 cm m. R., unbez.© Hütten- und Technikmuseum Ilsenburg
Baron Friedrich de la Motte Fouqué, dessen Namen seine hugenottische Herkunft verrät, war ein unermüdlich Schreibender, der mit seinen phantastisch-märchenhaften Erzählungen, Ritterromanen, Dramen und Gedichten schnell einer der beliebtesten Dichter seiner Zeit wurde. Bis heute in Erinnerung ist vor allem sein Kunstmärchen Undine, 1811 erschienen, in dem eine Wassernixe nach menschlicher Bindung, Liebe und Sterblichkeit sucht, letztendlich vergebens. Der Autor wollte mit seinen Werken das Ideal eines heroischen Mittelalters kultivieren.
Im Kunsthaus hängt sein Porträt, geschaffen von Caroline Bardua, die mit ihm befreundet war. Sie malte den Dichter mit dem achtspitzigen Malteserkreuz/Johanniterkreuz. Es gibt verschiedene Interpretationen dieser Ecken, für de la Motte-Fouqué wären sie wohl als die acht ritterlichen Tugenden zu deuten: Aufmerksamkeit, Takt, Hilfsbereitschaft, Geschicklichkeit, Mitleid, Ausdauer, Unterscheidungsvermögen, Eindeutigkeit. Undine wurde von E.T.A. Hoffmann und Albert Lortzing vertont, der Stoff von mehreren Autoren, z. B. Ingeborg Bachmann, aufgegriffen.
Der zweite im Bunde ist der mit Fouqué und der Bardua befreundete Dichter und Naturforscher Adelbert von Chamisso, auch aus Frankreich stammend. Er wurde vor 230 Jahren geboren. Am bekanntesten sind die Erzählung Peter Schlemihls wundersame Geschichte, ein unromantisches Märchen von einem Mann, der seinen Schatten verkauft, und mit den Konsequenzen leben muss, und die Balladen Das Riesenspielzeug über die Burg Niedeck im Elsass, Der rechte Barbier und Die Sonne bringt es an den Tag. Im Anschluss an die Lesung am 3. September kann die Ausstellung besichtigt werden.
Heidelore Kneffel


