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Das Ende eines Geschäfts

Dienstag, 10. Juni 2003, 08:28 Uhr
Nordhausen (nnz). Die so genannten „Finanzgeschäfte Koch“ sind aus Sicht der Stadt Nordhausen abgeschlossen. Welche Auswirkungen die Transaktionen aus den 90er Jahren für die Rolandstadt hatten, das hat die nnz erfahren.


Erinnern wir uns: Hans-Jürgen Koch, ein Finanzmakler, hatte in den 90er Jahren einen „pfiffige“ Idee. Er vermittelte Kredite zwischen Kommunen in Ost und West. So konnten sich Stadt- und Kreisverwaltungen locker mal ein paar „Milliönchen“ gegenseitig leihen und verleihen. Zu vorteilhaften Konditionen, die der normale Finanzmarkt damals nicht hergab.

Doch das System Koch flog auf und viele beteiligte Kommunen hatten Angst, auf ihrem Schuldenberg sitzen zu bleiben. Auch Nordhausen gehörte zu den Kommunen, die in den 90er Jahren recht emsig Geld verliehen und Geld bekamen. Nun sind alle Verfahren, die zur Aufrollung der Transaktionen dienten, abgeschlossen. Im Stadtrat wurde in der vergangenen Woche der Abschlußbericht im nichtöffentlichen Teil der Sitzung vorgelegt.

„Alle Rechtsgeschäfte, die sich aus dem aus dem „Finanzgeschäft Koch“ ergaben, das zu Beginn der 90er Jahre in die Wege geleitet wurde, sind beendet. Der Stadt Nordhausen ist kein Schaden entstanden, darüber sind wir froh. Die Stadt Nordhausen hat die Konsequenz gezogen: Auf ähnliche Angebote wird die Stadt nicht mehr eingehen“, so hieß es offiziell auf Anfrage der nnz. Froh über den Ausgang ist auch die Vorsitzende des Finanzausschusses Tilly Pape. Sie geht gegenüber nnz sogar von einem kleinen Überschuß von rund 40.000 Euro aus. Allerdings sind darin nicht die notwendigen Anwalts- und Gerichtskosten enthalten. Auch Pape bestätigte, dass die Stadt Nordhausen noch einmal „mit einem blauen Auge“ davon gekommen sei.

Die nnz-Redaktion hat noch einmal alle Beiträge zum Thema Koch aus ihrem Archiv gefischt. Darunter befinden sich auch die Auflistungen der Transaktionen, soweit sie zum damaligen Zeitpunkt verfügbar waren.

Koch 1 , Koch 2, Koch 3, Koch 4.
Autor: nnz

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