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Mo, 19:42 Uhr
08.08.2011

Ein Huhn für 5.000 Liter

Die auf Verpackungen groß genannte Zutat ist oft nur in mikroskopisch kleinen Mengen in Lebensmitteln enthalten. Das ergab unsere Untersuchung. So fanden sich in einer „Hühnersuppe“ nur 0,1 Prozent Hühnerfleisch, eine „Erdbeerschokolade“ enthält nur 0,18 Prozent Erdbeeren und ein „Pfirsich Milchbrei“ nur 0,8 Prozent Pfirsichsaftpulver...


Die Hamburger Verbraucherschützer haben überschlägig nachgerechnet: Nach den Rezepturen der Hersteller könnte man mit einem Suppenhuhn 5.000 Liter Hühnersuppe herstellen. Eine einzige Erdbeere würde für 100 Tafeln Erdbeerschokolade und ein Pfirsich für 40 Babybreie reichen.

Während die Produktnamen ins Auge stechen, findet man die wichtigen Informationen nur in der Zutatenliste auf der Rückseite, manchmal auch verschämt in einer Ecke oder sogar im Falz versteckt. Bei der Stichprobe waren die Produktnamen im Schnitt fünf Mal so groß gedruckt wie die Zutaten im Kleingedruckten. Wenn Inhaltsstoffe durch Wort oder Bild ausgelobt werden, dann muss der Verbraucher auch auf der Vorderseite in gleicher Größe erkennen können, wie viel tatsächlich davon enthalten ist.

Schriftgröße zu klein

Als Ärgernis kommt für die Verbraucher die Schriftgröße der Zutatenliste hinzu. Zudem verhindern Minischriften in zehn Sprachen oder schlechten Kontrasten eine unkomplizierte Informationssuche. Diese Problematik wurde jetzt auch von der EU erkannt, die in drei Jahren eine Mindestschriftgröße von 1,2 Millimetern verbindlich festlegen will. Das reicht nicht und dauert viel zu lange.

Die Verbraucherschützer verweisen auf die USA und Kanada, wo die Mindestschriftgröße bereits jetzt bei 1,6 Millimetern liegt, sowie in Singapur, wo 1,5 Millimeter vorgeschrieben sind. Die Zutatenliste muss größer als von der EU geplant gedruckt werden und leicht lesbar sein, damit man sich vor dem Kauf über die tatsächliche Qualität informieren kann.
Autor: nnz

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Kommentare
Bodo Schwarzberg
08.08.2011, 20:41 Uhr
Kunde entscheidet über Betrug
Gefragt ist hier wohl der "mündige Verbraucher", der sich nicht von der TV-Werbung als "zarteste Versuchung" irreführen und verschaukeln lässt. Doch in einer Gesellschaft, in der vielfach Äußerlichkeiten zählen, hat die milliardenschwere Werbeindustrie leichtes Spiel, um die Kunden zu übertölpeln.

Die sind in erster Linie am niedrigen Preis interessiert. Dass der Preiskrieg zwischen den Handelsketten aber vielfach mit noch mehr Chemie und immer versteckteren Inhaltsdaten erKAUFT wird, nimmt er in KAUF. Es lässt ja tief blicken, dass ausgerechnet eine Markenfirma wie Milka in ihrer Erdbeerschokolade praktisch keine Erdbeeren verarbeitet.

Verbraucherschützer kommen immer wieder zu dem Ergebnis, dass Nonamefirmen oft bedeutend besser hinsichtlich Ehrlichkeit und Qualität abschneiden. Aber welcher Verbraucher liest ihre Veröffentlichungen wirklich?

Sich mit der Zusammensetzung und damit mit der Deklaration der Waren zu beschäftigen, kostet den Kunden Zeit, Nerven und geistige Anstrengung. Und die Industrie weiß ganz genau, dass sich 95% der Verbraucher diese Zeit nicht nehmen.
"Der Kunde ist König", aber nur dann, wenn er König sein will, und wenn er sich diese Position nicht von der Industrie wegnehmen lässt.
StellaDeMattina
08.08.2011, 20:42 Uhr
Aber gekauft wirds trotzdem
Dieses blinde Vertrauen in Produkte...
Meine Kinderärztin sah mich komisch an als ich sagte ich pürriere sein Essen selbst aus frischen Zutaten und stille ihn noch (6Monate). Darauf sie: Wie Sie kaufen keine Gläschen.....
Sowiel dazu
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