eic kyf msh nnz uhz tv nt
Mo, 11:12 Uhr
08.08.2011

Schwalben bringen Glück

Auch in der Harzregion gehen die Schwalbenbestände seit vielen Jahren kontinuierlich zurück. Den Ursachen des Rückgangs, die der Mensch zu verantworten hat, kann begegnet werden. Auch im Harz...


Die intensive landwirtschaftliche Nutzung vieler Flächen, die fortschreitende Versiegelung und Verbauung der Landschaft mit modernen Kunstbauten, schwalbenunfreundliche Sanierungsmaßnahmen an vielen Gebäuden und auch immer noch die Beseitigung der Nester durch unverständige Menschen machen diesen gefiederten Mitbewohnern das Leben und Überleben immer schwerer.
Mehlschwalbe (Foto: privat)
Mehlschwalbe (Foto: privat)
Mehlschwalbe (Foto: privat)
Dabei ist es eigentlich ganz einfach, den Schwalben zu helfen und mit einem einfach Brett, das unterhalb des Nestes angebracht wird, kann man der viele Menschen störenden Verschmutzung durch Schwalbenkot entgegenwirken. Selbstgebaute oder im Handel gekaufte Schwalben-Nisthilfen und Lehmpfützen können ebenfalls helfen, damit sich diese Vögel bei uns wieder wohler fühlen können.

Viele Bürger haben es verlernt, die beiden Schwalbenarten auseinanderzuhalten - die Rauch- und die Mehlschwalbe. Doch es ist ganz einfach, diese beiden bei uns heimischen Schwalbenarten zu unterscheiden. Die Rauchschwalbe unterscheidet sich von der Mehlschwalbe durch ihre auffällig langen Schwanzspieße und das Gesicht der Rauschwalbe weist eine rotbraune Maske auf. Bei der Mehlschwalbe ist der Schwanz nur schwach gegabelt und ihre hintere obere Rückenpartie, die man auch Bürzel nennt, leuchtet weiß. Die Nester der Mehlschwalben sind oft an Hausfassaden, häufig direkt unterhalb des Dachvorsprungs, zu finden.

Demgegenüber finden sich die Rauchschwalbennester vorwiegend im Inneren von Gebäuden wie zum Beispiel in Ställen, Schuppen oder Garagen.

Auch im Nationalpark Harz wird den Schwalben geholfen. Auf Initiative des Nationalparkrangers Dirk Gronowki und mit Unterstützung von BUND und NABU wurden für die nächste Brutsaison am Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus Kunstnester für die Mehlschwalben angebracht. Auf unserem Foto werden sie von Ulf Dreymann montiert.
Autor: nnz

Anzeige symplr (6)
Kommentare
Wolfi65
09.08.2011, 08:45 Uhr
Schwalben-Rückgang
Der Rückgang der Schwalben Population in unseren Breiten ist nicht nur den mangelnden Nistmöglichkeiten geschuldet.
Auch Wetterphänomäne haben den Tieren auf dem Weg von und zu den Winterquartieren in Afrika in den letzten Jahren stark zugesetzt, deren zehntausende Tiere zum Opfer gefallen sind.

Man sollte dem einzelnen Häuslebauer und Besitzer nicht ständig eine Mitschuld an Umweltsünden und Klimaerscheinungen geben.
Auch solche kühlen Sommer, wie jetzt zu beobachten, setzen den Tieren, aber auch dem Menschen zu.

Kühle oder Kalte Sommer hat es aber auch schon in der Vergangenheit gegeben und man sollte sich in unseren Breiten damit auch abfinden, da wir uns in einer gemäßigten Klimazone befinden und nicht am Mittelmeer. Die verhältnismäßig warmen und trockenen Sommer der vergangen Jahre haben wahrscheinlich ein jähes Ende gefunden und werden durch eine kühle Wetterphase ersetzt.
Bodo Schwarzberg
09.08.2011, 11:17 Uhr
"Sauberkeit" am Bau - der Gau für uns und die Schwalben
Es ist selten, dass ich bei meinen Interviews mit Unternehmern noch auf jemanden treffe, der Schwalben gern auf seinem Grundstück sieht. Das kommt so selten vor, dass ich mir jeden einzelnen gemerkt habe. Ihre Nester werden als Verschandelung der Gebäude angesehen, ebenso deren Kotablagerungen. Immer öfters trifft man auf Gebäude mit Netzen unter der der Dachrinne, um Schwalben den Nestbau zu verwehren.

Dieses Verhalten ist ein Ausdruck zunehmender Naturentfremdung. Wenn mir Landwirte entrüstet von Anzeigen bereichten, die sie erhalten, weil ihr Pferd einen Pferdeapfel auf der Straße hinterlassen hatte, der eben mal nicht gleich weggeräumt wurde, dann wissen wir, wie weit viele heutige Landbewohner vergessen haben, dass ihre Wurzeln nicht in Stahl und Beton sowie Koniferengärten mit englischem Rasen liegen, sondern in der "nichtkünstlichen" Natur.

Wir brauchen aber die verinnerlichte Erkenntnis, dass wir Teil eines großen ökologisch-systemischen Ganzen sind, wenn die Episode Mensch auf diesem Planeten nch eine Weile währen soll.

Unsere Schwalben nicht zu vertreiben ist dafür, so wenig verständlich dies für manchen Zeitgenossen auch klingen mag, ein kluger Anfang.

Glauben Sie mir: Ein Kind, dass in der Garage seiner Eltern eine Schwalbe beim Nistplatzbau und später beim Füttern ihrer Jungen und beim Insektenfang beobachten kann, erhält einen nachhaltigen Blick auf dieses Leben und wird später anders denken, als ohne diese Beobachtung. Denn dessen "Festplatte" wird in den ersten fünf Lebensjahren formatiert, mit Grundhaltungen, die später kaum umzustoßen sind und die sein Leben und Verhalten gegenüber seiner menschlichen und natürlichen Umwelt prägen.
Und genau das brauchen wir.
Kommentare sind zu diesem Artikel nicht mehr möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (8)