Do, 10:39 Uhr
07.08.2003
Vom Shooting-Star zum Sorgenkind
Nordhausen (nnz). Fast neun Jahre alt ist das BIC Nordthüringen am Nordhäuser Standort. Es sollte die Perle am Technologiehimmel Nordthüringens werden. Der Stern ist schnell verglüht, geblieben sind Probleme und Sorgen...
Business and Innovation Center, kurz BIC - so der damals zukunftsweisende Name des Baus zwischen Nordhausen und Bielen. Was sollte nicht alles darin passieren? Ideenschmiede, Kreißsaal von Innovationen, Existenzgründer sollten sich hier die Klinke in die Hand geben. Die Spitzen der Thüringer und der kommunalen Politik waren sich im Dezembmer 1994 einig, dass man sich vor Bewerbern nicht retten könnte, die hier ihre Geschäfte aufziehen wollen.
All das ist lange her. Jetzt sieht die Welt etwas nüchterner aus. Nach Informationen der nnz ist das BIC mit seinen Standorten in Nord- und in Sondershausen mal gerade zur Hälfte ausgelastet. Viel besser soll es nie gewesen sein, wenn man mal die einstige gigantische Fläche der Umweltakademie abzieht. Nur zur Hälfte ausgelastet, das ist nicht nur dem Image abträglich, sondern auch der Wirtschaftlichkeit der Einrichtung. Das wissen seit langem die sieben Gesellschafter, sichtbar in diversen Stadtrats- und Kreistagsbeschlüssen hinsichtlich der Nachschusspflicht. Wir dachten immer an eine Wende, so der derzeitige Aufsichtsratsvorsitzende der Gesellschaft, Udo Rockmann. Auch die Erwartungen an die Fachhochschule haben sich nicht erfüllt. Erst zu spät gegründet, dann lange kein Partner, all das warf wohl die kühnsten Pläne über den Haufen. Sicher, mit der FH ist ein Kooperationsvertrag unterzeichnet worden. Sicher, das Regionalmanagement will sich einklinken. Doch die Vermarktung des BIC muß thüringenweit erfolgen, Nordthüringen allein ist weder attraktiv, noch hat es genügend eigene Quellen für Forschung und Entwicklung, die ausgerechnet im BIC zum Sprudeln gebracht werden können.
Doch manchmal gibt es auch Glücksfälle. Als BIC-Glücksfall könnte sich eine Thüringer Stiftung erweisen. Die Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung Thüringen (STIFT) will sich engagieren, als Retter. Die Stifter wollen dafür aber Anteile, bis zu 40 Prozent sind nach nnz-Recherchen angedacht. Und darüber sei auch schon geredet worden, im Ministerium für Wirtschaft, mit Staatssekretär Riechwien und mit den Herren Westerhausen und Schleusner.
In Nordhausen könnte man angesichts dieser neuen Konstellation in die F+E-Hände klatschen. Doch weit gefehlt. Das erste Gespräch zwischen den BIC-Gesellschaftern und STIFT verlief ergebnislos. Ein zweites soll folgen. Offiziell heißt es, dass das Kuratorium der Stiftung erst wieder tagen und dann entscheiden müsse. Die Neubesetzung des Wirtschaftsministerpostens mache das notwendig. Doch bis dahin müssen auch noch persönliche Befindlichkeiten zwischen handelnden Personen bei STIFT und bei Gesellschaftern des BIC ausgeräumt werden. Dann könnte unser BIC neue inhaltliche Impulse erhalten, ist sich Geschäftsführer Nüchter sicher. Und die könnten dann endlich aus ganz Thüringen kommen. Und die vorteilhafte Nähe zum Wirtschaftsministerium sei mit STIFT sowieso garantiert.
Autor: nnzBusiness and Innovation Center, kurz BIC - so der damals zukunftsweisende Name des Baus zwischen Nordhausen und Bielen. Was sollte nicht alles darin passieren? Ideenschmiede, Kreißsaal von Innovationen, Existenzgründer sollten sich hier die Klinke in die Hand geben. Die Spitzen der Thüringer und der kommunalen Politik waren sich im Dezembmer 1994 einig, dass man sich vor Bewerbern nicht retten könnte, die hier ihre Geschäfte aufziehen wollen.
All das ist lange her. Jetzt sieht die Welt etwas nüchterner aus. Nach Informationen der nnz ist das BIC mit seinen Standorten in Nord- und in Sondershausen mal gerade zur Hälfte ausgelastet. Viel besser soll es nie gewesen sein, wenn man mal die einstige gigantische Fläche der Umweltakademie abzieht. Nur zur Hälfte ausgelastet, das ist nicht nur dem Image abträglich, sondern auch der Wirtschaftlichkeit der Einrichtung. Das wissen seit langem die sieben Gesellschafter, sichtbar in diversen Stadtrats- und Kreistagsbeschlüssen hinsichtlich der Nachschusspflicht. Wir dachten immer an eine Wende, so der derzeitige Aufsichtsratsvorsitzende der Gesellschaft, Udo Rockmann. Auch die Erwartungen an die Fachhochschule haben sich nicht erfüllt. Erst zu spät gegründet, dann lange kein Partner, all das warf wohl die kühnsten Pläne über den Haufen. Sicher, mit der FH ist ein Kooperationsvertrag unterzeichnet worden. Sicher, das Regionalmanagement will sich einklinken. Doch die Vermarktung des BIC muß thüringenweit erfolgen, Nordthüringen allein ist weder attraktiv, noch hat es genügend eigene Quellen für Forschung und Entwicklung, die ausgerechnet im BIC zum Sprudeln gebracht werden können.
Doch manchmal gibt es auch Glücksfälle. Als BIC-Glücksfall könnte sich eine Thüringer Stiftung erweisen. Die Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung Thüringen (STIFT) will sich engagieren, als Retter. Die Stifter wollen dafür aber Anteile, bis zu 40 Prozent sind nach nnz-Recherchen angedacht. Und darüber sei auch schon geredet worden, im Ministerium für Wirtschaft, mit Staatssekretär Riechwien und mit den Herren Westerhausen und Schleusner.
In Nordhausen könnte man angesichts dieser neuen Konstellation in die F+E-Hände klatschen. Doch weit gefehlt. Das erste Gespräch zwischen den BIC-Gesellschaftern und STIFT verlief ergebnislos. Ein zweites soll folgen. Offiziell heißt es, dass das Kuratorium der Stiftung erst wieder tagen und dann entscheiden müsse. Die Neubesetzung des Wirtschaftsministerpostens mache das notwendig. Doch bis dahin müssen auch noch persönliche Befindlichkeiten zwischen handelnden Personen bei STIFT und bei Gesellschaftern des BIC ausgeräumt werden. Dann könnte unser BIC neue inhaltliche Impulse erhalten, ist sich Geschäftsführer Nüchter sicher. Und die könnten dann endlich aus ganz Thüringen kommen. Und die vorteilhafte Nähe zum Wirtschaftsministerium sei mit STIFT sowieso garantiert.


