eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige symplr (4)
So, 15:03 Uhr
17.07.2011

Der Baum des Jahres

Die Elsbeere ist der Baum des Jahres 2011. Anlässlich des 19. Harzfestes präsentierte Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) ein Exemplar auf dem Festgelände des Petersberges.


Baum gepflanzt (Foto: T. Wendehost) Baum gepflanzt (Foto: T. Wendehost) Eine seltene Baumart wurde dieses Jahr zum Baum des Jahres gekürt: Die Elsbeere. Das Gewächs tritt meist als einzelner Baum auf und findet sich nur selten in heimischen Wäldern. Um ihrer Verbreitung zu fördern, erlangte die Elsbeere ihren diesjährigen Status als Baum des Jahres. Sie fühlt sich vor allem an warmen Südhängen wohl und blüht relativ spät. Dabei entstehen kleine beerenartige Früchte, die sogar für den Verzehr geeignet sind.

Ein Exemplar des Rosengewächses steht seit heute auf dem ehemaligen Gelände der Landesgartenschau. Die Firma Knauf aus Rottleberode spendete den Baum anlässlich des Harzfestes, Oberbürgermeisterin Barbara Rinke durfte diesen dann am jetzigen Standort präsentieren.

Inwieweit das Unternehmen damit für den Erhalt des Baumes eintritt, sei dahin gestellt. Kritiker können nun entgegnen, dass der wirtschaftliche Kernbereich von Knauf kaum mit dem Erhalt einer seltenen Baumart zu vereinbaren ist. Fakt ist aber auch, dass zur Firmenpilosophie von Knauf die konsequente Renaturierung einstiger Abbaugebiete gehört.

Heute soll lediglich darauf hingewiesen werden, dass Nordhausen nun um eine floristische Attraktion reicher ist. Wer Lust und Zeit hat kann das junge Gewächs auf dem Petersberggelände begutachten. Und natürlich über Sinn oder Unsinn der Spendenumstände diskutieren.
Tobias Wendehost
Autor: tw

Anzeige symplr (6)
Kommentare
Bodo Schwarzberg
17.07.2011, 23:08 Uhr
Knaufs Liebe zu den Bäumen
Es könnte ja sein, dass Knauf ein schlechtes Gewissen bekommen hat, weil das Unternehmen im Alten Stolberg Hunderte Buchen fällt, um an den millionenschweren Gips heranzukommen. Dagegen nimmt sich die gespendete Elsbeere etwas kümmerlich aus, auch wenn sie 2011 Baum des Jahres ist.

Die Buche war übrigens der Baum des Jahres 1990. Das wäre doch auch noch 2011 ein Grund, deren Einschlag im Knaufschen Bergwerkseigentum einzustellen? Und ich kann Frau OB Rinke abermals nicht verstehen, warum sie sich dafür hergibt, einen von Knauf gespendeten Baum zu pflanzen, wo sie sich doch so oft für den Schutz der Südharzlandschaft ausspricht.

Von daher werde ich mein Misstrauen gegenüber unseren Verantwortungsträgern und deren angeblichem oder tatsächlichem Einsatz zum Schutz der Südharzlandschaft so schnell nicht verlieren, zumal ich z.B. noch kein offizielles Bekenntnis der Nordhäuser Stadt- und Kreispolitik gegen die zwischen Appenrode und Woffleben geplante Straße für Gipslaster vernehmen konnte.

Positiv finde ich, dass Herr Wendehost erstens seinen Namen unter den Beitrag geschrieben hat und zweitens trotzdem Kritisches über Knauf und die Elsbeerenaktion gesagt hat. Dass sich Knauf um Renaturierung der von der Firma angerichteten Schäden bemüht, ist ein zweischneidiges Schwert. Fakt ist, dass das Unternehmen eine Millionen Jahre alte Landschaft innnerhalb von wenigen Jahren zerstört. Keine noch so gut renaturierte Landschaft kann diesen Verlust je kompensieren.

Zweitens sei auf die Schäden durch die vielen anderen Steinbrüche in unserer Region hingewiesen. Die Verluste an Standorten hochgradig gefährdeter Arten, die allein auf das Konto des Kohnsteins und des Steinbruchs Hohe Schleife gehen, würden eine ganze Seite füllen.

Erwähnt sei hier nur das weltweit nur im Gebiet um Nordhausen siedelnde Gips-Fettkraut (Pinguiculla gypsophila WALLROTH) und das Glazialrelikt Spieß-Weide (Salix hastata), die durch die Gipindustrie und am Alten Stolberg durch die Forstwirtschaft ausgerottet wurde.
Es gibt keinerlei Nachweise darfür, dass sich die Gipsindustrie jemals um derartige Verluste geschert hat. Stets waren es, z.B. beim Gips-Fettkraut und auch bei der Alpen-Gänsekresse Arabis alpina, Berufs- oder ehrenamtliche Botaniker, die deren Aussterben für unsere Region verhindert haben.

Dies jedoch entgeht dem Normalbürger, der sich über die von Knauf gepflanzte Elsbeere und über die "Naturliebe" des Konzerns nun vielleicht freut. Selten ist die Elsbeere übrigens, entgegen dem Beitrag von Herrn Wendehorst nicht. Der Verbreitungsatlas der Farn- und Blütenpflanzen Thüringens von Korsch et.al 2002 weist Vorkommen auf ca. 75% der Fläche Thüringens aus. Da frage ich mich, woher die Information über eine angebliche Seltenheit stammt.

Zudem ist sie in Thüringen und Deutschland ungefährdet, steht also weder in der deutschen, noch in der Thüringer Roten Liste. Ich fordere Knauf auf, z.B. Mittel für die am Boden liegende Pflege unserer Kulturlandschaft bereitzustellen, weil dadurch ein großflächiger positiver Effekt für eine Vielzahl bedrohter Arten erreicht werden könnte.

Das wäre ein wirklich wirksamer Beitrag und würde über die bemitleidenswerte Symbolik des Pflanzens ausgerechnet einer Elsbeere sicht- und vor allem ölologisch spürbar hinausgehen.

Wenn Knauf an der Pflege seines Images wirklich interessiert ist, so gäbe es eine Menge Möglichkeiten. Auch Ansprechpartner für Derartiges gibt es im Landkreis genug.
Peppone
18.07.2011, 20:03 Uhr
Knauf fällt schon seit Jahren Elsbeeren
und anderes, bestimmt auch Buchen, Herr Schwarzberg. Wie Sie richtig bemerkt haben fällt Knauf diese Bäume um Gips abzubauen. Knauf schafft somit so genannte Kulturlandschaft, lieber Herr Schwarzberg. Ich würde es persönlich zwar lieber "Unkulturlandschaft" nennen, aber das ist nur meine persönliche Meinung.

Knauf macht nichts anderes, was vor ihm schon alle existierenden Generationen gemacht haben. Er nutzt, auf Teufel komm heraus, die vorhandenen natürlichen Resourcen, um möglichst viel Profit zu machen.

Da darf man natürlich dagegen sein. Was ich aber nicht verstehe, sind solche Forderungen von Ihnen: "Ich fordere Knauf auf, z.B. Mittel für die am Boden liegende Pflege unserer Kulturlandschaft bereitzustellen, weil dadurch ein großflächiger positiver Effekt für eine Vielzahl bedrohter Arten erreicht werden könnte."

Na was denn nun? Wollen wir möglichst natürliche, gewachsene Landschaft und Lebensräume, oder wollen wir Knete von Knauf, um "Kulturlandschaft" zu erhalten?

Was ist denn der Unterschied, zwischen Knauf's "Rekultivierung" und dem von Ihnen durchgeführten Einsatz von BUND Helfern als "Ersatzschafe"? Ich behaupte mal, beides ist verquer, ein unzeitgemäßes Alibi und nicht nachhaltig!

Kaufen Sie und die BUND Helfer doch mal ein schönes Stück Lammfleisch, ein Steak vom Höhenvieh oder Filet vom Heckrind, damit hält man Flächen offen und nicht mit schöngeistigen Texten!
Kommentare sind zu diesem Artikel nicht mehr möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (8)